Frankfurt am Main - Ab 16 Jahren soll es losgehen, und zwar richtig. Auf einem Informationsblatt, das am Freitag pünktlich zur Zeugnisausgabe an hessischen Schulen verteilt wurde, fordert die 600-Mann-Sozialistentruppe aus dem Äbbelwoi-Land das "Recht auf Rausch": Backanleitung für Hasch-Kekse (Leseprobe: "Zerbröselt etwas Dope und erhitzt es mit ein wenig Butter"), Pflegehinweise für berauschende Zimmerpflanzen ("Zuerst einmal besorge dir vernünftigen Samen") und ideologisches Rüstzeug für die Diskussion daheim am Küchentisch ("Cannabis ist Arznei, zarte Droge und Nutzpflanze") sind zu finden.
"Recht auf Rausch"?
Auch wenn in dem Flugblatt nach Ansicht der PDS nicht direkt zum Drogenkonsum aufgerufen wird, dürfte die Aktion trotzdem rechtlich bedenklich sein. Die Kripo sei am Freitag schon mal in der Landesgeschäftsstelle vorbeigekommen sagt Seibert, vorerst nur um sich ein Faltblatt abzuholen und den Inhalt zu prüfen.
In der PDS-Zentrale wird die "ungewöhnliche Aktion" mit Sympathie aufgenommen, sagt PDS-Pressesprecher Hanno Harnisch. Rechtliche Probleme sehe er im Moment nicht. Vielmehr freute er sich ob des großen Medieninteresses für die Kampagne: "Eine nette PR-Aktion im Vorwahlkampf."
In das Flugblatt hat sich indessen ein peinlicher Fehler eingeschlichen, der - für bare Münze genommen - den Sinn der Aktion in Frage stellen müsste. Zitat: "Lediglich 95 Prozent der Cannabiskonsumenten greifen irgendwann auf härtere Drogen zurück." Moment. "Das ist uns durchgerasselt, die Neun gehört da nicht hin", sagt Seibert. Aha. Stocknüchtern also.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH