China: Windows-Rechner mit vorinstallierter Malware

In China laufen Käufer Gefahr, werksneue Computer mit gefälschten Windows-Versionen und vorinstallierter Malware zu erhalten. Microsofts "Digital Crimes"-Abteilung hat mehrere Fälle aufgedeckt - und stolperte dabei über ein Botnet.

Microsoft-Chef Steve Ballmer (Archivbild): Rechner mit vorinstallierter MalwareZur Großansicht
Getty Images

Microsoft-Chef Steve Ballmer (Archivbild): Rechner mit vorinstallierter Malware

Microsofts Verbrechensbekämpfer vermelden einen weiteren Erfolg: Anfang der Woche hat ein Gericht dem US-Konzern gestattet, eine chinesische Domain zu beschlagnahmen, von der aus ein weltweites, offenbar aufstrebendes Botnet geführt wurde.

Die Entdeckung passierte eher zufällig: Im Rahmen einer Untersuchung von Windows-Piraterie hatten Microsoft-Angestellte in China vergangenes Jahr 20 Computer von verschiedenen Händlern gekauft. Auf allen Rechnern fanden sie gefälschte Windows-Versionen, auf vier war Malware installiert - eine davon bereits aktiv.

Ein Virus namens Nitol wartete in diesem Fall auf der Festplatte: "Sobald wir den Computer hochfuhren, hat er ohne unser Zutun versucht, sich via Internet mit einem anderen Rechner zu verbinden", zitiert die Nachrichtenagentur AP einen Manager aus Microsofts "Digital Crimes"-Abteilung. Nitol könne Hintertüren für Kriminelle schaffen und auf Bankkonten zugreifen. Die Malware vervielfältige sich sofort, wenn man einen USB-Stick an den Rechner anschließt, heißt es in den Berichten. Infizierte Computern wurden bereits in China, den USA, Russland, Australien und in Deutschland gefunden.

Schließlich führten die Funde auf den 20 gekauften Rechnern die Forscher zu einem Botnet, das aus mehr als 500 verschiedene Typen Malware bestehen soll. Darunter auch Schadsoftware, die unter anderem Mikrofon und Kamera aktivieren kann und einen Computer damit zu einer Rundum-Spionage-Maschine machen würde. Verbreitet wurde die Malware offenbar über eine in China registrierte Domain. Microsoft hat dieses Botnet bis zu Servern auf den Caymaninseln verfolgt.

Öffentlich wurden die Entdeckungen im Rahmen einer Klage, die Microsoft gegen den Betreiber der Domain, 322.org, auf den Weg gebracht hat.

Microsoft warnt vor unsicheren Rechnern in China

Der aktuelle Fall offenbart, dass neben den zahlreichen Wegen, auf denen Malware inzwischen auf unsere Rechner gelangen kann, nicht einmal brandneue Ware sicher ist, gerade in weniger regulierten Märkten wie China. Was diese Erkenntnis so schwerwiegend macht, beschreibt Richard Domingues Boscovich im Firmenblog: Woher solle man wissen, ob man einen sicheren Computer kauft, fragt er. Die Malware habe an jedem Punkt vom Werk bis zum Käufer auf die Rechner gelangen können.

Microsoft versucht, den steigenden Risiken durch digitale Attacken seit Jahren mit einer eigenen Abteilung entgegen zu treten. Die geht gegen kriminelle Hacks vor und hat bereits dazu beigetragen, mehrere Botnets auszuheben. Auch in den Fällen, zum Beispiel bei der Abschaltung des Zeus-Botnets, hatte der Konzern nach eigenen Untersuchungen per Gerichtsbeschluss Domains beschlagnahmt.

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insgesamt 9 Beiträge
chinataxi 14.09.2012
ist da itunes mit drauf?
Zitat von sysopIn China laufen Käufer Gefahr, werksneue Computer mit gefälschten Windows-Versionen und vorinstallierter Malware zu erhalten. Microsofts "Digital Crimes"-Abteilung hat mehrere Fälle aufgedeckt - und stolperte dabei über ein Botnet. Windows-Rechner mit vorinstallierter Malware - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,855769,00.html)
ist da itunes mit drauf?
cor 14.09.2012
der Witz kommt flach.
Zitat von chinataxiist da itunes mit drauf?
der Witz kommt flach.
schweineigel 14.09.2012
Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass die Intelligenz von Malware aus Platzgründen immer niedrig sein muss. Aber ich glaube ich habe das falsch eingeschätzt. Die Systeme werden ja auch immer größer, und auch eine [...]
Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass die Intelligenz von Malware aus Platzgründen immer niedrig sein muss. Aber ich glaube ich habe das falsch eingeschätzt. Die Systeme werden ja auch immer größer, und auch eine Malware von einigen Megabytes fällt bei den heutigen Rechnergrößen kaum auf. Auf eine Diskette passt so was natürlich nicht mehr. Aber schließlich werden jetzt USB-Sticks, schnelles Internet und riesige Festplatten verwendet. Da können sich schon echte Monster rumtreiben! Moderne Zeiten.
Nonvaio01 14.09.2012
muss man schon sagen, die PC's gleich mit Malware ausliefern ist schon nicht schlecht gedacht. Ich kaufe mir meine Windows version immer selber und spiele die auch selber auf, auf den OEM kram ala HP oder DEll habe ich keine [...]
muss man schon sagen, die PC's gleich mit Malware ausliefern ist schon nicht schlecht gedacht. Ich kaufe mir meine Windows version immer selber und spiele die auch selber auf, auf den OEM kram ala HP oder DEll habe ich keine lust die machen den PC nur lahm.
wunderding 14.09.2012
---Zitat--- Windows-Rechner mit vorinstallierter Malware ---Zitatende--- Ist Ihnen entgangen, dass die Überschrift als solche schon eine Tautologie darstellt? ;-)
---Zitat--- Windows-Rechner mit vorinstallierter Malware ---Zitatende--- Ist Ihnen entgangen, dass die Überschrift als solche schon eine Tautologie darstellt? ;-)
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  • Freitag, 14.09.2012 – 11:15 Uhr
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  • Kommentieren | 9 Kommentare
Zur Autorin
  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

Armeen von Computer-Zombies
AFP
Ein Botnet ist ein Verbund gekaperter Rechner, die zur Durchführung verschiedener Aufgaben ferngesteuert werden - beispielsweise für den Versand von Spam-Mails oder einen Massenansturm, der Webserver lahmlegt. Die Dienste einer solchen Zombie-Armee werden zum Teil gegen Gebühr angeboten. Mehr über Botnets auf unserer Themenseite.
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