Cloud-Speicher Zehn Dropbox-Alternativen im Überblick

Mit dem Konzept, Daten via Cloud-Speicher jederzeit und überall verfügbar zu machen, ist Dropbox groß geworden. Doch mittlerweile gibt es reichlich Alternativen. Das Magazin "t3n" stellt zehn davon vor.

Schriftzug "The Cloud""
CC BY-SA 2.0 perspecsys.com

Schriftzug "The Cloud""

Von "t3n"-Autor Kim Rixecker


Dropbox hat das Konzept des Cloud-Speichers bei Firmen und Privatpersonen populär gemacht. Die Möglichkeit, via Internet von jedem Punkt der Erde auf wichtige Daten zuzugreifen, ist für viele Webworker kaum noch aus ihrem Tagesablauf wegzudenken.

Mittlerweile tummeln sich Dutzende Anbieter in diesem Bereich. Die Wahl eines geeigneten Dienstes wird damit nicht gerade vereinfacht. Das Magazin "t3n" hat zehn der wichtigsten Dropbox-Alternativen zusammengesucht.

Google Drive

Google

Mehr als 240 Millionen Menschen nutzen Google Drive. Der Cloud-Speicher ist vor allem für Teams interessant, die Dokumente über eine Weboberfläche gemeinsam bearbeiten wollen. Texte, Präsentation, Tabellen, Formulare und Bilder lassen sich direkt im Browser erstellen, bearbeiten und mit anderen Nutzern teilen.

Entsprechende Software bietet Google für Windows, OS X, Android und iOS. Offizielle Google-Drive-Software für Linux wurde zwar angekündigt, ist aber noch nicht verfügbar.

Unternehmen, die Google Apps for Work einsetzen, erhalten pro Mitarbeiter 30 Gigabyte Speicherplatz für Google Drive und Gmail. Für acht Euro pro Nutzer und Monat gibt es unbegrenzten Speicherplatz. Firmen mit weniger als fünf Nutzern erhalten standardmäßig ein Terabyte Speicherplatz pro Nutzer.

Microsoft OneDrive

Microsoft

Microsoft versucht mit seinem Cloud-Speicher vor allem Google Konkurrenz zu machen. OneDrive hieß ursprünglich SkyDrive, nach einem Markenstreit war Microsoft jedoch gezwungen, den Dienst umzubenennen. Ähnlich wie Google Drive bietet auch OneDrive die Möglichkeit, Dokumente direkt im Browser zu bearbeiten. Entsprechende Apps bietet Microsoft für Windows, OS X, Android, iOS und Windows Phone an.

Unternehmen zahlen 4,20 Euro pro Monat, die Benutzer bekommen dafür Zugriff auf ein Terabyte Speicherplatz. Unternehmen, die Office 365 einsetzen, erhalten den Onlinespeicher als Teil ihres Abonnements.

Box

Box

Box wurde schon 2005 gegründet. Der Anbieter richtet sich vor allem an Geschäftskunden und bietet Funktionen zum Projektmanagement, zur Dokumentenverwaltung und zur Automation von Arbeitsabläufen an. Außerdem lassen sich andere Systeme wie Google Apps, NetSuite oder Salesforce in Box integrieren. Der Cloud-Speicher bietet Apps für Windows, OS X, Android, iOS, BlackBerry, Windows Phone und webOS an.

Das Business-Paket von Box kostet Unternehmen zwölf Euro pro Monat und Mitarbeiter. Dafür gibt es wie bei Google Drive unbegrenzten Speicherplatz in der Cloud. Die maximale Dateigröße liegt bei fünf Gigabyte.

SpiderOak

SpiderOak

SpiderOak dürfte für viele der ultimative Cloud-Speicher für die Post-Snowden-Welt sein. Das Unterscheidungsmerkmal zu den bekannteren Konkurrenten liegt in der Verschlüsselung. Alle Daten werden schon verschlüsselt übertragen, sodass SpiderOak zu keinem Zeitpunkt die Daten seiner Kunden einsehen kann. Der Anbieter hat Apps für Windows, OS X, Linux, iOS und Android im Angebot.

SpiderOak bietet, je nach Unternehmensgröße, verschiedene Pakete an. Die Preise liegen zwischen fünf und neun Dollar pro Monat und Mitarbeiter. Zusätzlich fallen je nach Paket Einrichtungsgebühren an. Der Speicherplatz ist bei den Business-Varianten unbegrenzt. Firmen können für ihre Mitarbeiter jedoch Obergrenzen festlegen, sofern sie das wünschen.

SecureSafe

SecureSafe/ YouTube

Der Schweizer Cloud-Speicher-Anbieter ist vor allem für Firmen interessant, die besonderen Wert auf den Schutz ihrer Daten legen. Denn diese werden verschlüsselt auf den Servern des Unternehmens in der Schweiz abgelegt.

Des Weiteren bietet SecureSafe die Anmeldung per Zwei-Faktor-Authentifizierung über eine Smartphone-App oder per SMS an. Es gibt Apps für Mac, Windows, iOS und Android. Protokolle wie WebDAV werden allerdings nicht unterstützt. Dafür bietet der Anbieter einen integrierten Passwort-Manager an.

Ab drei Mitarbeitern zahlen Unternehmen neun Euro pro Monat und Mitarbeiter. Dafür erhalten sie drei Team-Speicher mit 30 Gigabyte gemeinsamen Speicherplatz sowie 100 Megabyte zusätzlichen Speicher für jedes Team-Mitglied.

Your Secure Cloud

yoursecurecloud.de

Der deutsche Anbieter Your Secure Cloud richtet sich an Privat- und Firmenkunden. Über die integrierte Online-Dateiansicht kann man Word-, Excel-, Powerpoint-, PDF- sowie alle OpenOffice-Dateien direkt im Browser öffnen. Mit der integrierten Chat-Funktion soll darüber hinaus auch das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten vereinfacht werden. Neben iOS- und Android-App unterstützt YourSecureCloud die Synchronisation von Daten unter Windows, OS X und Linux.

Privatkunden zahlen 2,49 Euro pro Monat für zehn Gigabyte Cloud-Speicher. 50 Gigabyte kosten 7,99 Euro. Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Firmenkunden zahlen mindestens 6,49 Euro im Monat und erhalten dafür 25 Gigabyte Speicherplatz. Mehr Speicherplatz gibt es auf Anfrage beim Unternehmen. Der Serverstandort ist in jedem Fall Deutschland.

SugarSync

SugarSync

SugarSync wurde vor zehn Jahren gegründet. Das Unternehmen wirbt mit einer einfachen Benutzeroberfläche und der Möglichkeit, jede Datei auf einem Rechner ohne viel Aufwand synchronisieren zu können. Es gibt Software für Windows, OS X, iOS, Android, BlackBerry und Symbian.

Die Preise für Unternehmen beginnen bei 55 Dollar im Monat oder 550 Dollar pro Jahr. Dafür erhalten Teams, die aus einer bis drei Personen bestehen, ein Terabyte Speicherplatz. Größere Teams können sich ein Angebot von SugarSync einholen.

FileSync

FileSync/ YouTube

FileSync will sich als Back-up-Lösung in der Cloud positionieren. Alle Daten werden nach Angaben des Anbieters mehrfach redundant abgespeichert. Außerdem kann man ältere Versionen seiner Dateien jederzeit wiederherstellen. Bis zu 30 Versionen einer Datei werden von FileSync gesichert.

Gelöschte Dateien bleiben 30 Tage auf den Servern des Anbieters und werden erst dann endgültig gelöscht. Das Web-Interface von FileSync enthält außerdem einen File-Viewer, mit dem man direkt über den Browser oder die App Zugriff auf Dokumente und Medieninhalte bekommt.

FileSync unterstützt den Zugriff auf die gespeicherten Dateien per FTP, SFTP und WebDAV. Die Server des Anbieters stehen in der Schweiz. Außerdem kann man Dateien mit nur einem Klick mit Freunden oder Kollegen teilen.

Privatnutzer erhalten 512 Gigabyte Speicherplatz für monatlich 7,25 Euro. Die einfache Back-up-Funktion mit ebenso viel Speicherplatz schlägt mit 4,50 Euro zu Buche. Das günstigste Paket für Firmen umfasst ein Terabyte Datenspeicher, kostet monatlich 43 Schweizer Franken und erlaubt sogar ein eigenes Branding.

DriveOnWeb Business

DriveOnWeb

DriveOnWeb ist ein deutscher Cloud-Speicherdienst. Die Daten auf DriveOnWeb werden auf Servern in Deutschland gespeichert. Außerdem garantiert das Unternehmen die Einhaltung des Datenschutzes nach ISO 27001. Passende Apps gibt es für Windows, iOS und Android. Mac- und Linux-Clients sind nicht verfügbar.

DriveOnWeb Business wird in drei Varianten angeboten, die sich vor allem in der Form des Kundensupports und dem Anpassungsgrad unterscheiden. Die Preise variieren je nach Unternehmensgröße und Speichermenge.

HiDrive

Strato

Mit HiDrive Pro bietet auch der zweitgrößte europäische Hosting-Anbieter Strato einen eigenen Cloud-Datenspeicher für Unternehmen an. Strato wirbt vor allem mit dem Server-Standort in Deutschland. Eigene Apps existieren für Windows, iOS und Android.

Die Preise variieren je nach Vertragslaufzeit, dem gewünschten Speicherplatz und den benötigten Features. Zusätzliche Benutzerkonten lässt sich der Anbieter extra bezahlen. Dasselbe gilt für den Zugriff über FTP, SFTP, FTPS, WebDav, SCP, rsync und die Nutzung der Versionsverwaltung auf Git-Basis. Dadurch ist die Preisstruktur leider etwas unübersichtlich.

Fazit: Es muss nicht immer Dropbox sein

Ob man nun Dropbox oder eine der hier vorgestellten Alternativen nutzt, hängt von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Für wen Verschlüsselung und ein europäischer Server-Standort Priorität haben, der könnte mit SecureSafe und DriveOnWeb glücklich werden. Für andere Firmen könnte der Funktionsumfang von Box und vor allem die Integration in Systeme anderer Anbieter der entscheidende Faktor sein.

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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
quark2@mailinator.com 04.06.2016
1.
Wenn ich was zu verteilen habe, lade ich das auf meinen eigenen Server. Eine eigene Website ist eh nötig, damit Facebook etc. sich nicht das ganze Web unter den Nagel reißen und damit löst sich das Problem mit der "Cloud" von alleine. Wobei das Wort Cloud eigentlich für verteilte Rechenleistung stand, nicht für verteilten Speicher. Immer schön, wenn Markettingleute einem die Fachbegriffe umdeuten.
rmuekno 04.06.2016
2. Eine vernünftige Cloud kostet Geld
@1 genua richtg ansonsten bekomme ich für das selbe Geld einen Mietserver mit eigener Domain und dann Opensource Software wie z.B. Owncloud drauf, das bring jeder interessiert Nutzer hin und die Datenhoheit liegt bei Ihm, notfalls den 14 jährigen Sohn/Tochter machen lasssen.
rmuekno 04.06.2016
3. Nachtrag
die angegeben Speichervolumen klinge super, dürften aber meist illusorisch sein. Um zig Giga bis Terabyte zu übertragen ist das Internet noch vile zu langsam, d.h. die meisten Nutzer dürften nur eine geringen Teil nutzen. Ich denke wenn jeder Nutzer seine vollen maximalen Speicherplatz nutzen würde, bräche bei den Anbietern alles zusammen. Da eben nur ein geringer Teil des maximalen Speichers genutzt wird könne die Preise auch so günstig sein. Vernünftige Server, Festplatten redundant u.U. noch mit Backup, das ganze in gesicherten Rechenzentren kostet eben immer noch richtig Geld,
zeichenkette 04.06.2016
4.
...stand noch nie für verteilte Rechenleistung. Die Wolke war von Anfang an einfach ein Symbol für das Internet "da draußen". Das versinnbildlicht nur, dass da ein Netz von Servern ist, die etwas tun und die man benutzen kann, ohne dass man sich Anwender um die Details kümmern muss. Ob das Rechenleistung oder Speicherplatz ist, ist da völlig irrelevant. Der eigene Server ist in diesem Sinne keine "Cloud", denn man muss ihn selber mieten und verwalten und sich um alles kümmern. Er ist also keine Cloud, sondern halt ein Server. Wer diesen Unterschied nicht versteht, der kapiert auch nicht, warum so viele Leute die "Cloud" vorziehen: Sie wollen eben nicht einen eigenen Server verwalten müssen.
ogg00 04.06.2016
5. wichtiges Detail fehlt
im Gegensatz zu Dropbox speichern OneDrive, Hidrive und ich glaube auch Google drive nicht zuverlässig offline kopien auf dem Rechner. D.h. im Zug und weiten Teilen Deutschlands ohne echtes stabiles LTE komme ich an umfangreiche Daten unterwegs NICHT dran. Da ist Dropbox meines Wissens konkurrenzlos.
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