Leitfaden Produkte in Videos - was YouTuber dürfen

Ein neues Handy hier, ein toller Lippenstift dort: YouTuber führen in ihren Clips gern Produkte vor. Was ist dabei erlaubt? Die Landesmedienanstalten haben einen Leitfaden herausgegeben, der Schleichwerbung verhindern soll.

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Beginn eines Simon-Unge-Videos: LG wird als Unterstützer genannt
unge/ YouTube

Beginn eines Simon-Unge-Videos: LG wird als Unterstützer genannt


Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Mangelnde Transparenz kann man Simon Unge bei seinem Clip "What's on my Phone" nicht vorwerfen. Man kann sich aber aufregen, wie lange es dauert, bis er in dem Clip auf den Punkt kommt. Der YouTuber verspricht einen Einblick in seine Apps und Spiele, richtig los geht es aber erst nach viereinhalb Minuten.

Bis dahin erklärt Unge vor allem die Vorzüge seines LG-Handys - etwa, wie komfortabel es sich per Knock-Code entsperren lässt, "Irgendwann dachte ich: 'Wie konnte ich ohne leben?'". So ehrlich diese Begeisterung sein mag, sie überrascht nicht, denn schon in der Videobeschreibung dankt Unge LG "für den genialen Support". In einem Kommentar schreibt er: "Ein Unternehmen wie LG als Supporter zu haben ist einfach echt nice!".

Das Video selbst beginnt und endet mit der Einblendung "Unterstützt durch LG Electronics", Unge äußert eingangs außerdem ein "fettes Dankeschön", dass er das Handy direkt vom Unternehmen bekommen hat, samt eines Reisebudgets. "Genauso muss es halt sein. Sachen, die man sowieso feiert, dass man da Unterstützung bekommt", sagt er in einer Rückblende.

So viel Transparenz ist selten

So ermüdend Unges Hinweise sind: Es kommt nicht oft vor, dass YouTuber so unmissverständlich erklären, warum sie in ihrem Clip ausgerechnet dieses Produkt in die Kamera halten, und nicht ein anderes. Transparenz kann für den Zuschauer anstrengend, für YouTuber mühsam sein, aber sie ist wichtig. Denn ist eine Produktplatzierung nicht ausreichend gekennzeichnet, wird sie zur Schleichwerbung.

Tipps, wie man solche Produktpräsentationen auf YouTube und in anderen sozialen Netzwerken rechtlich einwandfrei gestaltet, liefern nun die Landesmedienanstalten. Sie sind in Deutschland auch für die Kontrolle der "fernsehähnlichen Telemedien" zuständig. In Sachen YouTube haben sie schon einmal einen Schleichwerbevorwurf gegen die Comedians von Y-Titty erhoben, ohne dass es ein entsprechendes Verfahren gegen Y-Titty oder eine Sanktion durch die zuständige Institution gab.

Diesmal jedoch wollen sich die Medienanstalten über niemanden beschweren, sondern erklären, wie man solchen Ärger vermeidet. Nach Beratungen mit Netzwerken wie Mediakraft und YouTubern haben die Anstalten einen FAQ-Katalog veröffentlicht, mit "Antworten auf Werbefragen in sozialen Medien". Der Werbe-Knigge gebe Tipps, "was du nach dem Gesetz mindestens unternehmen musst, um deine Nutzer zu informieren", heißt es eingangs. "Du kannst natürlich noch mehr machen."

Das sind die Tipps der Landesmedienanstalten

Konkret liefert der hier als PDF abrufbare Leitfaden unter anderem folgende Ratschläge für Videomacher:

  • Prinzipiell spricht für YouTuber nichts dagegen, ein Produkt zu bewerben - etwa, weil man es gut findet, oder, weil man es kostenlos zugeschickt bekommen hat. Oder weil man gar Geld für die Präsentation bekommt. Unabdingbar ist in diesem Fällen aber Transparenz: "Wenn nicht klar erkennbar ist, dass es sich um Werbung handelt oder wenn die Trennung der Werbung vom übrigen Inhalt nicht eindeutig ist, muss Werbung gekennzeichnet werden."

  • Kauft man sich ein Produkt selbst und trägt seine eigene Meinung dazu vor, ist keine Kennzeichnung notwendig. YouTuber sollten allerdings bedenken, dass positive Aussagen eine werbliche Wirkung haben - gerade bei Kanälen mit einer jungen Zielgruppe. "Du hast hier eine Vorbildfunktion und trägst damit eine gewisse Verantwortung", mahnt der Ratgeber.

    Konkret anwenden lässt sich dieser Tipp wohl auf sogenannte Haul-Videos, in denen YouTuber ihre Einkäufe aus der Drogerie oder dem Klamottenladen präsentieren: Das Zeigen ist okay, solange man die Produkte selbst bezahlt und ausgewählt hat und seine eigene Meinung statt Werbebotschaften verbreitet.

  • Bekommt man ein Produkt - das könnte zum Beispiel auch eine Reise sein - kostenlos, und dreht sich ein Video vor allem darum, sollte man auf diese Unterstützung hinweisen. Entweder blendet man dafür den Hinweis "Werbung" ein, wenn das Produkt präsentiert wird, oder man lässt das Video mit dem Hinweis "Unterstützt durch ..." beginnen und erwähnt auch noch mündlich, wie man an das Produkt gekommen ist.

    Das oben zitierte Unge-Video hält sich ziemlich genau an diese Tipps: mit Einblendungen und einer mündlichen Erwähnung des LG-Sponsorings, sowie Hinweisen per Kommentar und per Videobeschreibung.

    Wie eine "Werbung"-Einblendung aussehen kann, zeigt dieser Screenshot aus einem "Gammeltag"-Video der YouTuberin DFashion.
    Dfashion/ YouTube

  • Dreht sich ein Video "ganz oder überwiegend" um ein kostenlos bekommenes Produkt, raten die Medienanstalten, die ganze Zeit "Dauerwerbung" oder "Werbevideo" einzublenden.

  • In Videos, in denen kostenlos erhaltene Produkte eher nebenbei auftauchen - etwa als Teil einer größeren Geschichte -, wird ihr Preis wichtig. Auf die Herkunft von Dingen wie Kleidungsstücke, die einzeln weniger als tausend Euro kosten, muss nicht gesondert hingewiesen werden. Bei einem Wert von mehr als tausend Euro dagegen ist ein Hinweis Pflicht. Vorgeschlagen wird eine Einblendung "Produktplatzierung" oder "unterstützt durch ..." am Videobeginn.

  • Für den Fall, dass man fürs Präsentieren eines Produktes Geld oder eine andere Gegenleistung bekommt, gleichen die Regeln denen zum Kennzeichen von Geschenken. Ein Unterschied besteht darin, dass der Produktwert der Requisiten egal ist. Der Hinweis auf eine Produktplatzierung ist bei Gegenleistungen in jedem Fall Pflicht.

  • Beliebt unter YouTubern sind sogenannte Affiliate Links, also Links, die etwa aus der Videobeschreibung direkt in Onlineshops führen, wo Zuschauer ein bestimmtes Produkt kaufen können. Kommt nach dem Linkklick ein Kauf zustande, bekommen die YouTuber in der Regel eine Provision, die sich nach dem Kaufpreis richtet. Im Ratgeber heißt es, dass Affiliate Links immer Werbung seien. Direkt "im unmittelbaren Umfeld des Links" sollte man daher auf den Link-Einsatz hinweisen und erklären, wie solche Links funktionieren und dass man am Umsatz beteiligt wird, wenn Nutzer auf diesem Weg Produkte bestellen.

    Entsprechende Hinweise finden sich in den Videobeschreibungen fast aller bekannten YouTuber. LeFloid etwa schreibt: "Bei den Links handelt es sich um sog. Affiliate Links. Solltet ihr über diese etwas kaufen, geht ein Teil des Geldes an mich. Natürlich ohne, dass ihr dadurch mehr dafür bezahlt."

    Arg kurz kommt der Hinweis zum Beispiel bei der Beautybloggerin Niloofar Irani daher. In der Beschreibung zu ihrem Clip "Lieblings Beauty Produkte" heißt es lediglich "Es wurden Affiliate-Links verwendet", ohne Erklärung des Prinzips.
    Niloofar Irani/ YouTube

  • Ausdrücklich keine Werbung ist dem Leitfaden zufolge das Erwähnen der eigenen Ausrüstung in der Infobox unter dem Video - selbst dann, wenn man die Technik kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen hat. Erwähnt werden können "die Kamera, das Schnittprogramm oder weitere technische Produkte".

    Mancher YouTuber wie MontanaBlack hat auffallend viele solcher Links unter seinen Videos - und natürlich handelt es sich um Affiliate Links, worauf MontanaBlack auch hinweist.

MontanaBlack/ YouTube

  • Als letzten Punkt thematisiert der Leitfaden das Thema Gewinnspiele. Das Verlosen eines Preises, "den du entweder gekauft, kostenlos zugesandt oder auch zusätzlich mit einer Geldzahlung erhalten hast", ist den Landesmedienanstalten zufolge weder Werbung noch Produktplatzierung - zumindest, solange eine Grenze eingehalten wird: Das Produkt darf maximal zweimal genannt und maximal zweimal kurz optisch dargestellt werden.

    Wenn Sami Slimani ein selbst gekauftes iPhone verlost, ist das dem Werbe-Knigge zufolge also zulässig - unabhängig davon, ob das Video vielleicht in anderer Hinsicht bedenklich ist. Etwa, weil Slimani in diesem Beispiel sagt, dass seine Preise an auf YouTube, Twitter, Facebook und Instagram besonders aktive Fans gehen - was diese unter Druck setzt, seine Inhalte gut zu bewerten und zu kommentieren. Dazu gibt es zum Beispiel die Einblendung "Klickt auf DAUMEN HOCH & gewinnt diese Riesen-Verlosung! <3>". Viel plumper geht es kaum.
    Sami Slimani/ YouTube

Video: Klick mich, kauf mich!


Zusammengefasst: Die Landesmedienanstalten haben Tipps dazu veröffentlicht, wie YouTuber ihre Zuschauer auf Werbedeals und Kooperationen mit Unternehmen hinweisen sollen. Es handelt sich um Mindeststandards, die in Zusammenarbeit mit Vermarktungs-Netzwerken wie Mediakraft formuliert wurden. Zumindest die bekannteren YouTuber halten sich in der Regel schon jetzt an die Ratschläge.

Lesetipp aus dem Archiv

Zum Durchklicken: Bekannte YouTuber und ihre erfolgreichsten Videos

Spätestens seit er Mitte Juli Bundeskanzlerin Angela Merkel interviewen durfte, ist Florian Mundt alias LeFloid der wohl bekannteste deutsche YouTuber. Der 1987 geborene Videomacher kommentiert in seinem populärsten Format "LeNews" das Weltgeschehen. Die nur wenige Minuten lange Sendung ist vom Stil her Boulevard-TV, es geht aber nicht um Promiklatsch, sondern vor allem um die Abgründe der Menschheit - Politikkritik inklusive.

Ordnet man LeFloids Videos nach ihren Klickzahlen, liegt das Merkel-Interview vorn - vermutlich auch dank der enormen Medienaufmerksamkeit im Vorfeld. Danach folgen vor allem Clips mit Vorschaubildern mit nackter Haut, von der asiatischen Schönheit bis zum Toilettensex-Voyeurbild. Einige beliebte Videos haben auch klickträchtige Zeilen wie "Vormittags Schülerin - Abends Hure" und "Sex vor der ganzen Klasse?". (Hinweis: alle Screenshots wurden Ende Juli gemacht, mittlerweile könnte sich die Reihenfolge ein wenig verändert haben.)

ApeCrime ist ein YouTuber-Trio, das vor allem Comedyvideos und Einblicke in sein Leben veröffentlicht. Immer wieder tauchen in den Clips von Jan, Cengiz und Andre befreundete Videomacher auf. Mit "2 Guys 1 Bet" haben ApeCrime ein Wetten-Format, dessen Bestrafungen an die Duelle von Joko und Klaas erinnern. Typisch für aktuelle ApeCrime-Videos ist der Einsatz von Effekten, vom Zeitlupen-Zoom auf Grimassen bis zu Texteinblendungen, die Gags wiederholen. Mit "Affenbande" hat das Trio ein Musikalbum in die Charts gebracht.

Erfolgreich sind ApeCrime vor allem mit ihren Musikvideos wie "Swing dein Ding" und "Ich trau mich nicht". Das ist wenig überraschend, da solche Lieder oft mehrfach abgespielt werden. Ansonsten kommen auch Videos zu den Themen Sex, Liebe und Videospiele gut an, wie "15 Arten zu küssen", "15 Fakten ... Brüste" und "Games in Reallife #3". Gerade bei ihrem Zeichenformat "Let's Draw" nutzen ApeCrime häufig eigens gestellte Vorschaubilder, die im Video gar nicht vorkommen.

Eric Range alias Gronkh ist der erfolgreichste deutsche Let's-Player, also jemand, der für sein Publikum Videospiele durchspielt und kommentiert. Bei Gronkh fallen dabei gern Bemerkungen wie "Dumdidum", "krasse Scheiße" und "Alter, was zur Hölle". In einem seiner Videos zitierte Gronkh neulich aus einer Rede, die er ursprünglich bei einer Branchenparty, dem Webvideopreis, halten wollte (was er dann aber nicht tat). "Wir legen uns rote Teppiche aus und geben Autogramme dafür, dass wir Schminktipps geben oder erklären, wie man richtig küsst, oder einfach nur Computerspiele spielen", heißt es in Gronkhs Entwurf. "Die Verhältnismäßigkeit ist uns völlig abhanden gekommen."

Das beliebteste Gronkh-Video ist der Auftakt seines Let's-Plays zum Weltenbauspiel "Minecraft". Der erste Teil der Videoreihe ist über zwölf Millionen Mal aufgerufen worden. Auch ansonsten werden die Top 25 von "Minecraft"-Clips dominiert, besonders die 1000. Folge des Langzeitprojekts stieß auf großes Interesse. Auf Platz zwei der meistgeklickten Videos liegt "Best of Daylight: Die geile Stalking-Sprühwurst-Omi!", danach folgen unter anderem Videos zu den Spielen "Slender", "The Amazing Spider-Man 2" und "GTA 5".

Gemessen an der Abonnentenzahl, ist Bianca Heinicke alias Bibi Deutschlands erfolgreichste YouTuberin. Auf ihrem Kanal Bibis Beauty Palace gibt sie Beauty- und Schminktipps, postet aber auch Sketche und Comedyclips. Ebenso veröffentlicht sie Berichte aus ihrem Leben, etwa von Reisen. In Bibis Videos taucht oft ihr Freund Julian auf, der unter dem Pseudonym Julienco einen eigenen YouTube-Kanal betreibt. Die beiden inszenieren sich als Pärchen, das gern übereinander schimpft und sich Streiche spielt, am Ende aber wieder zusammen lacht.

In Bibis Kanal am beliebtesten sind "10 Arten"-Clips, also Videos, in denen sie - meist zusammen mit Julian oder anderen YouTubern - Typen von Pärchen, Eltern oder Mädchen imitiert. Über Klischees und Stereotypen lachen YouTube-Zuschauer offenbar gern. Ebenso kommen Videos gut an, die zur Lebenswelt von Kindern passen, wie "Wahrheit oder Pflicht"-Runden und Clips wie "Darauf stehen Jungs bei Mädchen". In einem beliebten Video namens "Wer würde eher ... ?!" schätzen Bibi und Julian sich gegenseitig ein, rund drei Millionen Mal wollten Zuschauer das sehen.

Simon Unge alias Unge wurde vor allem durch Let's-Play-Videos zu "Minecraft" bekannt, die er in seinem YouTube-Kanal Ungespielt veröffentlichte. Seit er sich im Streit vom Vermarktungsnetzwerk Mediakraft trennte, betreibt er mit "Unge" einen neuen Kanal, der Ende Juli auf 1,3 Millionen Abonnenten kommt. Dort postete Simon Unge in letzter Zeit vor allem Eindrücke von einer Weltreise mit einem befreundeten YouTuber. Auch nach seiner Rückkehr berichtet Unge seinen Fans davon, wie er seine Tage verbringt. Dabei wird man auch Zeuge mancher Panne, etwa, wenn Unge zu spät zum Flughafen losfährt und deshalb seinen Flug verpasst.

Mit über vier Millionen Klicks ist das allererste Video im neuen "Unge"-Kanal noch immer das erfolgreichste. Es folgen Clips, die extrem persönliche Eindrücke versprechen, wie "Für immer alles anders ..." und "Die Wahrheit über meine Beziehung". Auch Videos mit dem Wort "Freundin" in der Videozeile scheinen die Zuschauer sehr zu interessieren. Der fünfbeliebteste Clip handelt von einem Tattoo, der sechstbeliebteste von einem Piercing. Das erste Spielevideo taucht erst auf Platz 15 der populärsten Clips auf - es geht darin um "Minecraft".

Das männliche Pendant zu den Lifestyle- und Beauty-Videologgerinnen ist Sami Slimani, der auch als HerrTutorial bekannt ist. In seinem Kanal gibt Slimani zumeist simple Tipps für ein besseres Leben, vom Rasieren bis hin zu den im Internet beliebten "Life-Hacks". Slimani präsentiert sich als selbstbewusster und stets gut gelaunter Videomacher, der seine Fans auffordert, auch an sich selbst zu glauben. Zusammen mit seinen Schwestern Lamiya und Dounia hat er ein Buch namens "Das Slimani Prinzip" veröffentlicht, das sich so gut verkaufte, dass es in der SPIEGEL-Bestseller-Liste landete.

Das populärste Video auf Sami Slimanis Kanal ist eine fünf Jahre alte Anleitung dazu, wie man sich die Haare wie Justin Bieber stylt. Mit "Justin Bieber Hairstyling in Minutes!!" hat das deutschsprachige Video einen englischen Titel, dies könnte ein Erfolgsfaktor sein. Auf den Spitzenplätzen folgen Clips, die auf Jungs und Mädchen im Pubertätsalter zielen, wie "So küsst man richtig!!!", "Wahrheit oder Pflicht"-Videos und Tipps zum Bekämpfen von Mitessern. Neben weiteren Anti-Pickel-Videos haben es auch zwei Videos zur richtigen Zahnpflege in die Top 25 geschafft, ebenso mehrere Challenges, also Videos, bei denen Slimani bestimmte Aufgaben erfüllen muss.

Abseits der großen YouTuber mit mehr als einer Million Abonnenten gibt es auch kleinere Kanäle, die ab und an in der Rubrik "Beliebt auf YouTube" auftauchen. Ein Beispiel dafür ist der gleichnamige Kanal von Katja Krasavice, die mit tiefen Dekolleté Fanfragen beantwortet oder aus ihrem Leben als Sexsymbol plaudert - dabei geht sie immer nur so weit, dass es für YouTube noch nicht zu schlüpfrig ist. Krasavics Videozeilen sind plakativ, unter ihren Videos finden sich Kommentare wie "Wer bekam beim Video alles nen Ständer?" und "Könntest du mal im einem Video echt deine (+) (+) zeigen ich wäre dir tausendmal Dankebar .....".

Obwohl Krasavices Kanal aktuell noch an der 200.000-Abonnements-Grenze kratzt, hat sie einige Videos mit deutlich mehr Klicks - das dürfte vor allem an den Vorschaubildern liegt, die oft mehr erotische Einblicke andeuten, als die Videos letztlich liefern. Und vermutlich will nicht jeder Nutzer einen Sex-Kanal abonnieren, auch wenn ihn die Themen interessieren. Das beliebteste Krasavice-Video hat den Titel "Mein erstes Mal S*x und meine erste große Liebe", es folgen Clips mit den Zeilen "Ich mach's mir selbst", "Erster Porno??????" und "Auf mich w*chsen?". Unter den beliebtesten Krasavice-Videos finden sich auch Clips, die nur registrierte und zumindest vorgeblich volljährig Nutzer abrufen können, etwa "Wie bl*st man richtig?".

Aus rechtlichen Gründen wurde dieser Artikel nachträglich bearbeitet.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
quark2@mailinator.com 20.10.2015
1.
Ich erinner mich noch, wie die vor 15..20 Jahren plötzlich nahezu jegliche Einschränkungen für Fernsehwerdeblöcke gekippt haben, so daß man seither diesem unsäglichen Müll in einer Menge ausgesetzt ist, die zum Himmel schreit. Hinzu kommt, daß diese dauernde Unterbrechung des Denkens, dieses dauernde hIn-und-Her eher dazu beiträgt, daß die Leute sich nicht mehr richtig konzentrieren können. Was ich sagen will - WENN die Leitfäden bzgl. Werbung rausgeben, dann doch bitte zu grundlegend relevanten Bereichen. Auf YT kann ich selbst entscheiden, was ich wann sehen will und wieviel. Und ganz ehrlich, im Internet ist das deutsche Recht sowas von in die Defensive gedrängt. Versuchen Sie mal Amazon dazu zu kriegen zu vergessen, was Sie vor 10 Jahren gekauft (oder auch nur angesehen) haben. Hätten wie sowas wie Souveränität und eine verantwortungsvolle Regierung ... ach, ich hör lieber auf :-(.
spon-facebook-10000015195 20.10.2015
2. Echt witzig
Finde ich wirklich witzig diesen Leitfaden. YouTube ist doch schon lange keine Medienplattform mehr, sondern eine reine Werbemaschine. Überall Banner und Einblendungen. Inzwischen kann man doch bei allen Videos "Werbung" einblenden.
schumbitrus 20.10.2015
3. Befugnis-Überschreitung?
Wenn man die verlinkte PDF-Datei der Medienanstalten herunter lädt, dann findet sich dort folgender Hinweis: „Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“ Da kommt bei mir spontan die Frage auf, ob die Medienanstalten überhaupt befugt sind, z.B. "Muss-Vorschriften" im Internet durchzusetzen. Wenn Lieschen Müller den Lippenstift von Firma XY zur Prsentation und Bewerbung zugeschickt bekommt, ein Video davon macht und das auf Youtube (oder ihren Server, der in Island gehostet wird ..) hoch lädt, dann hat das doch bitte ihre Sache! Man muss doch sehen, dass sich die Zeiten geändert haben: Als es drei Fernseh-Sender gab und das die einzige Video-Kommunikation war, hatte Schleichwerbung natürlich ein riesiges Potenzial. Auch heute noch finde ich es richtig, im Fernsehen auf Schleichwerbung zu achten. Denn es gibt viele alte Leute, die sich etwas zwanghaft nicht davon lösen können und die darüber manipulierbar sind. Aber jeder, der (je nach Bildung ..) zwischen 25 und 45 Jahre alt ist, zappt auf vimeo oder youtube einfach weiter, wenn er sich verar*cht vorkommt. Das letzte, was wir brauchen, sind Bevormundungen und Zensur à la "Werbeeinblendungen" oder "Extremismus-Melde-Knopf" oder Zensursulas "STOPP-Schilder". Um es deutlich zu sagen: IMO kämpft hier der Dinosaurier "Medienanstalt" aus der analogen Zeit ums Überleben - der Meteorit "Internet" ist aber schon in Yucatán eingeschlagen ..
noalk 20.10.2015
4. Anti-Werbung
Die Tipps sind ja schön und gut. Aber gibt es auch Tipps, was man tunlichst unterlassen sollte, wenn man Produkte negativ bewertet, also verreißt?
Untertan 2.0 20.10.2015
5. Hier könnte Ihre Werbung stehen
Zitat von quark2@mailinator.comIch erinner mich noch, wie die vor 15..20 Jahren plötzlich nahezu jegliche Einschränkungen für Fernsehwerdeblöcke gekippt haben, so daß man seither diesem unsäglichen Müll in einer Menge ausgesetzt ist, die zum Himmel schreit. Hinzu kommt, daß diese dauernde Unterbrechung des Denkens, dieses dauernde hIn-und-Her eher dazu beiträgt, daß die Leute sich nicht mehr richtig konzentrieren können. Was ich sagen will - WENN die Leitfäden bzgl. Werbung rausgeben, dann doch bitte zu grundlegend relevanten Bereichen. Auf YT kann ich selbst entscheiden, was ich wann sehen will und wieviel. Und ganz ehrlich, im Internet ist das deutsche Recht sowas von in die Defensive gedrängt. Versuchen Sie mal Amazon dazu zu kriegen zu vergessen, was Sie vor 10 Jahren gekauft (oder auch nur angesehen) haben. Hätten wie sowas wie Souveränität und eine verantwortungsvolle Regierung ... ach, ich hör lieber auf :-(.
Profis werden solche Leitfäden nicht brauchen, die kennen die entsprechenden Gesetze (und wenn nicht, haftet die Firma). Youtube-Nutzer kennen sie aber nicht unbedingt, deswegen ist ein Leitfaden zu diesem Thema sinnvoll.
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