Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Zahlung per EC-Karte: Was die Datensammler wirklich wissen

Von

Montags tanken, mittwochs in der Innenstadt shoppen und jeden Freitag Wodka im Supermarkt: Wer mit seiner EC-Karte bezahlt, hinterlässt Spuren - Daten, die von den großen Transaktionsabwicklern wie Easycash gesammelt werden. Ist der gläserne Konsument bereits Wirklichkeit?

Bezahlen mit EC-Karte: Jede Transaktion wird registriert Zur Großansicht
dpa

Bezahlen mit EC-Karte: Jede Transaktion wird registriert

Wenn man an der Kasse im Supermarkt oder an der Tankstelle mit EC-Karte und Unterschrift bezahlt, wickelt mit recht hoher Wahrscheinlichkeit eines der drei Unternehmen Easycash (980 Millionen Transaktionen 2009), Telecash (894 Millionen Transaktionen) oder Intercard (321 Millionen Transaktionen) diese Zahlung ab. Sie kümmern sich darum, dass das Geld vom Konto des zahlenden Kunden auf das Konto des Händlers kommt.

Und diese Unternehmen speichern in Datenbanken Informationen darüber, wo wie viel mit welcher Karte bezahlt wurde. Die Unternehmen tun das seit Jahren, nun berichtet der Sender NDR Info über eines dieser Unternehmen, Easycash, das einen "Pool mit Daten von Millionen deutscher Kartenbesitzer" verwalte, um Aussagen über deren Zahlungsfähigkeit treffen zu können. Das stimmt einerseits. Andererseits kann Easycash kaum wissen, wie diese Kartenbesitzer heißen und wo sie wohnen.

Speicherfristen, Datenbestände, Risiken - SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen über die Datensammler im Supermarkt.

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Bargeld lacht
Silverhair, 23.09.2010
---Zitat--- Wer zu dem Schluss kommt, dass für ihn die Nachteile bei der elektronischen Lastschrift überwiegen, hat eine einfache Ausweichmöglichkeit: mit Bargeld zahlen. ---Zitatende--- Wer zu dem Schluss kommt das das gesamte Wirtschaftsystem und seine Banken nicht gerade zum "Nutzen" des Kunden dienen - sondern schlichtweg nur den Banken, Aktienbesitzern und einer Lobbygesteuerten Regierung - der holt immer sein Geld als Bargeld ab - und bezahlt damit! Der Vorteil - es kostet die Banken richtiges Geld .. nämlich Zentralbankgeld - wenn sie nicht einfach "Scheingeld" zwischen Konten buchen , sondern "echtes Geld" verwenden müssen. Das ist nämlich der einzigste Fall wo Banken noch ihr Eigenkapital einsetzen müssen - und eben davon dann nicht mehr spekulieren können was das zeug hält! Bargeld hat auch noch den gewaltigen Vorteil das man schnell merkt wenn den Banken die Luft ausgeht - dann nämlich wenn die EZB den Banken schlicht kein "Zentralbankgeld" mehr gibt weil sie nur am Zocken sind! Der kleine Vorteil das man mit Illusionsgeld bezahlt wird durch die eigene Kontrolle über das was man "besitz" mehr als Wett gemacht - und die Vorteile liegen dann klar auf Seiten der Kunden .. dann kann man nämlich wieder mit dem Händler Handeln, und muss sich nicht auf "scheinvorteile" das die Händler ja "könnten" wenn sie den wollten einlassen!
2. Ist das eine Fangfrage?
Gungan, 23.09.2010
Zitat von sysopMontags tanken, mittwochs in der Innenstadt shoppen und jeden Freitag Wodka im Supermarkt: Wer mit seiner EC-Karte bezahlt, hinterlässt Spuren - Daten, die von den großen Transaktionsabwicklern wie Easycash gesammelt werden. Ist der gläserne Konsument bereits Wirklichkeit? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,719168,00.html
Ist der Papst katholisch? Nicht nur durch die EC-Transaktionen. Wofür ist das Bündel Paybackbonusextraplastikballauschinagegenpunktesammelei wohl da? Damit der wertgeschätzte Kunde eine Gummigrilltasche bekommt? Oder damit Kundenbindung entsteht (Vor allem wenn jeder Kartoffelhändler einem mittlerweile die Plastikscheibchen aufs Auge drücken will) Oder vielleicht doch damit man Daten sameln kann die sich anderweitig kapitalisieren lassen kann. Mussten sie nicht auch schon mal ihre PLZ an der Kasse bekanntgeben? (Natürlich nur damit die Geschäftsführung weiß auswelchem Stadteil der mündige Kunde kommt...) Happy Paybacking!
3. Interessant...
Kamillo 23.09.2010
Interessant, ich dachte bisher immer, dass wenn ich bei EC per Unterschrift bezahle, dass das was schlechtes sei. Denn eine Unterschrift ist etwas verbindliches - und für mich als Käufer auch umständlicher als die PIN. Aber dennoch wäre ich für die Abschaffung der Unterschrift-Variante, aus demim letzten Absatz des Artikels genannten Grundes. Unterschriften kann man fälschen, auf der Kartenrückseite ist ja eine Vorlage zum Trainieren. Solange die Pin-Nummer nicht erraten werden kann - und selbst wenn ich erpresst werde, kann ich ja immer noch eine falsche PIN nennen, bis nach dem dritten Versuch die Karte automatisch gesperrt ist. Was mir schleierhaft ist,ist warum diese Firmen nicht auch die PIN-Funktion nutzen, denn die Hardware zur Prüfung der Pin ist meines Wissens im Kartenlesegerät drin, der Pin wird nicht übers Netz erst zur Bank geschickt und dort verglichen.
4. Lol
Michael KaiRo 23.09.2010
Zitat von sysopMontags tanken, mittwochs in der Innenstadt shoppen und jeden Freitag Wodka im Supermarkt: Wer mit seiner EC-Karte bezahlt, hinterlässt Spuren - Daten, die von den großen Transaktionsabwicklern wie Easycash gesammelt werden. Ist der gläserne Konsument bereits Wirklichkeit? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,719168,00.html
Gähn! Das ist doch gar kein Problem. Mittels Metacross-Datenbanken holt man sich Ruckzuck diese Daten. Irgendein großer Versandhändler hat mit Sicherheit Namen plus Kontonummer. Beides lasse ich synchron laufen und schwuppdiwupp habe ich nen neuen klasse Datensatz. Habe ich schon mal Namen, Adresse etc. kann ich mit weiteren bestehenden Datenbanken, die überall käuflich zu erwerben sind, das durchschnittliche Gehalt feststellen, welches Auto im Haushalt vorhanden ist / sind, wohin die Urlaubsreisen gehen etc.. all das ist mit weiteren Klicks relativ simpel darstellbar. Machen wir uns nix vor: Der gläserne Konsument ist bereits Alltagsgeschäft. Und wenn unsere Kiddies weiterhin Facebook & Co ausfüllen, wirds noch intimer und auf Dauer abrufbar.
5. Gläserner Mensch
jdm11000 23.09.2010
Zitat von sysopMontags tanken, mittwochs in der Innenstadt shoppen und jeden Freitag Wodka im Supermarkt: Wer mit seiner EC-Karte bezahlt, hinterlässt Spuren - Daten, die von den großen Transaktionsabwicklern wie Easycash gesammelt werden. Ist der gläserne Konsument bereits Wirklichkeit? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,719168,00.html
Gläsern sind wir doch eh so gut wie... Die Behörden sammeln ohne Ende Daten und werfen sie mittlerweile in immer grösser vernetzte Datenbanken. Die Sparkassensysteme (einer der grössten Anbieter von EC-Terminals) haben Easycash gegründet, um eben einen Abwicklungsdienst zu schaffen und andererseits das Ausfallrisiko zu minimieren. Nur mit dem Nachteil, daß nicht nur EC Anweisungen betroffen sind, sondern auch das bekannte Lastschriftverfahren. Wenn nämlich die Datenbank nicht aktuell ist, dann wird einem sogar noch ein Vorfall jahrelang danach vorgehalten und das Lastschriftverfahren platzt. Erst auf Nachfrage erhält mann - wenn denn überhaupt - eine Antwort. Mit natürlich verbundenen "Kosten" - die immer unverschämter vom Kunden abverlangt werden. Kontoauflösungsgebühren gehören ja mittlerweise zum alten Eisen, heute sind es Kosten für die Erstellung einer Rechnung etc. Alles in allem kann man nur sagen - zurück zum Bargeld! Ich zahle auch immer mehr bar - nur wenn es wirklich grosse Beträge sind, dann nicht. Und das Handy sollte man auch auslassen - darüber kann man echt gut geortet werden.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Wer betreibt wie viele Geldautomaten?
Die Sparkassen - Das dichteste Netz
Mit rund 16.000 Geschäftsstellen und 25.700 Geldautomaten haben die Sparkassen das dichteste Netz in Deutschland. Rund 90 Prozent der Sparkassen-Kunden haben einer bankinternen Umfrage zufolge ein ganzes Jahr lang praktisch nie einen fremden Geldautomaten zum Geldabheben genutzt und damit auch keine Fremdgebühren gezahlt.
Die Volks- und Raiffeisenbanken - Das Bankcard-Servicenetz
Rund 1150 Volksbanken, Raiffeisenbanken, PSD-Banken, ein Teil der Sparda-Banken und sonstige Kreditgenossenschaften haben bundesweit 18.600 Automaten aufgestellt. Ihr Verbund Bankcard-Servicenetz bietet damit neben den Sparkassen einen großen Teil der Infrastruktur für Bargeldabhebungen, wie der Verband betont. Auch hier nutzen 90 Prozent der eigenen Kunden nur diese Automaten.
Die Cash-Group - Das Netz der großen Privaten
Zu diesem Verbund haben sich die großen deutschen Privatbanken zusammengeschlossen: Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank und Postbank sowie deren Tochterunternehmen. Sie haben bundesweit mehr als 7000 Geldautomaten in Betrieb.
Der Cash-Pool - Das kleine Netz
Zu diesem Verbund gehören verschiedene Institute wie die Sparda-Banken, die schwedische SEB-Bank, die spanische Santander, die Targobank (früher Citibank), Wüstenrot, Degussa oder Nationalbank. Sie bieten ihren Kunden zusammen rund 2500 Automaten zum kostenlosen Abheben von Bargeld.
Die Direktbanken - Mit der Kreditkarte abheben
Diese Institute haben häufig nur ein kleines Automatennetz und bieten ihren Kunden teils an, per Kreditkarte gebührenfrei an den Automaten anderer Institute abzuheben. Normalerweise fallen für das Abheben mit Kreditkarten hohe Zusatzkosten an. Sparkassen und Genossenschaftsbanken kritisierten diese Praxis der Direktbanken immer wieder, weil diese kein eigenes großes Automatennetz aufbauen und sich auf die Infrastruktur der Wettbewerber verlassen.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: