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Wo der Papst irrt Offliner sind einsamer

Benedikt XVI.: Ambivalentes Verhältnis zum NetzZur Großansicht
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Benedikt XVI.: Ambivalentes Verhältnis zum Netz

2. Teil: Wer "on" ist, ist auch sozial, kulturell, politisch aktiver

Die Ergebnisse wiesen durchweg auf einen positiven Effekt des DSL-Anschlusses - also der intensiveren Internetnutzung - auf soziale Kontakte und gesellschaftliches Engagement hin. "In keinem einzigen Fall der zahlreichen untersuchten Aspekte des Sozialverhaltens finden sich Belege für negative Effekte eines Internetzugangs", erläutert Bauernschuster.

Die neuen Befunde belegten erstmals, dass das Internet das sogenannte Sozialkapital zumindest nicht zerstört, sondern sogar eher fördert: Statt Tätigkeiten zu verdrängen, bei denen die Möglichkeit zu persönlichen Kontakten zwischen Menschen im Mittelpunkt steht, erhöht es der Studie zufolge das gesellschaftliche Engagement und die sozialen Kontakte. Das Internet stelle ja auch vielfältige Informationen über soziale Veranstaltungen und gesellschaftliches Engagement zur Verfügung und erleichtere so die Kommunikation. "Das Internet verbindet Menschen und macht aus ihnen im Durchschnitt kontaktfreudigere, sozial und politisch engagiertere Menschen", fasst Falck zusammen.

Kommunikation und Information fördern Aktivität

Tatsächlich spielen Internet-Kommunikationsstrukturen beispielsweise bei der Entstehung und Koordination bürgerlichen Engagements im politischen Raum seit Jahren eine nicht zu unterschätzende Rolle: Man denke nur an den vor allem aus dem Web heraus kommunizierten Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung oder die sogenannten Kinderpornografie-Sperrlisten, bei denen diese Web-Bürgerbewegung binnen weniger Wochen in die bisher größte Petition an den Bundestag mündete. Die Protestkultur von Attac bis hin zu Stuttgart 21 stützt sich seit mehr als einem Jahrzehnt ganz selbstverständlich auf Web und Handys.

Doch das ist nur eine Facette. Signifikant an der ifo-Studie sind vor allem zwei Dinge: Web-Nutzung hat keinen negativen Einfluss auf sogenannte Face-to-Face-, also persönliche Sozialkontakte (außer mit Verwandten: Web-Nutzer haben weniger Verwandtschafts-, aber mehr Bekanntschaftskontakte). Und: Der Vergleich zwischen DSL- und Nicht-DSL-Land zeigt, dass Onliner aushäusig aktiver sind und über einen deutlich größeren Kreis nichttiefgehender Sozialkontakte verfügen (landläufig: "Bekannte"), ohne aber über eingeschränkte tiefgehende Sozialkontakte klagen zu müssen (landläufig: "Freunde").

Platt gesagt kennen Onliner also mehr Menschen und pflegen Kommunikation mit ihnen - das Web fördert somit die Vernetzung der Gesellschaft. Natürlich gibt es messbare Vereinsamungstendenzen, wenn man diese anhand pathologischer Fälle studiert: Online- oder Spielesüchtige etwa, deren Isolation mit oft exzessiver Web-Nutzung korreliert. Doch wo ist hier die Henne, wo das Ei?

"Unsere Ergebnisse", schreiben Bauernschuster, Falck und Wößmann abschließend, "legen nahe, dass das Internet tatsächlich einen ursächlichen positiven Effekt auf das Sozialkapital der Menschen hat und sie im Durchschnitt nicht zu kontaktarmen Sonderlingen macht."

Wer es nicht nutzt, erlebt seine positiven Effekte auch nicht. Offliner, könnte man da behaupten, sind also einsamer.


Die Studie von Bauerschuster, S., Falck, O., Woessmann, L., "Schadet Internetnutzung dem Sozialkapital?" steht inzwischen zum Download bereit (PDF)

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insgesamt 247 Beiträge
markus_wienken 15.11.2010
Warum muss die kath. Kirche/Papst auch zu allen Tehmen von denen Sie keine Ahnung hat ihren Senf dazugeben?
Warum muss die kath. Kirche/Papst auch zu allen Tehmen von denen Sie keine Ahnung hat ihren Senf dazugeben?
gonzago.mabuse 15.11.2010
Tja, masturbieren macht blind, Sex darf keine Spass machen, Kondome lassen AIDs Viren durch, die Erde ist flach, die Priesterschaft ist kein Auffangbecken für Pädophile... Und das Internet ist des Toifels. Seine Heiligkeit hat [...]
Tja, masturbieren macht blind, Sex darf keine Spass machen, Kondome lassen AIDs Viren durch, die Erde ist flach, die Priesterschaft ist kein Auffangbecken für Pädophile... Und das Internet ist des Toifels. Seine Heiligkeit hat gesprochen, und dank seiner Unfehlbarkeit wieder mal die Weisheit der Kirche über die armen Sterblichen ausgebreitet. Und wie so häufig: je weniger Ahnung die Kirche von einem Thema hat, desto mehr hat sie dazu zu sagen. Wann gibt die Kirche endlich alles zurück was sie im Mittelalter gestohlen und erpresst hat?
Bokurano 15.11.2010
Man könnte auch daraus ableiten, dass die Politik und so genau deswegen gegen das Internet arbeitet, zumindest wenn es nicht genau ihrer Vorstellung entspricht. Man kann sich wesentlich besser mit gleichgesinnten vernetzen, eine [...]
Man könnte auch daraus ableiten, dass die Politik und so genau deswegen gegen das Internet arbeitet, zumindest wenn es nicht genau ihrer Vorstellung entspricht. Man kann sich wesentlich besser mit gleichgesinnten vernetzen, eine breitere Informationsmenge erhalten etc. Man ist nicht mehr auf die Meinung einiger weniger Fernsehsender oder Zeitungen u.ä. angewiesen. Dadurch werden viele Proteste im heutigen Ausmaß vielleicht gar nicht möglich. Genau deswegen wird in vielen Ländern schon das Internet zensiert und viele wollen das jetzt auch. Was ist für die Politik und die Wirtschaft gefährlicher als ein informierter, politisch aktiver, gut vernetzter Bürger?
jenzy 15.11.2010
wie kommt der bursche nur auf solche gedanken? göttliche eingebung? diesmal leider falscher input....
wie kommt der bursche nur auf solche gedanken? göttliche eingebung? diesmal leider falscher input....
amerlogk 15.11.2010
Ich stolperte letztens über Martin Luthers Betrachtung des Papsttums in der er belegt das dieser der Anti-Christ sei. Öhmm, war schon verständlich wie der gute Luther da drauf kam. Was ich Bedenklich finde... Journalisten [...]
Ich stolperte letztens über Martin Luthers Betrachtung des Papsttums in der er belegt das dieser der Anti-Christ sei. Öhmm, war schon verständlich wie der gute Luther da drauf kam. Was ich Bedenklich finde... Journalisten erzählen immer es gäbe keine Zeit für investigative Artikel. Wie entsteht dann sowas hier bitte? Die journalistische Relevanz der Beurteilung eines Kirchenführers zu einem technischen Werkzeug das etabliert ist... Null? Ich bezweifel sogar das es für einen nicht-fundamentalistischen Katholiken Relevanz hat. Und bitte wenn schon zur Ausgewogenheit eine Fatwa zum Internet und was von einem bedeutenden buddhistischen Theologen. Damit Atheisten wie ich auf Stand sind wer Rückständiger ist als Relegion.
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