Wann haben Sie zuletzt versucht, mit einer Heranwachsenden über Sinn und Unsinn einer Anschaffung, über Preis und Leistung zu reden? Gerade, wenn es um Technik geht, ist das gar nicht so einfach: So manche Prinzessin wünscht sich in diesem Jahr zu Weihnachten einen Laptop. Nichts großes, teures. Etwas kleines, mobiles und preiswertes.
Und dies sind die Kriterien, die das Gerät erfüllen muss: Es muss rosafarben sein.
Alles andere ist sekundär.
Das interessante ist, dass rosa oder pink als Gehäusefarbe tatsächlich ein Primärmerkmal zu sein scheinen, die ein Gerät merklich aufwerten. Pink ist eine Geräteeigenschaft, die preislich mitunter einem Prozessor-Update von Single- auf Dual-Core oder einer Festplattenkapazitätsverdoppelung entspricht. Siehe Netbooks: Zahlreiche Hersteller offerieren ihre kleinen Mini-Notebooks auch in Bonbonfarben, fast durchweg aber gegen Aufpreis. Zu deutsch: Pink kostet extra.
Mitunter wertet es den schnöden Rechner aber auch zum modischen Accessoire auf. Immer im Angebot ist die Quietschefarbe bei Dell und Sony. Die Japaner brachten im November ein besonders schickes Exemplar auf den Markt. Der Sony Vaio VPCW12S1E/P ist technisch zwar noch ein Netbook der Generation 1,5 (Atom 1,6 GHz CPU, Intel-Grafik, aber immerhin 1366x768-Pixel-Display, 250 GB Festplatte und Win 7), aber sowas von süß und rosa, dass es trotz eines Preises von 399 Euro, für den man inzwischen auch deutlich mehr Leistung bekommt, Prinzessinenherzen im Sturm erobert (siehe oben). Zum Vergleich: technisch absolut entsprechende Netbooks in Normalfarben wie Schwarz oder Weiß bekommt man bei Asus, Acer, MSI und Co. für hundert Euro weniger. Aber das ist etwas, was Väter nach Aussage zumindest meiner Prinzessin "nicht verstehen". Ach so.
Die verschärfte Variante dieses weihnachtlichen Fliedertraumes ist natürlich der Desktop. Aber ja: Auch so etwas gibt es wirklich:
Ob das nun alp- oder doch nur traumhaft ist? Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, und wahre Schönheit kommt eh von innen: Beim Agando-Desktop werkelt da immerhin eine AMD Athlon II X2 CPU mit 2 x 2,8 GHz. 2 GB Arbeitsspeicher im Oberstübchen und eine 512-MB-GeForce-Grafik sorgen für märchenhafte Performance beim virtuellen Barbie-Spiel. Brenner, Windows 7 und eine kleine 250-GB-Platte sind ebenfalls an Bord, die passende Tastatur und Maus auch dabei - und das ganze Päckchen kostet dann so viel wie der rosa Vaio (399 Euro). Da kann man nicht meckern.
Wenn sich Ihr Prinzesschen dagegen andere rosa Geräte wünscht, kann bestimmt auch ihr geholfen werden. Wenn Sie nirgendwo sonst fündig werden, dann auf jeden Fall im britischen Pink-Princess-Shop. Für eine Weihnachtsbestellung wird da die Zeit natürlich knapp, aber schon der Besuch im Shop lohnt ja schon, wenn man den nötigen Humor mitbringt.
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