Cannes - "Ich weiß noch nicht, ob er mein Feind wird", sagte der Gründer des Magazins "Hustler", der sich auch als Aktivist für Pressefreiheit geriert, bei den Filmfestspielen in Cannes. Es sei allerdings bereits vor den Recherchen seiner Redakteure klar: "Er ist bestimmt der dümmste Präsident, den wird jemals gehabt haben." Seine Leute würden die Vergangenheit von Bush untersuchen, doch es sei "sehr schwer, in Texas etwas herauszubekommen".
Flynt, der seit einem Attentat 1978 gelähmt ist und in einem vergoldeten Rollstuhl vorfährt, hatte während der Clinton-Lewinsky-Affäre eine Million Dollar Belohnung für Informationen über die außerehelichen Aktivitäten der republikanischen Kongressabgeordneten ausgesetzt. Er versteht sich als Kämpfer "gegen die Zensur durch Regierungen und religiöse Fraktionen, die versuchen, ihre Moral durchzusetzen", sagte er in Cannes und freute sich über die Freiheiten, die das Internet seinem Gewerbe biete.
Gänzlich deplatziert war der Auftritt des Pornoproduzenten in Cannes nicht: Mit seinem biografischen Film "Larry Flynt" hat der Regisseur Milos Forman 1996 den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen.
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