Messenger-Dienst WhatsApp will von Firmen Gebühren verlangen

Wenn Unternehmen WhatsApp für die Kommunikation mit Kunden nutzen, sollen sie dafür künftig zur Kasse gebeten werden. Für den Mutterkonzern Facebook wäre das die Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell.

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WhatsApp will von Unternehmen künftig Geld verlangen, wenn sie den Kurzmitteilungsdienst für die Kommunikation mit ihren Kunden nutzen. Das sagte der für das operative Geschäft zuständige WhatsApp-Manager Matt Idema dem "Wall Street Journal".

Der Schritt wäre eine Abkehr von Facebooks bisherigem Geschäftsmodell, seine Dienste ausschließlich über Werbung zu finanzieren. WhatsApp-Mitgründer Jan Koum hatte nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook stets betont, dass der Service auch künftig werbefrei bleiben solle. WhatsApp hat weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer.

"Wir wollen eine Grundlage dafür schaffen, damit Menschen Unternehmen Kurzmitteilungen schicken können und die Antworten, die sie brauchen", sagte Idema der Zeitung. "Dafür wollen wir von den Unternehmen in Zukunft Geld verlangen." Bisher konnten Firmen die Dienste von WhatsApp für den Kontakt zu Kunden kostenlos nutzen.

In seinem zweiten Kurzmitteilungsdienst, dem Facebook Messenger, bietet das soziale Netzwerk Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit an, mit ihren Kunden zu kommunizieren. Dort soll das Geld aber mit Werbung verdient werden. Für den Kundendienst will Messenger-Chef David Marcus auf der Plattform außerdem automatisierte Chatbots etablieren.

Facebook hatte WhatsApp 2014 für rund 22 Milliarden Dollar übernommen. Zuletzt gab es Kontroversen mit Datenschützern über einen Austausch von Nutzerdaten zwischen WhatsApp und Facebook. In Europa sind derartige Pläne deshalb vorerst nicht umgesetzt worden.

mak/dpa



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Seite 1
schwerpunkt 05.09.2017
1.
Für den Kundenkontakt aus Marketingsicht mag WhatsApp VIELLEICHT noch akzeptabel sein, aber ansonsten ist dieser Dienst für geschäftliche Zwecke aus Sicht der Informationssicherheit ein absoluter NoGo. Ich weiß, dass viele betrieblich darüber Informationen austauschen. Grundsätzlich könnten diese Herrschaften die so ausgetauschten Informationen auch über große Anzeigen in Tageszeitungen austauschen. Das hat einen ähnlichen Stellenwert bei der Sicherheit. ... und sich dann vielleicht noch wundern, dass sie im Vergleich zum Wettbewerb immer weiter absacken. Insofern verdient dann Facebook (der Betreiber von WhatsApp) gleich doppelt: an den so gesammelten und verkauften Informationen und an denjenigen, die ihnen diese Informationen auch nicht freiwillig zur Verfügung stellen. Wenn schon über so ein Medium betriebliche Informationen ausgetauscht werden, dann lieber über Dienste wie Threema, welche ein deutlich höhreres Sicherheitsniveau haben. Privat nutze ich für belanglosen Infoaustausch ebenfalls WhatsApp, trotzdem ist für mich Facebook keine Firma sondern eine kriminelle Vereinigung.
yxos 05.09.2017
2. Mehrsprachig
Zu den Wunschlisten: Geeignete Tastatur-Alternativen erkennen die jeweils genutzte Sprache und schalten intelligent um. Sogar zwischen zwei Blöcken...
cor 05.09.2017
3.
Zitat von schwerpunktFür den Kundenkontakt aus Marketingsicht mag WhatsApp VIELLEICHT noch akzeptabel sein, aber ansonsten ist dieser Dienst für geschäftliche Zwecke aus Sicht der Informationssicherheit ein absoluter NoGo. Ich weiß, dass viele betrieblich darüber Informationen austauschen. Grundsätzlich könnten diese Herrschaften die so ausgetauschten Informationen auch über große Anzeigen in Tageszeitungen austauschen. Das hat einen ähnlichen Stellenwert bei der Sicherheit. ... und sich dann vielleicht noch wundern, dass sie im Vergleich zum Wettbewerb immer weiter absacken. Insofern verdient dann Facebook (der Betreiber von WhatsApp) gleich doppelt: an den so gesammelten und verkauften Informationen und an denjenigen, die ihnen diese Informationen auch nicht freiwillig zur Verfügung stellen. Wenn schon über so ein Medium betriebliche Informationen ausgetauscht werden, dann lieber über Dienste wie Threema, welche ein deutlich höhreres Sicherheitsniveau haben. Privat nutze ich für belanglosen Infoaustausch ebenfalls WhatsApp, trotzdem ist für mich Facebook keine Firma sondern eine kriminelle Vereinigung.
Was heisst hier bitte "VIELLEICHT noch akzeptabel"? Whatsapp, WeChat, Facebook Messenger sind nicht "noch akzeptabel" sondern die logische Lösung, wenn es um Kundenkontakt geht und zwar egal ob es sich dabei um eine Bestellung für die Pizza oder die Auslösung einer Zahlung bei Ihrer Bank handelt. Glauben Sie nicht? Wir sprechen uns in 5 Jahren nochmal ;)
schwerpunkt 05.09.2017
4.
Zitat von corWas heisst hier bitte "VIELLEICHT noch akzeptabel"? Whatsapp, WeChat, Facebook Messenger sind nicht "noch akzeptabel" sondern die logische Lösung, wenn es um Kundenkontakt geht und zwar egal ob es sich dabei um eine Bestellung für die Pizza oder die Auslösung einer Zahlung bei Ihrer Bank handelt. Glauben Sie nicht? Wir sprechen uns in 5 Jahren nochmal ;)
Mit Verlaub, aber ich würde noch nicht mal eine Pizza per WhatsApp bestellten, geschweige denn Bankgeschäfte über WhatsApp durchführen. Vielleicht war ich zu lange im Geschäft de Beratung zur Informationssicherheit unterwegs um diesbezüglich paranoid geworden zu sein. Insofern schaue ich mir jede App an, welche ich auf mein Handy lade, bevor ich diese installieren .. und lasse auch die Finger zum Beispiel einer Taschenlampen-App, welche eigentlich nur das Licht ein- und ausschalten soll, aber dennoch Internetverbindung, Standort und Zugriff auf mein Adressbuch verlangt. Facebook hat diese Datensammelwut perfektioniert ... selbst über diejenigen, welche gar nicht Mitglied bei Facebook sind "Wenn Du nichts bezahlen musst, bist Du die Ware"
Bürger Icks 05.09.2017
5. Na, wie gut
das das Netz ja so sicher ist, vor allem solche Datenegel wie Whatsapp und Co. Gut das da keiner mitbekommt wer da mit wem, wann, warum und worüber kommuniziert. Aber ist ja eh alles egal, denn wir haben ja alle nichts zu verbergen. Wenn ich demnächst die Idee des Jahrtausends haben sollte, werde ich bestimmt im Netz darüber kommunizieren(am Besten über die "sozialen" Medien), vielleicht die ganze Welt wissen lassen das es noch kein Patent auf diese Idee gibt... Aber hey, wenn wir doch eh nichts zu verbergen haben, sowieso alles brühwarm nach Übersee weiterleiten, warum sollte man dann geschäftliche Dinge nicht auch noch per Whatsapp und Co erledigen?
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