WikiLeaks-Gründer: Assange beantragt neue Verhandlung

Julian Assange wehrt sich: Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens hat die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers an Schweden für rechtens erklärt, nun beantragt Assange eine neue Verhandlung.

Pro-Assange-Plakat in London: Der WikiLeaks-Gründer wehrt sich gegen seine Auslieferung Zur Großansicht
AFP

Pro-Assange-Plakat in London: Der WikiLeaks-Gründer wehrt sich gegen seine Auslieferung

Am 30. Mai wurde die Entscheidung bekanntgegeben: Das höchste britische Gericht hatte geurteilt, dass der WikiLeaks-Gründer Julian Assange von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden dürfe. Dagegen hat Assange nun Einspruch eingelegt. Assanges Anwälte beantragten beim Obersten Gericht, sich den Fall unter Berücksichtigung weiterer Unterlagen noch einmal vorzunehmen. Das Gericht hatte der Verteidigung bei der Urteilsverkündigung die Möglichkeit eingeräumt, diesen Antrag zu stellen.

Schweden verlangt die Auslieferung Assanges aufgrund von Vorwürfen der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung. Der Spruch des Obersten britischen Gerichtshofs hatte zwei vorinstanzliche Urteile gegen Assange für rechtens erklärt, die Frist zur Einreichung des Antrags auf Neuaufnahme auf zwei Wochen festgelegt.

Grund für den Aufschub: Assanges Verteidigerin, Dinah Rose, hatte eingewandt, dass sich die Urteilsbegründung der Richter an vielen Stellen auf das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen bezieht. Dieses sei bei der Verhandlung bislang aber nicht berücksichtigt worden.

Eine Gerichtssprecherin teilte am gestrigen Dienstag mit, der genaue Termin für die Entscheidung über den nun eingereichten Antrag stehe noch nicht fest. Im Falle einer erneuten Bestätigung der Auslieferungsverfügung bleibt Assange noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte - dieser hätte aber keine aufschiebende Wirkung.

Julian Assange wurde bekannt, als die von ihm gegründete Enthüllungsplattform WikiLeaks Tausende geheimer US-Militärdokumente veröffentlichte, darunter Material über die Kriege im Irak und in Afghanistan. In den Vereinigten Staaten arbeitet eine sogenannte Grand Jury seit mehr als einem Jahr an einer bislang nicht öffentlichen Anklage gegen Assange wegen WikiLeaks-Veröffentlichungen.

Jedoch könnte es für die US-Justiz schwieriger werden, eine Auslieferung Assanges aus Schweden zu erreichen. Schweden liefert nur auf der Grundlage von Straftaten aus, die auch nach schwedischem Recht mit einer Mindeststrafe von einem Jahr belegt werden. Ob der US-Straftatbestand "Verschwörung zum Geheimnisverrat" ein Pendant im schwedischen Strafrecht hat, ist umstritten.

meu, mit Material von Reuters und AFP

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1. Aussage gegen Aussage
brido 13.06.2012
Da am Tatort wahrscheinlich keine Zeugen vorhanden waren, frage ich mich wie der Beweis erbracht wird dass er schuldig ist. Ist etwa eine der Damen schwanger geworden? Lächerlich. Schweden macht sich zum Komplizen der USA.
2. Ich habe immer geglaubt,
gurrungu 13.06.2012
daß Schweden ein unabhängiges Land sei..............
3. Es geht scheinbar
timik 13.06.2012
Zitat von bridoDa am Tatort wahrscheinlich keine Zeugen vorhanden waren, frage ich mich wie der Beweis erbracht wird dass er schuldig ist. Ist etwa eine der Damen schwanger geworden? Lächerlich. Schweden macht sich zum Komplizen der USA.
weder um Beweise noch um Ermittlungen. Emitteln könnten die Schweden auch so incl. Befragung von Herrn Assange zur Sache; sein Aufenthaltsort ist ja bekannt. Wie demokratisch und offen Schweden ist hat sich schon im Fall der Estonia gezeigt. Einfach erschreckend, was für ein Demokratieverständnis manche Staaten haben, Menschenrechte haben da keine Bedeutung!
4.
neu_ab 13.06.2012
Zitat von bridoDa am Tatort wahrscheinlich keine Zeugen vorhanden waren, frage ich mich wie der Beweis erbracht wird dass er schuldig ist. Ist etwa eine der Damen schwanger geworden?
Tja, zwei Damen sagen wohl nicht zufällig dasselbe? Das sind dann zwei Aussagen gegen eine. ---Zitat--- Lächerlich. Schweden macht sich zum Komplizen der USA. ---Zitatende--- Korrekt muß es heissen "Schweden kooperiert mit den USA. Wieso auch nicht? Das Wort "Komplize" wird übrigens nur angewandt bei Kriminellen.
5. einvernehmlich
ecce homo 13.06.2012
Zitat von bridoDa am Tatort wahrscheinlich keine Zeugen vorhanden waren, frage ich mich wie der Beweis erbracht wird dass er schuldig ist. Ist etwa eine der Damen schwanger geworden? Lächerlich. Schweden macht sich zum Komplizen der USA.
Die Aussage der beiden Damen lautete: "Wir hatten einvernehmlichen Sex". Am Tag nach dem Sex, hatte die eine Dame sogar im Internet noch von ihrer Beziehung zu Assange geschwärmt. Nachdem sie aber erfahren hatte, dass er auch Sex mit ihrerer Freundin Sex hatte, hat sie ihn bei der Polizei angezeigt, weil der Sex ohne Kondom stattfand und sie damit nicht einverstanden war. Nun ist es in Schweden so, dass es schon als Vergewaltigung gilt, wenn sich die Frau nach dem Beischlaf nicht ganz wohl gefühlt hat.
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  • Mittwoch, 13.06.2012 – 11:24 Uhr
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Zum Autor
  • Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.