Onlinekriminalität zur Fußball-WM Diese vier Betrugsmaschen sollten Sie kennen

Bald sind viele Deutsche wieder im WM-Fieber - das freut auch Kriminelle. Sie werden wohl auch dieses Jahr wieder versuchen, mit verschiedenen Maschen an die Daten oder das Geld naiver Fußballfans zu kommen.

Laptop mit Fußball-Stream
Getty Images / Johner RF

Laptop mit Fußball-Stream


Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft rufen auch Betrüger auf den Plan. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt daher vor möglichen Online-Gaunereien mit Gewinnspielen, angeblichen Ticketverkäufen und schädlicher Software.

Hier sind vier Maschen, die Sie kennen sollten:

  • Gefälschte Gewinnspiele: Bei Online-Gewinnspielen rund um die WM sollte man allgemein skeptisch sein. Nach Erfahrung des LKA Niedersachsen machen Betrüger - gern auch im Namen bekannter Marken wie Amazon, Lidl oder MediaMarkt - mit vermeintlichen Verlosung gezielt Jagd auf Adressen. Wirklich zu gewinnen gibt es nichts, dafür hinterher reichlich Spam. Im Zweifel sollten Interessenten zunächst bei der vermeintlichen Quelle nachfragen oder auf den Internetseiten der Unternehmen nachsehen, ob bereits vor betrügerischen Gewinnspielen gewarnt wird.

    Doch auch Angebote ohne große Namen können großer Quatsch sein: 2016 zur EM etwa machte ein Facebook-Account namens "EM News" mit der Behauptung auf sich aufmerksam, dass er Trikots von unter anderem Bastian Schweinsteiger verschenke. "Ein Fake-Gewinnspiel", warnte die Aufklärwebsite "Mimikama" damals und wies auch noch einmal darauf hin, dass sich gefälschte Gewinnspiele oft anhand von Hinweisen wie einem fehlenden Impressum entlarven lassen.

    Außerdem ermahnte "Mimikama" potenzielle Interessenten solch dubioser Verlosungen: "Es kostet Dich Deinen Namen, wenn Du an schmierigen Gewinnspielen teilnimmst, bei denen Du in Deinem Inneren eigentlich weißt, dass sie Mist sind, aber Dein Verlangen so groß ist, dass Du am Ende doch klickst."

  • Dubiose Ticketshops: Vorsicht gilt auch bei vermeintlichen Ticket-Schnäppchen. Der Verkauf der WM-Eintrittskarten ist streng reglementiert und nur an offizieller Stelle möglich. Andere Angebote könnten illegal oder betrügerisch sein: Im schlimmsten Fall bekommen Käufer zum Beispiel trotz einer Online-Zahlung überhaupt gar keine Tickets oder lediglich Dokumente, mit denen Sie letztlich gar nicht ins Stadion kommen. Zur WM 2014 zum Beispiel warnte die Fifa selbst vor "sehr gut gefälschten", aber unterm Strich eben doch gefälschten Eintrittskarten. Die offizielle Ticket-Seite der Fifa erreichen Sie über diesen Link.

  • Versteckte Schadsoftware: Zur WM 2014 versteckten Kriminelle eine schädliche Software in einem Spielplan, den Fußballfans herunterladen konnten. Landet derartiger Code auf dem eigenen Rechner, kann er den Computer schädigen oder schlimmstenfalls den ganzen Arbeitsplatz lahmlegen. Das LKA Niedersachsen rät deshalb zur erhöhten Wachsamkeit bei Downloads und beim Öffnen von E-Mail-Anhängen. Wenn Ihnen also zum Beispiel jemand Unbekanntes per Mail WM-Tickets anbietet, löschen Sie die Nachricht lieber sofort. Und klicken Sie auch nicht auf Links, die zu Angeboten führen sollen, die viel zu gut klingen.

  • Unseriöse Streaming-Dienste: Was bei Downloads gilt, betrifft auch das Streaming von Fußball-Spielen - nicht auf jedes Online-Angebot sollte man einfach so eingeben. Wollen Fans die Spiele der WM am Computer oder Smartphone live sehen wollen, sollten sie daher auf die offiziellen Webseiten von Fernsehsendern und deren Mediatheken setzen. Nutzen Fans für einen Stream einen dubiosen Anbieter, birgt das die Gefahr, dass am Ende zum Beispiel über manipulierte Werbeanzeigen ungewollt schädliche Software auf dem eigenen Rechner landet.

mbö/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Stäffelesrutscher 01.06.2018
1.
Nur gut, dass die Bildchen nicht online vertrieben werden, sonst würde Panini in dieser Aufzählung auch noch auftauchen ...
frenchie3 02.06.2018
2. Ich wollte es einmal wissen,
einfach weil mir mal langweilig war. E-Mail von "Lidl" (Frankreich) für einen Einkaufsgutschein wenn ...... Also erst mal trotzdem beim echten Lidl nachgesehen, klar daß daß das Fake war. Lidl darauf hingewiesen daß da in deren Namen ein Phishing läuft. Und später noch mal. Erfolg: großzügig aufgerundet null. Gleiches Spiel mit Amazon und Free. Na ja, ich würde meine Kunden drauf hinweisen, das vermittelt doch daß man sich um das Wohl seiner Kunden kümmert. Selbst wenn sich der Verantwortliche denkt daß Idioten die darauf reinfallen es nicht besser verdienen
christof.schroeter 10.06.2018
3.
Zitat von frenchie3einfach weil mir mal langweilig war. E-Mail von "Lidl" (Frankreich) für einen Einkaufsgutschein wenn ...... Also erst mal trotzdem beim echten Lidl nachgesehen, klar daß daß das Fake war. Lidl darauf hingewiesen daß da in deren Namen ein Phishing läuft. Und später noch mal. Erfolg: großzügig aufgerundet null. Gleiches Spiel mit Amazon und Free. Na ja, ich würde meine Kunden drauf hinweisen, das vermittelt doch daß man sich um das Wohl seiner Kunden kümmert. Selbst wenn sich der Verantwortliche denkt daß Idioten die darauf reinfallen es nicht besser verdienen
Welche konkrete Reaktion hätten Sie von Lidl erwartet? Wie würden Sie welche Kunden ansprechen (eingedenk der Tatsache, dass die von dieser Kampagne erreichten nicht zwingend irgendeinen Bezug zu Lidl haben)?
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