Neue Microsoft-Konsole: Gerüchte über Online-Zwang für die Xbox 720

Nicht nur zur Aktivierung, auch zum Spielen soll bei der nächsten Microsoft-Konsole Xbox 720 angeblich eine dauerhafte Internetverbindung erforderlich sein. Beobachter halten diese Restriktionen für riskant und potentiell geschäftsschädigend.

Microsoft-CEO Steve Ballmer (rechts): Online-Zwang für neue Xbox? Zur Großansicht
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Microsoft-CEO Steve Ballmer (rechts): Online-Zwang für neue Xbox?

Das Spielemagazin "Edge" berichtet unter Berufung auf Insider, Microsofts neue Spielkonsole, derzeit oft Xbox 720 genannt, erfordere auch beim Spielen eine dauerhafte Internetverbindung. Die Konsole wird Gerüchten zufolge möglicherweise im Herbst diesen Jahres auf den Markt kommen. Auch Sony wird 2013 aller Wahrscheinlichkeit nach eine neue Spielkonsole als Nachfolgerin der Playstation 3 vorstellen.

Zwar sollten Xbox-Spiele auch weiterhin auf physikalischen Datenträgern verkauft werden, auf Blu-Ray-Discs mit einer Kapazität von 50 Gigabyte. Allerdings sei vor dem Spielen eine Online-Aktivierung zwingend erforderlich, so der Bericht. Mit diesen Einschränkungen solle offenbar der Markt für Gebrauchtspiele trockengelegt werden, heißt es bei "Edge".

Damit täte Microsoft den Spieleherstellern einen Gefallen, denn die verdienen nur am Erstverkauf ihrer Produkte. Werden die Spiele weiterverkauft, sehen die Macher davon keinen Cent. Bei Händlern wie der Kette GameStop, die unter anderem mit Gebrauchtspielen handelt, dürfte das Gerücht jedoch für wenig Freude sorgen.

Manche Beobachter zweifeln am Wahrheitsgehalt der Gerüchte. Eine derartige Verkaufspolitik würde in einem Desaster enden, merkt das Technologieportal Neowin an. Für Xbox-Nutzer würden die neuen Regeln bedeuten, dass sie in Gegenden ohne Internetzugang keine Spiele spielen könnten. Das gelte selbst dann, wenn die Online-Verbindung nur kurzfristig nicht zur Verfügung stehe. Ebenso fraglich sei es, ob Microsoft es sich wirklich mit seinen Handelspartnern verderben wolle.

Die Branche hat bereits Erfahrungen mit solchen Restriktionen: Der Spielehersteller Ubisoft zwang seine Kunden ebenfalls jahrelang online zu sein, um spielen zu können, selbst im Single-Player-Modus. Doch im September 2012 gab das Unternehmen diese Einschränkung nach negativen Kundenreaktionen wieder auf. Es sei nur noch eine einmalige Online-Aktivierung erforderlich, hieß es, danach könnte auch offline gespielt werden. Im aktuellen Fall der neuen Xbox könnte es ähnlich laufen. Denn auf Dauer würden sich Gerüchte um einen Online-Zwang negativ auf mögliche Verkaufszahlen auswirken, so Neowin.

Schon jetzt hat das Gerede konkrete Folgen: Wie "Forbes" berichtete, sind die an der New Yorker Börse gehandelten GameStop-Aktien unmittelbar nach Erscheinen des "Edge"-Berichts deutlich gefallen - zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent . Wie wichtig der Handel mit Gebrauchtspielen für die Einzelhandelskette ist, offenbart der letzte Quartalsbericht vom Oktober 2012: Demzufolge erzielte GameStop 28 Prozent seiner Umsätze und 48 Prozent der Gewinne vor Steuern mit Gebrauchtgütern.

meu

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insgesamt 18 Beiträge
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    Seite 1    
1. Schwindelig
cthullhu 07.02.2013
Mir wird ganz schwindelig von dem vielen "im Kreis drehen". Für die Unwissenden unter Euch: XBox 360 - Das 360 bedeutet 360° Abdeckung von Medien: Videospiele, Filme, Musik, Social Dienste, Apps, Mediaserver Warum sollte man sich bei der XBox Next(!) 2 Mal im Kreis drehen? Ach, richtig: Höhere Zahl = Besser. Dem Sinn der eigentlichen Bezeichnung wird hier ein gewaltig ausgeholter Arschtritt verpasst. Bitte in Zukunft die korrekte Bezeichnung oder "neue XBox" verwenden, falls man es nicht so hat mit Zahlen und Wörtern.
2. Damit täte Microsoft den Spieleherstellern einen Gefallen, denn die verdienen nur am
fritzlakritz2013 07.02.2013
Was soll das denn.... ist doch ganz normal das der Verkäufer nur einmal am Produkt verdient. Jeder der was verkauft bekommt im Normalfall einmal Geld dafür. Wenn das so weiter geht darf ich nachher nicht mal mehr meine Couch, Bett usw. verkaufen. Langsam geht mir das zu weit was meint ihr dazu ???
3.
loncaros 07.02.2013
Zitat von cthullhuMir wird ganz schwindelig von dem vielen "im Kreis drehen". Für die Unwissenden unter Euch: XBox 360 - Das 360 bedeutet 360° Abdeckung von Medien: Videospiele, Filme, Musik, Social Dienste, Apps, Mediaserver Warum sollte man sich bei der XBox Next(!) 2 Mal im Kreis drehen? Ach, richtig: Höhere Zahl = Besser. Dem Sinn der eigentlichen Bezeichnung wird hier ein gewaltig ausgeholter Arschtritt verpasst. Bitte in Zukunft die korrekte Bezeichnung oder "neue XBox" verwenden, falls man es nicht so hat mit Zahlen und Wörtern.
Wird Zeit dass der Gesetzgeber einschreitet und mal klarstellt, dass die Privatlizenz Eigentum darstellt und wir damit machen können was wir wollen, inklusive Weiterverkauf!
4. Onlinezwang
Gallandor 07.02.2013
Die einzigen die drüber lachen können sind Raubkopierer, für ehrliche Käufer ist es einfach nur zum heulen ..
5. Kriminelle Energie
Meckermann 07.02.2013
---Zitat--- Damit täte Microsoft den Spieleherstellern einen Gefallen, denn die verdienen nur am Erstverkauf ihrer Produkte. Werden die Spiele weiterverkauft, sehen die Macher davon keinen Cent. ---Zitatende--- Natürlich nicht, es gehört ihnen dann ja auch nicht mehr, schließlich haben sie es verkauft! Das anhaltende Bestreben einiger Spieleentwickler sich mit Online-Pässen oder Accountbindungen auf Kosten der Kunden zu bereichern, zeigt symptomatisch, wie es um den Verbraucherschutz in dieser Branche bestellt ist: sehr, sehr schlecht.
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