Neue Erlösmodelle YouTube erwägt Bezahl-Abos und Musikdienst

Wann geht's denn nun endlich los? Auf einer Konferenz hat YouTube-Chefin Susan Wojcicki werbefreie YouTube-Abos und ein Musik-Streaming-Angebot in Aussicht gestellt - nicht zum ersten Mal.

YouTube: Bezahlen für Werbefreiheit?
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YouTube: Bezahlen für Werbefreiheit?


Um YouTubes Versuche, kostenpflichtige Abodienste zu etablieren, ist es im vergangenen Jahr recht still geworden. Im Mai 2013 hatte Googles Videoplattform mit 30 Partnern, darunter dem Sesamstraßen-Channel, einen Bezahl-Test gestartet. Die Preise durften die Anbieter frei gestalten. Ein Monatsabo kostete ab 99 US-Cent, im Schnitt sollten Nutzer etwa drei Dollar pro Monat zahlen. Besonders aktiv verbreitet und beworben wurde das Angebot aber nicht.

Das könnte sich bald ändern: Auf der Medienkonferenz "code/mobile" in Kalifornien bestätigte die YouTube-Chefin Susan Wojcicki gestern erneut, dass das Unternehmen es ernst meint: "YouTube ist jetzt werbefinanziert, was uns ermöglicht hat, auf eine Milliarde Nutzer anzuwachsen, aber wir werden bald an einen Punkt kommen, wo die Leute keine Anzeigen mehr sehen wollen", sagte Wojcicki . Nun denke man verstärkt darüber nach, zusätzlich zum werbefinanzierten ein bezahltes, werbefreies YouTube anzubieten. Über einen konkreten Zeitpunkt machte Wojcicki aber keine Angaben.

Ein Bezahl-YouTube sei auch nötig, weil der zunehmenden Professionalisierung der Inhalte nun auch ergiebigere Erlösmodelle folgen müssten. Google steht hier unter Druck vonseiten populärer Videoproduzenten. Der populäre YouTuber PewDiePie beispielsweise, dessen YouTube-Kanal fast 32 Millionen Abonnenten hat, kündigte enttäuscht an, sein eigenes Netzwerk zu gründen. Seine Videos, in denen er Videospiele spielt, sollen ihm jährlich vier Millionen Dollar aus Anzeigenwerbung bei YouTube einbringen.

YouTube als Musikdienst?

Gleichzeitig mit der Einführung kostenpflichtiger Abos soll der Amateur- und Hobbyfilmer-Bereich von YouTube weiter wachsen: Um das Niveau der Beiträge zu erhöhen und schlummernde Talente zu fördern, experimentiert der Konzern mit eigenen TV-Studios, die Filmern zur Verfügung stehen. Die ersten vier dieser "YouTube Studios" stehen in Los Angeles, London, Tokio und New York.

Angesprochen auf den von YouTube schon mehrfach angekündigten und lang erwarteten Musik-Bezahldienst antwortete Wojcicki, die YouTube seit Februar 2014 leitet, ausweichend. Sie sei "optimistisch", dass er bald kommt.

Der Zeitpunkt wäre günstig: Die Hälfte der rund eine Milliarde monatlichen YouTube-Nutzer nutzt mittlerweile ein Mobilgeräte. Es läge also nahe, das Videoportal als Konkurrenz zu Diensten wie Spotify - mit dem zusätzlichen Bonus Musikvideos - zu etablieren.

abr

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soulseeker 12.11.2014
1. Hurra
noch ein Abo!
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