WM-Mythen: Drei Lehmann-Spickzettel bei Ebay

Jens Lehmann hielt zwei Elfer der Argentinier und sicherte dem deutschen Team so den Einzug ins Halbfinale. Jener ominöse Spickzettel, den er mehrfach konsultierte, wird nun im Internet versteigert - und zwar gleich in drei Ausführungen.

Was haben sich Ebay-Nutzer schon alles einfallen lassen, um mit absurden Artikeln aufzufallen und damit möglichst auch noch viel Geld zu verdienen. Unter den Hammer kamen Marien-Erscheinungen auf Toastscheiben (Maximalgebot 28.000 Dollar), ein Kaugummi von Jens Lehmann, den dieser angeblich beim WM-Auftaktspiels gegen Costa Rica ausgespuckt haben soll (brachte mehrere hundert Euro) oder der Golf, den der jetzige Papst Benedikt XVI. einst fuhr (Erlös 188.000 Euro).

Angeblicher Lehmann-Spicker: Cruz lange stehen bleiben

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Jetzt ist der angebliche Spickzettel von Nationaltorwart Jens Lehmann bei Ebay aufgetaucht - und zwar in drei verschiedenen Versionen. Dabei ist das Stück Papier nach Angaben von DFB-Sprecher Harald Stenger nach wie vor in Lehmanns Besitz.

Auf dem Zettel hatten Chefscout Urs Siegenthaler und Torwarttrainer Andreas Köpke vor dem Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen Argentinien die Eigenheiten aller argentinischen Schützen notiert. Lehmann war bei allen vier Elfmetern in die richtige Ecke gehechtet und hatte zwei pariert.

Am Montagnachmittag hatte ein angeblicher Original-Zettel schon 14 Gebote: Auf dem dazu gestellten Bild, das offensichtlich aus der "Bild am Sonntag" stammt, waren unter dem Logo "Schlosshotel Grunewald" Empfehlungen für die argentinischen Spieler Cruz, Ayala, Rodriguez und Cambiasso zu lesen. Für die beiden anderen Angebote interessiert sich hingegen offenkundig niemand - dort gab es noch keine Gebote.

Um Zweifel an der Echtheit des Spickzettels auszuräumen, behauptet einer der drei Versteigerer, der Zettel sei in einem Mülleimer entdeckt worden. Putzkolonnen hätten am Samstagvormittag begonnen, das Stadion aufzuräumen. "Ein guter Freund" habe auch daran teilgenommen und den Bereich der Mannschaftskabinen sowie den Zugang zum Spielfeld saubergemacht. Dabei habe dieser den kuriosen Zettel mit den Anweisungen an Jens Lehmann gefunden.

Am Abend hatte jedoch einer der Anbieter seinen Spickzettel zurückgezogen. Er bedauere seinen Scherz, erklärte er in einem Anruf bei SPIEGEL ONLINE.

Ergänzung: Mehrere Leser haben uns darauf hingewiesen, dass die Abbildung eines bei Ebay angebotenen angeblichen Lehmann-Spickzettels offenbar der "Bild am Sonntag" entnommen wurde. Die Zeitung hatte den Spickzettel "nachempfunden", nachdem Torwarttrainer Köpke verraten haben soll, was auf dem wirklichen Zettel gestanden hat. Hier der direkte Link.

hda/AP

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