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Zwei Jahre Haft: Bitcoin-Aktivist wegen Geldwäsche verurteilt

Bitcoin-Aktivist Shrem: Vorwurf der Geldwäsche Zur Großansicht
Getty Images

Bitcoin-Aktivist Shrem: Vorwurf der Geldwäsche

Für die Drogen-Website Silk Road soll er Geldwäsche betrieben haben - nun muss der Bitcoin-Aktivist Charlie Shrem ins Gefängnis. Die virtuelle Währung bezeichnete er trotzdem als sein Baby und sein Leben.

Charlie Shrem, der Chef von BitInstant und Vizepräsident der Bitcoin Foundation, ist von einem Bezirksgericht in Manhattan zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Shrem bekannte sich der Geldwäsche schuldig. Er habe einem Komplizen Krypto-Geld zur Verfügung gestellt, der unter dem Pseudonym "BTCKing" Nutzern der Drogen-Website Silk Road beim Umtausch ihres Gelds in Bitcoin geholfen haben soll.

Shrem drohten nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft bis zu 71 Monate Haft. Sein Anwalt plädierte nach dem Schuldeingeständnis seines Mandanten auf eine Bewährungsstrafe. Dem folgte der Richter nicht. Er ordnete die Pfändung von einer Million Dollar aus Shrems Vermögen an. Er habe ein schweres Verbrechen begangen, eine Haftstrafe von zwei Jahren sei gerechtfertigt.

Der Richter erklärte in seinem Urteil: "Unzweifelhaft war Mister Shrem über mehrere Monate hinweg wissentlich, absichtlich, auch etwas begeistert und mit Herzblut an Aktivitäten beteiligt, von denen er wusste, dass sie teilweise gegen das Recht verstoßen."

"Ich hab's vergeigt", erklärte Shrem laut "Bloomberg" am Freitag vor Gericht. "Die Bitcoin-Community ist verängstigt, dort passiert keine Geldwäsche mehr. Alle haben Angst. Bitcoin ist mein Baby, meine Welt und mein Leben - dafür wurde ich in die Welt gesetzt. Ich muss dort draußen sein. Wenn der sehr geehrte Herr Vorsitzende mir das ermöglicht, kann ich draußen in der Welt dafür sorgen, dass andere Leute nicht den gleichen Fehler begehen wie ich."

Festnahme nach Geldwäsche

Charlie Shrem wurde am 28. Januar 2014 auf dem John F. Kennedy International Airport verhaftet. Sein Komplize kurz darauf in seiner Wohnung in Cape Coral, Florida.

Silk Road war ein Online-Drogenmarktplatz, den das FBI im Herbst 2013 geschlossen hatte. Neben Geldwäsche wurde den Männern vorgeworfen, ohne Genehmigung Geldwechsel-Geschäfte betrieben zu haben. Insgesamt sollen sie gemeinsam mehr als eine Million Dollar von Silk-Road-Nutzern in Bitcoin umgetauscht haben. Angesichts der großen Transaktionen soll Shrem "BTCKing" Rabatte gewährt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Komplize seine Untergrund-Wechselstube von Dezember 2011 bis Oktober 2013 betrieben haben, die Zusammenarbeit mit Shrems Firma dauerte bis Ende 2012.

Charlie Shrem hat sich als Vizepräsident der Bitcoin Foundation einen Namen gemacht, einer Art Lobbygruppe für die virtuelle Währung. Seine Börse BitInstant hat mittlerweile den Betrieb eingestellt. Schlagzeilen hatte BitInstant in der Vergangenheit durch ein Investment der Winklevoss-Brüder gemacht. In einem Statement der Brüder hieß es, sie seien über Shrems Festnahme "zutiefst besorgt".

kno

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Das war doch klar!Bitcom ist eine Gefahr für den Staat!
kobmicha 22.12.2014
Sobald sich Dinge entwickeln die sich dem Machtgefühe der Staatsmacht entziehen könnte wird es ganz massiv von den Machtzentren der Welt bekämpft. Und der Staat hat durch Gesetze die Grundlage dazu geschaffen! Der Staat will die totale Kontrolle über die Menschen erhalten und weiter ausbauen. Eine "Versklavung" der Menschen mit anderen Mitteln ist schon real und wir immer mehr betrieben! Sklaverei dient dort, wo sie eine Gesellschaftsstruktur bestimmt, meist der wirtschaftlichen Ausbeutung und Aufrechterhaltung einer Klassengesellschaft.
2. Tipp für die Weihnachtstage!
dvelopa 22.12.2014
Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit, um mehr über die Hintergründe von Bitcoin, Blockchain und Co. zu erfahren. Sie werden erstaunt sein, welche Informationen Ihnen von Seiten der klassichen Medien vorenthalten werden. Viel Spaß beim Lesen!
3. HSBC Großbank
bitcoinforum_de 22.12.2014
Man stelle sich vor die HSBC Großbank wäre mit gleichem Maß gemessen worden. Lach. Aber da ging es ja um Milliarden, das war ja sicher ganz wichtig und 'Systemrelevant'. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hsbc-zahlt-1-9-milliarden-dollar-strafe-wegen-geldwaesche-a-872119.html
4. @Beitrag#1
trust me 23.12.2014
Blödsinn, Shrem hat gegen das Gesetz verstoßen und wurde deshalb verurteilt. Viele demokratische Staaten, speziell die USA, sind dem Thema Cryptowährungen sehr offen eingestellt. Zum einen weil sie wissen dass man diese Entwicklung nicht rückgängig machen kann und zum anderen weil sie die Changen erkennen die dahinter stecken, sei es wirtschaftlich oder gesellschaftlich. Ob dieses Strafmaß nun gerecht ist, Stichwort HSBC, ist ein anderes Thema. Was ich aber noch sagen muss ist dass die Berichterstattung zum Thema Bitcoin, hier bei SPON, hauptsächlich nur die negativen Schlagzeilen aufgreift.
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  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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