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Wie PC-Laien Probleme lösen: Warum einfach, wenn ...

Technikferne Menschen verstricken sich oft heillos beim Versuch, eine Lösung für einfache Computerprobleme zu finden. Meist werden dann Kinder oder jüngere Kollegen zur Hilfe gerufen. Kein Grund für Überheblichkeit, findet Felix Knoke - und liefert schlimme Beispiele für Rechner-Wahnsinn.

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Zeichen von Kreativität und Tatendrang: Umständliche Lösungswege

Der Anruf meines Vaters kam, wie immer, pünktlich zum Abendessen: "Felix, ich hab da 'ne Computerfrage. Kannst du mir eben weiterhelfen?" Ich fürchte mich vor solchen Anrufen. Mein Vater, 71 Jahre alt, Elektroingenieur im Ruhestand, benutzt seit zehn Jahren einen Computer, surft seit zehn Jahren im Internet. Aber zehn Jahre Computererfahrung und vier Jahrzehnte Ingenieur-Sein reichen einfach nicht aus, um dem Betriebssystem-Biest Windows Herr zu werden.

Und so musste ich meinem Vater einmal mehr aus der Rechner-Patsche helfen. Er hatte sich bei dem Versuch, eine einfache Lösung für ein einfaches Windows-Problem zu finden, ordentlich verstrickt: "Ich möchte eine Liste aller Dateien ausdrucken, die auf einer Diskette gespeichert sind."

Seine verblüffende Lösung:

    • Er öffnete die Diskette im Windows Explorer,
    • machte ein Bildschirmfoto des ganzen Bildschirms,
    • speicherte es in einem Bildbearbeitungsprogramm ab,
    • importierte es in die Textverarbeitung Word,
    • druckte es aus,
    • scannte den Ausdruck im Scanner ein,
    • ließ eine Texterkennung über das eingescannte Dokument laufen
    • und wollte den so erzeugten Text dann wieder in Word bearbeiten,
    • um das fertige Dokument auszudrucken und abzuheften.

Sein ausgefeiltes Vorhaben scheiterte nur daran, dass seine Texterkennung versagte (am Telefon wollte mein Vater nur wissen, wie denn die Texterkennung möglicherweise besser einzustellen sei).

Sein ungewöhnlicher Lösungsweg mag kompliziert sein, falsch ist er nicht, das muss ich als Fachmann (und erst recht als Sohn) ausdrücklich sagen. Er ist nur himmelschreiend umständlich. Aber er zeugt, und das meine ich ganz ernst, von einem kreativen und gekonnten Umgang mit dem Computer.

Denn moderne Betriebssysteme sind hochkomplexe Software, mit der auf vielfältige Weise Probleme gelöst werden können. Es gehört viel mehr Wissen dazu, einen Computer zu bedienen, als vielen selbsternannten Computerfachleuten bewusst ist. Wer da nicht den idealen Weg kennt, kommt mit Geschick und Durchhaltevermögen trotzdem zum Ziel.

Kreativität und Tatendrang bei begrenzten Ressourcen

Die umständlichen Lösungswege sind kein Zeichen von Inkompetenz, sondern von Kreativität und Tatendrang bei begrenzten Ressourcen. Wer mit Microsofts Suchmaschine Bing nach Google sucht, um dort einen Suchbegriff einzugeben, zeigt damit seine Fähigkeit, in Momenten des Unvermögens handlungsfähig zu bleiben. Man könnte das, frei nach dem Philosophen Odo Marquard, auch als Inkompetenzkompensierungskompetenz bezeichnen.

Und nur darin, in der Anhäufung von Inkompetenzkompensierungskompetenz, bin ich meinem Vater voraus. Auch wenn es für ihn wie Zauberei wirken mag, wenn ich wieder einmal ein esoterisches Problem auf seinem Computer via Fernwartung behebe: Ich stochere doch auch nur im Dunkeln.

Weder kenne ich jedes Windows-Problem noch jede Lösung. Woran mein Vater scheitert, dafür habe ich üblicherweise auch keine Lösung parat. Aber ich kann gut raten. Das nämlich ist jenes ominöse, mir von meinem Vater zugeschriebene intime Wissen des Windows-Betriebssystems wirklich: ahnen zu können, welcher Schritt weniger falsch ist. Nach und nach nehme ich mir mögliche Fehlerquellen vor, bis nur noch die hoffentlich richtige übrig bleibt.

Uninformiertes Herantasten an die Lösung

Bei Ingenieuren heißt dieses Vorgehen Troubleshooting: Ein informiertes Herantasten an das Problem. Meinem Vater, mangels Kompetenzen, bleibt bei Windows oft nur der umgekehrte Weg: Ein uninformiertes Herantasten an die Lösung.

Mit seinem in den vergangenen zehn Jahren aufgebauten Wissensschatz und dem Ingenieuren eigenen Tatendrang wagt er einen Schritt nach dem anderen in Richtung Lösung. Diese Schritte sind logisch oft nur dürftig miteinander verbunden und führen trotzdem zum Ziel. Meist über verschlungene Pfade. Und wenn sie im Nichts versacken, gibt es immer noch die Gewissheit: Am Telefon, dem guten alten Telefon, wartet ein Ausweg aus dem Labyrinth des Minotaurosoft.

Denn mein Vater und ich sind ein gutes Team, wenn es um die Lösung unlösbarer Windows-Probleme geht. Er bringt die Probleme und ich löse sie. Das ist auch nur gerecht. Denn wie er neulich nach so einer Fernwartung sagte: "Siehst du, bei mir hapert es am Computerwissen. Aber offensichtlich hatte ich genug Kompetenz, einen Sohn wie dich in die Welt zu setzen."

Und ich bin ja nicht allein! Im Reddit-Forum gibt es derzeit eine lange Reihe solcher Geschichten, in denen Eltern und Mitarbeiter von Reddit-Mitgliedern triviale Computerprobleme ungewöhnlich umständlich lösen. Eine Auswahl der besten Geschichten habe ich - halb lachend, halb weinend - auf den nächsten Seiten zusammengestellt. Mögen sie eine Mahnung an die Entwickler zukünftiger Betriebssysteme sein. Und ein Zeichen der Demut für alle Söhne und Töchter, bei denen es abends klingelt: "Du, ich hab da ein Problem mit dem Computer."

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insgesamt 1101 Beiträge
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    Seite 1    
1. Könnte von Lührssen sein!
günterjoachim 03.06.2011
Ein läppischer Artikel, vermutlich alles frei erfunden und zusammenfantasiert, könnte von Hinrich Lührssen verfaßt worden sein. Zettelkopie - lächerlich.
2. dir > file.txt
rblasey 03.06.2011
wie wärs mit "dir > Dateiname" ? komisch, die Lösung habe ich jetzt nicht im Artikel gelesen ...
3. Ich habe kein Problem
jujo 03.06.2011
damit, mir von jüngeren Leuten helfen zu lassen. Ich bin 66, arbeite seit 25 Jahren mit PC, beruflich und privat, bin also routinierter Nutzer. Ich habe aber einfach keine Böcke mich mit einer Materie zu beschäftigen, welche ich nicht durchschaue. Wozu hat/hatte man denn sonst qualifiziertes "Personal"
4. Cache
Diotima1781 03.06.2011
Ich habe mal entsetzt dabei zugesehen, was meine Mutter tat, bevor sie das Fenster ihres Browsers schloss: - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil - klick auf den "Zurück"-Pfeil -... so lange, bis sie wieder bei der allerersten Seite der Sitzung angelangt war. Erst dann schloss sie das Fenster. Auf meine überraschte Frage, was das solle, antwortete sie: "Man hat mir gesagr, dass das Internet langsamer wird, wenn zu viele Seiten im Browser gespeichert werden." Das war ihre Methode, den Cache zu löschen.
5. Warum so kompliziert...
fahrgast07 03.06.2011
Ein wunderschöner Artikel, der den Nagel auf den Kopf trifft. Die Inkompetenzkompensierungskompetenz hat meinen Tag gerettet! Wobei ich diese Kompetenz auch den Microsoft-Progrqammierern wünsche! Gerade die kleinen Hilfsprogramme sind grottig schlecht: - Beispiel Taschenrechner: Man kann bis heute das Zahlenfeld nicht per Copy-Paste übertragen, sondern muss das Ergebnis abtippen. - Beispiel Editor: Der beherrscht bis heute keinen korrekten Zeilenumbruch. Will ich z.B. eine E-Mail dort vorformulieren, muss ich vor dem Copy-Paste erst den fehlerhaften Zeilenumbruch ausschalten. Wenn die Programmierer-Macken schon bei solchen Kleinigkeiten beginnen, kann ich jeden verstehen, der da instinktiv lieber Bildschirme abfotografiert (noch lustiger: Monitor auf den Kopierer!). Immerhin sind die Nutzer den Programmierern intellektuell einiges voraus: Sie lösen das Problem.
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