Das Spielemagazin "Edge" berichtet unter Berufung auf Insider, Microsofts neue Spielkonsole, derzeit oft Xbox 720 genannt, erfordere auch beim Spielen eine dauerhafte Internetverbindung. Die Konsole wird Gerüchten zufolge möglicherweise im Herbst diesen Jahres auf den Markt kommen. Auch Sony wird 2013 aller Wahrscheinlichkeit nach eine neue Spielkonsole als Nachfolgerin der Playstation 3 vorstellen.
Zwar sollten Xbox-Spiele auch weiterhin auf physikalischen Datenträgern verkauft werden, auf Blu-Ray-Discs mit einer Kapazität von 50 Gigabyte. Allerdings sei vor dem Spielen eine Online-Aktivierung zwingend erforderlich, so der Bericht. Mit diesen Einschränkungen solle offenbar der Markt für Gebrauchtspiele trockengelegt werden, heißt es bei "Edge".
Damit täte Microsoft den Spieleherstellern einen Gefallen, denn die verdienen nur am Erstverkauf ihrer Produkte. Werden die Spiele weiterverkauft, sehen die Macher davon keinen Cent. Bei Händlern wie der Kette GameStop, die unter anderem mit Gebrauchtspielen handelt, dürfte das Gerücht jedoch für wenig Freude sorgen.
Manche Beobachter zweifeln am Wahrheitsgehalt der Gerüchte. Eine derartige Verkaufspolitik würde in einem Desaster enden, merkt das Technologieportal Neowin an. Für Xbox-Nutzer würden die neuen Regeln bedeuten, dass sie in Gegenden ohne Internetzugang keine Spiele spielen könnten. Das gelte selbst dann, wenn die Online-Verbindung nur kurzfristig nicht zur Verfügung stehe. Ebenso fraglich sei es, ob Microsoft es sich wirklich mit seinen Handelspartnern verderben wolle.
Die Branche hat bereits Erfahrungen mit solchen Restriktionen: Der Spielehersteller Ubisoft zwang seine Kunden ebenfalls jahrelang online zu sein, um spielen zu können, selbst im Single-Player-Modus. Doch im September 2012 gab das Unternehmen diese Einschränkung nach negativen Kundenreaktionen wieder auf. Es sei nur noch eine einmalige Online-Aktivierung erforderlich, hieß es, danach könnte auch offline gespielt werden. Im aktuellen Fall der neuen Xbox könnte es ähnlich laufen. Denn auf Dauer würden sich Gerüchte um einen Online-Zwang negativ auf mögliche Verkaufszahlen auswirken, so Neowin.
Schon jetzt hat das Gerede konkrete Folgen: Wie "Forbes" berichtete, sind die an der New Yorker Börse gehandelten GameStop-Aktien unmittelbar nach Erscheinen des "Edge"-Berichts deutlich gefallen - zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent . Wie wichtig der Handel mit Gebrauchtspielen für die Einzelhandelskette ist, offenbart der letzte Quartalsbericht vom Oktober 2012: Demzufolge erzielte GameStop 28 Prozent seiner Umsätze und 48 Prozent der Gewinne vor Steuern mit Gebrauchtgütern.
meu
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