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26.03.2001
 

Kennedy-Attentat

Es gab noch einen vierten Schuss

Die Theorie, dass John F. Kennedy einer Verschwörung zum Opfer fiel, erhält neuen Auftrieb. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es 1963 in Dallas mit großer Wahrscheinlichkeit einen vierten Schuss auf den US-Präsidenten gegeben hat.

Dallas: Die letzten Minuten des JFK
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REUTERS

Dallas: Die letzten Minuten des JFK

Washington - Untersuchungen im Auftrag des amerikanischen Kongresses hatten 1985, 22 Jahre nach dem Attentat auf John F. Kennedy in Dallas, ergeben, dass die Ermordung des US-Präsidenten "wahrscheinlich das Ergebnis einer Verschwörung" sei. Lee Harvey Oswald konnte kein Einzeltäter sein, denn es gab, neben den drei Schüssen aus Oswalds Waffe, einen weiteren Schuss, der nicht aus dem Schulbuchladen auf Kennedy abgefeuert wurde, in dem sich Oswald aufgehalten hatte.

Ein Gremium der National Academy of Sciences wertete das Aufnahmegerät eines Polizisten aus, auf dem die Geräusche am Dealey Plaza, dem Tatort, aufgezeichnet waren. Ergebnis: Der so genannte vierte Schuss sei einfach nur Krach, vielleicht ein Störgeräusch, angeblich aufgenommen, als der getroffene Präsident schon auf dem Weg ins Krankenhaus war.

In einem Artikel in "Science and Justice", einem Organ der Forensic Science Society in Großbritannien, behauptet der JFK-Forscher D. B. Thomas, die Studie der National Academy of Sciences sei fehlerhaft. Sie versäume es, die Äußerungen eines Streifenpolizisten in Dallas zu berücksichtigen, der ausgesagt hatte, die Geräusche, die sich wie Gewehrschüsse anhörten, seien exakt in dem Moment zu vernehmen gewesen, als Kennedy ermordet wurde.

Nach dem Attentat
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AP

Nach dem Attentat

Der Autor des Artikels behauptet, es sei mit mehr als 96-prozentiger Sicherheit zu sagen, dass es neben den drei Schüssen aus dem Buchlager einen weiteren Schuss von "Grassy Knoll", einem Hügelchen rechts der Präsidentenlimousine gegeben habe.

G. Robert Blakey, früherer Chef des Untersuchungsausschusses zur Ermordung Kennedys, bewertet die neuen Untersuchungen von Thomas als sorgfältig und seriös. "Es zeigt, dass auch wir Fehler gemacht haben, aber geringe Fehler", räumt Blakey ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen vierten Schuss gab, der nicht aus Oswalds Waffe kam, sei durch Thomas' Studien von 95 Prozent auf 96,3 Prozent gestiegen. Es gebe daher kaum einen Zweifel, dass mindestens zwei Menschen auf Kennedy geschossen haben.

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