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YouTube: Neue Funktion sagt, welche Musik man hochladen darf

Videoplattform YouTube (Symbolbild): Welche Lieder darf ich nutzen? Zur Großansicht
Corbis

Videoplattform YouTube (Symbolbild): Welche Lieder darf ich nutzen?

Kein Urheberrechtsärger mehr bei YouTube-Videos: Eine neue Funktion gibt an, welche Musik man für sein Amateurvideo nutzen darf. Und mit welchen Stücken man sogar über Werbung etwas verdienen könnte.

So etwas kann die Vorfreude aufs Fest vermiesen: Da will man Freunden, Verwandten, Bekannten ein nettes Weihnachtsgrußvideo schicken - und dann meldet YouTube, dass die darin genutzte Musik leider urheberrechtlich geschützt ist und der Rechteinhaber Ansprüche anmelden könnte. Eine neue Suchfunktion in der Audio-Bibliothek kann ab sofort helfen, solchen Ärger zu verhindern.

Gibt man in das Suchfeld "Musik mit Anzeigen" den Titel oder Interpreten des Stückes ein, das man nutzen will, zeigt das Suchergebnis nicht nur die Beliebtheit des Titels an, sondern auch, ob das Stück irgendwo auf der Welt nicht gespielt werden darf und ob sich womöglich Werbeeinnahmen erzielen lassen.

Das war bisher immer erst nach dem Upload möglich, wenn im Video-Manager die Meldung "übereinstimmende Inhalte von Drittanbietern" auftauchte. Möglich wird die Vorwarnung durch eine Funktion namens "Content ID", mit der das Videoportal hochgeladene Videos nach geschützten Inhalten durchsucht. Wer vorsichtig ist, kann eine Enttäuschung vermeiden, wenn der Clip zum Beispiel mit dem unsterblichen Jahresabschluss-Dauerbrenner "Last Christmas" von Wham unterlegt ist. Der ist nämlich in 130 Ländern gesperrt (siehe Screenshot). Wer den Song dennoch verwendet, riskiert mindestens eine Aufforderung von YouTube, die Musik stumm zu schalten.

Urheberrechtshinweis auf YouTube: "Last Christmas" ist in 130 Ländern gesperrt Zur Großansicht
YouTube

Urheberrechtshinweis auf YouTube: "Last Christmas" ist in 130 Ländern gesperrt

Wer mit seinem Kanal so viele Abrufe generiert, dass er als Google-Werbepartner an den Klicks mitverdienen kann, könnte hier aber ein paar Euro machen. Denn auffällig ist, dass die Technologie in vielen Fällen lange braucht, um ganz offensichtlich urheberrechtlich geschützte Inhalte zu entdecken - selbst wenn sie als "full album" mit vollem Titel und Interpret hochgeladen sind, Hunderttausende Aufrufe haben und mehrfach durch Markenartikel-Werbung unterbrochen werden. Böse Zungen meinen: Klar, daran verdient YouTube ja hübsch mit.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sucht sich vor dem Upload ungefährliche Titel aus - "White Christmas" etwa ist risikofrei. Oder bedient sich aus YouTubes wachsendem Archiv lizenzfreier Musik. Die Stücke sind großenteils von beachtlicher Qualität und zu allen möglichen Themenbereichen findet sich etwas - zu Weihnachten könnte das Angebot allerdings umfangreicher sein. Wenn es doch unbedingt "Last Christmas" sein muss, kann man immer noch das Video als "Privat" hochladen und den Link seinen Freunden, Verwandten, Bekannten zusenden. Dann sind die Grüße nur im kleinen Kreise zu sehen - und es gibt keinen Stress mit der Musikindustrie.

abr

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Last Christmas
RobMcKenna 09.12.2014
Zitat aus dem Artikel: ---Zitat--- [...] wenn der Clip zum Beispiel mit dem unsterblichen Jahresabschluss-Dauerbrenner "Last Christmas" von Wham unterlegt ist. Der ist nämlich in 130 Ländern gesperrt [...] ---Zitatende--- Warum kann das eigentlich nicht auch für deutsche Radiosender gelten? Ich bekomme inzwischen jedes Jahr spätestens ab dem zweiten Advent schwerste allergische Reaktionen, wenn dieses &!?%*! Lied irgendwo läuft...
2.
wanderer777 09.12.2014
Viele User wissen noch gar nicht, das man lizenzfreie Musik direkt über Youtube laden kann bzw. Das es dort eine riesige Musikbibliothek gibt. Darauf sollte man immer wieder mal hinweisen.
3.
a.totok 09.12.2014
Zitat von wanderer777Viele User wissen noch gar nicht, das man lizenzfreie Musik direkt über Youtube laden kann bzw. Das es dort eine riesige Musikbibliothek gibt. Darauf sollte man immer wieder mal hinweisen.
darum gehts dabei überhaupt nicht. viele content creater werden in dmca meldungen vom verbreiten gehindert, weil gema und co vorab alles mögliche sperren lassen - wobei jene verwerter teils nicht einmal die rechte an vielen dingen besitzen. die benutzer können dagegen sogut wie garnichts unternehmen und bei 3 strikes ist der account weg. das perfide am system ist das einspruchsverfahren. selbst wenn man die lizenz besitzt kann man in der zwischenzeit die strike regel überschreiten und mit gelöschten account sind auch widersprüche nicht mehr möglich
4.
Tostan 09.12.2014
Zitat von RobMcKennaZitat aus dem Artikel: Warum kann das eigentlich nicht auch für deutsche Radiosender gelten? Ich bekomme inzwischen jedes Jahr spätestens ab dem zweiten Advent schwerste allergische Reaktionen, wenn dieses &!?%*! Lied irgendwo läuft...
Konsequent nur Radio 1 (bzw. Fritz, falls man noch nicht erwachsen ist ;)) hören, die spielen solchen Scheiß nicht. Und einkaufen am besten nur mit Gehörschutz, denn der Terror lauert auch im Supermarkt.
5. hängt möglicherweise mit der GEMA Einigung zusammen
kilroy-was-here 09.12.2014
nehmt meine Musik und ich bekomm ein paar Klicks mehr...
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Zum Autor
  • Andreas Brohme
    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.

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