Zeitungsbericht: Amazon plant angeblich E-Book-Flatrate

Musik, Filme, nun auch Literatur per Flatrate? Einem Zeitungsbericht zufolge verhandelt der US-Konzern Amazon mit Verlagen über ein Digitalbuch-Abo. Wer einmal zahlt, soll aus einem großen Angebot ältere Werke auswählen können - sollten sich Verlage darauf einlassen.

Amazon-Kindle: Bald mit unbegrenztem Lesestoff für Premium-Kunden? Zur Großansicht
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Amazon-Kindle: Bald mit unbegrenztem Lesestoff für Premium-Kunden?

Netflix scheint für das Online-Kaufhaus Amazon derzeit Ideenlieferant und Lieblingskonkurrent gleichzeitig zu sein. Seit Februar bietet das Online-Versandhaus US-Kunden eine Online-Fernseh-Flatrate. Die ermöglicht es Kunden, sich nach Lust und Laune aus einem Angebot von 5000 Filmen und TV-Serien per Streaming zu bedienen. Ein ähnliches Angebot plant der Konzern nun auch für E-Books, berichtet das "Wall Street Journal".

Das "Wall Street Journal" beruft sich auf mehrere, nicht namentlich zitierte Insider. Ihnen zufolge wirbt Amazon derzeit bei Verlagen um Lizenzen für das Angebot, bei dem Kunden gegen eine Monatsgebühr Zugriff auf eine virtuelle Bibliothek haben sollen. Amazon soll laut dem Bericht eine Flatrate für ältere Titel planen, von aktuellen Bestsellern ist nicht die Rede.

Um Buchverlage für das Modell zu interessieren und sich einen nennenswerten Buchbestand zu sichern, soll Amazon bereit sein, beträchtliche Lizenzzahlungen zu leisten. Viele Verlagsvertreter sind skeptisch, sie fürchten einen deutlichen Wertverlust ihrer Bücher.

Einmalig ist die Idee einer Lese-Flatrate nicht. In Spanien versucht sich zum Beispiel das Unternehmen 24symbols an einer Digitalbuch-Flatrate.

Ein anderes Angebot, über das man sich mit virtuellem Lesestoff versorgen kann, bieten viele öffentliche Bibliotheken schon längst unter dem Dach der Onleihe. Hier kann man neben E-Books auch elektronische Zeitschriften und Zeitungen, Hörbücher, Musik und Videos ausleihen. Allerdings haben die Bibliotheken bei Digitalausgaben nur eine beschränkte Anzahl von Exemplaren im Angebot - auch Digitalbücher können vergriffen sein.

meu/mak

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insgesamt 3 Beiträge
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1. .
c++ 12.09.2011
Das macht Sinn, man kann ohnehin nur begrenzt viel lesen. Sollte man auch für Zeitschriften anbieten, dann müssen die Leute nicht mehr so oft in die Bahnhofsbuchhandlung oder zum Arzt gehen, wenn sie Zeitschriften lesen wollen. Und wenn man das bequemer haben kann, warum soll man dafür nicht zahlen?
2. Titel
BartSimpson 12.09.2011
Zitat von sysopMusik, Filme, nun auch Literatur per Flatrate? Einem Zeitungsbericht zufolge verhandelt der US-Konzern Amazon mit Verlagen über ein Digitalbuch-Abo. Wer einmal zahlt, soll aus einem großen Angebot ältere Werke auswählen können - sollten sich Verlage darauf einlassen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,785731,00.html
Wenn die Sache nicht auf das Amazongerät Kindl beschränkt ist, könnte das Angebot wirklich interessant sein. Wenn Amazon versucht, damit ausschließlich die Hausmarke Kindl zu pushen, dann ist das Projekt von Beginn an eine Totgeburt. Ich fürchte nur, dass die entsprechenden unfähigen und realitätsfernen BWLer, sich gerade Letzeres vorstellen.
3. Kein Titel
Jean P. v. Freyhein 13.09.2011
Zitat von c++Das macht Sinn, man kann ohnehin nur begrenzt viel lesen. Sollte man auch für Zeitschriften anbieten, dann müssen die Leute nicht mehr so oft in die Bahnhofsbuchhandlung oder zum Arzt gehen, wenn sie Zeitschriften lesen wollen. Und wenn man das bequemer haben kann, warum soll man dafür nicht zahlen?
Amazon bietet bereits seit längerem auch Zeitschriftenabos für den Kindle bzw. die Kindle Apps u.a. für Smartphones und Tablets an.
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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