Netflix scheint für das Online-Kaufhaus Amazon derzeit Ideenlieferant und Lieblingskonkurrent gleichzeitig zu sein. Seit Februar bietet das Online-Versandhaus US-Kunden eine Online-Fernseh-Flatrate. Die ermöglicht es Kunden, sich nach Lust und Laune aus einem Angebot von 5000 Filmen und TV-Serien per Streaming zu bedienen. Ein ähnliches Angebot plant der Konzern nun auch für E-Books, berichtet das "Wall Street Journal".
Das "Wall Street Journal" beruft sich auf mehrere, nicht namentlich zitierte Insider. Ihnen zufolge wirbt Amazon derzeit bei Verlagen um Lizenzen für das Angebot, bei dem Kunden gegen eine Monatsgebühr Zugriff auf eine virtuelle Bibliothek haben sollen. Amazon soll laut dem Bericht eine Flatrate für ältere Titel planen, von aktuellen Bestsellern ist nicht die Rede.
Um Buchverlage für das Modell zu interessieren und sich einen nennenswerten Buchbestand zu sichern, soll Amazon bereit sein, beträchtliche Lizenzzahlungen zu leisten. Viele Verlagsvertreter sind skeptisch, sie fürchten einen deutlichen Wertverlust ihrer Bücher.
Einmalig ist die Idee einer Lese-Flatrate nicht. In Spanien versucht sich zum Beispiel das Unternehmen 24symbols an einer Digitalbuch-Flatrate.
Ein anderes Angebot, über das man sich mit virtuellem Lesestoff versorgen kann, bieten viele öffentliche Bibliotheken schon längst unter dem Dach der Onleihe. Hier kann man neben E-Books auch elektronische Zeitschriften und Zeitungen, Hörbücher, Musik und Videos ausleihen. Allerdings haben die Bibliotheken bei Digitalausgaben nur eine beschränkte Anzahl von Exemplaren im Angebot - auch Digitalbücher können vergriffen sein.
meu/mak
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