WikiLeaks-Enthüllung CIA soll Partnerbehörden mit Schnüffelsoftware ausgespäht haben

Die CIA hat offenbar auch Partner wie das FBI und die NSA bespitzelt und heimlich biometrische Daten ausgelesen. Das geht aus Geheimdokumenten vor, die WikiLeaks veröffentlicht hat.

CIA-Zentrale in McLean, Virginia
REUTERS

CIA-Zentrale in McLean, Virginia


Nach Informationen von WikiLeaks hat der US-Geheimdienst CIA offenbar seine eigenen Partner mit einem Trick ausgespäht. Laut den geheimen Dokumenten, die am Donnerstag auf der Enthüllungsplattform von Julian Assange veröffentlicht worden sind, hat die CIA heimlich biometrische Daten aus den Systemen von Behörden wie dem FBI, der NSA und dem Ministerium für Heimatschutz ausgelesen. Dazu soll die CIA eine Schnüffelsoftware namens ExpressLane verwendet haben, wird in den auf das Jahr 2009 datierten Dokumenten behauptet.

Dieses Spionagetool haben CIA-Agenten laut WikiLeaks unbemerkt an eine eigene Biometrie-Software angedockt. Die wurde auch anderen Diensten zur Verfügung gestellt, als Gegenleistung lieferten die Behörden bestimmte biometrische Daten an die CIA. Laut WikiLeaks haben CIA-Mitarbeiter die Software aber bewusst angezapft, um unabhängig von der vereinbarten Zusammenarbeit Datensätze auslesen zu können. Biometrische Merkmale, die für Behörden interessant sein könnten, sind zum Beispiel der Fingerabdruck eines Menschen oder sein Gesicht, erfasst über biometrische Passfotos.

Die Spähangriffe der CIA seien als Software-Update getarnt gewesen. Mitarbeiter des Office of Technical Services (OTS), einer Unterabteilung der CIA, seien unter dem Vorwand, das Programm zu aktualisieren, zu den Stützpunkten der Partner gereist. Bei dieser Gelegenheit haben die CIA-Agenten laut WikiLeaks vor Ort das Schnüffelprogramm ExpressLane heimlich gestartet.

Versteckt hinter einem Installations-Fenster

Dabei seien biometrische Datensätze ausgelesen worden, ohne dass die Partnerbehörden irgendwas davon mitbekommen hätten. Das sei deswegen unbemerkt geblieben, weil ein Installationsfenster für das Update der Biometrie-Software die Vorgänge im Hintergrund überdeckt habe.

Für den Fall, dass ein Partner das Update ablehnte, gab es offenbar eine Notlösung: Mit einem versteckten Befehl konnte die Software nach einem bestimmten Zeitraum komplett lahmgelegt werden. Dann ließ sich die Biometrie-Software nur noch starten, wenn ein CIA-Mitarbeiter hinzugerufen wurde.

Mit den geheimen Dokumenten erweitert WikiLeaks die Sammlung der "Vault 7"-Veröffentlichungen, die seit Anfang des Jahres immer wieder im Netz auftauchen. In den Unterlagen geht es vor allem um mutmaßliche Spionage-Praktiken der CIA. Im März waren bereits knapp 9.000 Dokumente veröffentlicht worden, die einen Überblick über die Cyberwaffen des Geheimdiensts lieferten.

jbr



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
fabiofabio, 25.08.2017
1. Welch' Überraschung!
Hätte ich nie gedacht, dass die das machen...sie haben doch gesagt, sie würden das nicht tun. Und überhaupt: Die Russen waren es! Keine Diskussion! Ironie off
flaviussilva 25.08.2017
2. Zusammengefaßt,
ein Geheimdienst wurde bei seiner Arbeit erwischt, so what. Ich hoffe doch mal schwer das unser Geheimdienst sich um vergleichbares bemüht, wenn nicht gehört der Chef wegen Unfähigkeit gefeuert !
taglöhner 25.08.2017
3.
Zitat von fabiofabioHätte ich nie gedacht, dass die das machen...sie haben doch gesagt, sie würden das nicht tun. Und überhaupt: Die Russen waren es! Keine Diskussion! Ironie off
Dümmlich!
rubberducki 25.08.2017
4. Whow ...
Eine richtig gute Idee ... so etwas vom Kopfkino zur Einsatzreife bringen, könnte richtig Freude machen. Ein Katz- und Maus-Spiel auf höchstem Niveau inmitten eines Labyrinths. Mir gefällt das ... sehr sogar!
gandhiforever 25.08.2017
5. Logisch
Schlapphuete misstrauen jedem, also auch anderen Schlapphueten. Die CIA wollte doch nur sicher gehen, dass die Partnerbehoerden , so wie es sich fuer anstaendige Partner gehoert, auch alle wesentlichen Informationen teilen.
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