Netzwelt-Ticker: Windows 8 kommt zu dritt

Von Richard Meusers

Drei Windows-8-Varianten, bei strenger Zählung sogar fünf, werden demnächst auf den Markt kommen. Außerdem: Schon wieder Gerüchte um ein Mini-iPad, und der Bundesdatenschützer bestätigt die Löschung sämtlicher Elena-Daten.

Windows 8: Weder Fisch noch Fleisch Fotos

Seit gestern ist es amtlich: Microsofts kommendes Betriebssystem wird auch offiziell den Produktnamen "Windows 8" tragen. Im hauseigenen Blog teilte der Konzern mit, die Software werde in drei verschiedenen Versionen vertrieben, Windows 8, Windows 8 Pro und Windows 8 RT. Otto Normalnutzer sollte mit der Standardausgabe hinlänglich bedient sein, sie ist für PC und Tablet-Rechner auf Basis der x86-Prozessortechnik ausgelegt. Die Pro-Variante hingegen richtet sich mehr an Hardcore-User und Geschäftskunden, die Wert auf zusätzliche Ausstattung und Verschlüsselungstechnologien legen. Windows 8 RT wurde für den Einsatz vor allem in modernen Tablets konzipiert, bei denen ARM-Prozessoren unter der flachen Haube arbeiten. Die RT-Version soll nur vorinstalliert zu haben sein. Für den Anwender kommt sie mit einem Touchscreen-optimierten Paket von Büroanwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und OneNote daher. "Neowin" merkt an, eigentlich könne man sogar von fünf verschiedenen Versionen des Betriebssystems reden. Zumindest dann, wenn eine erweiterte Fassung für Unternehmen namens "Windows 8 Enterprise" und eine auf den chinesischen Markt abgestimmte Ausgabe dazugerechnet werden.

IPad mini soll angeblich im Herbst kommen

Neues aus der Apple-Gerüchteküche: Kaum ist das neueste iPad in den Verkauf gegangen, da machen Berichte über ein geplantes Mini-Tablet mit 7,86 Zoll Bilddiagonale und einem Preis von 250 Dollar die Runde. Angeblich seien die Apple-Zulieferer Foxconn und Pegatron schon dabei, eine Bestellung von sechs Millionen Stück abzuarbeiten, so eine Meldung aus China. Schon im März berichtete die "Korea Times", Apples Bildschirmlieferant Samsung habe eine Bestellung über 7,86-Zoll-Touchscreens erhalten. Inwieweit diese gewöhnlich aus dem asiatischen Raum stammenden Vermutungen Hand und Fuß haben, ist derzeit schwer festzustellen. Dagegen spricht die harsche Abfuhr, die Apple-Chef Steve Jobs zu Lebzeiten allen Plänen für Klein-Tablets erteilte. Derartige Projekte seien "Tweener" (betweener), für Tablets zu klein, für Smartphones zu groß und schlichtweg "Totgeburten", hatte Jobs etwa im Oktober 2010 erklärt. Vielleicht aber ist das Ganze auch nichts weiter als eine Spielerei im Rahmen einer Designstudie.

Google Drive wird nächste Woche veröffentlicht

Noch eine Neuerscheinung, diesmal vom Werberiesen Google. Die soll Mitte der kommenden Woche unter drive.google.com mit einem Online-Speicherangebot von fünf Gigabyte für jeden Nutzer zur Verfügung stehen. Das Angebot wird gratis sein, so hoffe Google, der Konkurrenz von Dropbox das Wasser abgraben zu können, vermutet "TheNextWeb". Selbst wenn für zusätzlichen Speicherplatz bezahlt werden müsse, steche diese Offerte Dropbox' zwei Gigabyte aus (dort allerdings kann man seinen Speicherplatz durch gezielte Mitgliederwerbung ebenfalls kostenlos erweitern). Wie Google Drive genau arbeiten werde, scheine noch ein wenig rätselhaft. Entgegen der ursprünglichen Annahme einer Bevorzugung von Windows und gewissen Problemen bei einer Mac-Integration soll Google Drive nun in Desktop-Ordnern sowohl auf Mac-, als auch auf Windows-Rechnern laufen.

Auch das noch:

  • Laut Bundesdatenschützer sind sämtliche Elena-Daten gelöscht. Das elektronische Entgeltnachweis-Projekt ist zwar schon seit Dezember 2011 mausetot, aber da waren immer noch die Daten von über 35 Millionen Arbeitnehmern. Noch im letzten Jahr wurden die Zugangsschlüssel vernichtet, nun folgte die endgültige Komplettlöschung des Materials, wie Bundesdatenschützer Peter Schaar am Montag bestätigte. Das wird all jene beruhigen, die ohnehin wenig Vertrauen in die sichere Aufbewahrung persönlicher Informationen in Behördendatenbanken haben.
  • Schon mehr als 100.000 Bild-Verweigerer. Am 23. Juni will die Bild-Zeitung aus Anlass ihres 60. Geburtstages allen deutschen Haushalten eine Gratisausgabe in die Zeitungsröhre stecken. Selbst Werbeverweigerer sollen das Blatt erhalten. Dem kann allerdings jeder, der das nicht will, widersprechen. Ein Brief oder eine E-Mail an den Verlag reichen aus. Der entsprechenden Online-Kampagne hatten sich bis zum Dienstagvormittag bereits weit über 100.000 Mitzeichner angeschlossen.
  • Googlemail darf nun auch in Deutschland Gmail heißen. Markenrechtliches Hickhack verhinderte bislang, dass Google für seinen E-Maildienst hierzulande den weltweit genutzten Namen "Gmail" nutzen durfte. Der gehörte nämlich bislang einem Hamburger Geschäftsmann. Nun wechselte die Domain in den Besitz des Suchmaschinenbetreibers, die Marke wurde dem Unternehmen beim Deutschen Patent- und Markenamt übertragen.
  • Pulitzer-Preis für "Huffington Post" & "Politico". Auch dieses Jahr erhält ein elektronisches Medium wieder den begehrten amerikanischen Medienpreis, und erstmals ein Blog. Für eine Berichtserie über die Lage von kriegsverletzten Veteranen in den USA erhielt HuffPo-Autor David Wood die Ehrung. Das Online-Magazin "Politico" erschien der Pulitzer-Jury ebenfalls preiswürdig, hier wurde der Karikaturist Matt Wuerker ausgezeichnet.
  • Interaktive Zensur-Weltkarte zeigt die Offenheit des Internets. Wo geht es frei zu, wo droht der Knebel? Eine Weltkarte der Zensur im britischen "Guardian" bietet Orientierung.
  • Laut den Marktforschen von Nielsen mussten im umkämpften Werbemarkt Druckerzeugnisse Federn lassen. Im ersten Quartal 2012 fielen die Reklameumsätze bei Publikumszeitschriften um 3,7 Prozent, bei Zeitungen um 3,8 Prozent. Dagegen verbesserten sich die Zahlen bei Internet-Werbung um satte 14,6 Prozent.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Bauklötze staunen...
hyperx 17.04.2012
...wird man bei diesem "Bauklötze-Design" von Windows 8 nicht. Absolut unterirdisch und unübersichtlich. Damit wird Microsoft Marktanteile verlieren.
2. einlassen
jdowland 23.04.2012
Zitat von hyperx...wird man bei diesem "Bauklötze-Design" von Windows 8 nicht. Absolut unterirdisch und unübersichtlich. Damit wird Microsoft Marktanteile verlieren.
Wenn man sich einfach mal auf die Überlegung einlässt, dass die Metro-Oberfläche im Grunde nichts weiter als die konsequente Weiterentwickung der mit Windows 7 eingeführen Taskbar (auch Superbar genannt) ist, wird das Konzept klar. Ich habe mir die CP mal genau angeschaut und ich finde alles und schnell. Wenn man natürlich immer nur noch den Desktop sucht, dann ist man sicher schnell frustriert. Aber der Desktop: Was ist er eigentlich? Eine leere Oberfläche. Ein Tisch ist physikalisch da, ja. Er soll Bücher oder Sonstiges auf eine angenehme Höhe bringen, ansonsten nutze ich ihn, um Dinge darauf zu erledigen. So eben auch Metro. Der Desktop wird irgendwann aussterben. Abgesehen; was sind die Alternativen, wenn es dabei bleibt, dass wir einen Computer und ein Tablet haben wollen: Im Moment sieht es so aus: Apple macht einen goldenen Käfig, alles schick und schnell und wenige Fehler. Android wird nicht gepflegt oder erst nachdem man sich schon wieder für ein neueres Modell entscheidet. Damit ist Android für mich nach anfänglicher Begeisterung uninteressant. Im Moment sehe ich nur Metro als Alternative, um gleichermaßen Tablets und Computer zu bedienen. Nur wenn MS den selben Weg des goldenen Käfigs geht, dann gehts auch bei MS den Weg.
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