Dortmund - 110.000 Mark hat man ihm schon dafür geboten, doch Heinz Sänger rückt es nicht raus. Schließlich gehört das Handy von Madonna zu den Stars seiner Sammlung. Das Telefon befindet sich bei dem 59-jährigen Dortmunder in illustrer Gesellschaft, es lagert neben abgelegten "Knochen" von Claudia Schiffer, Michael Schumacher, Gerhard Schröder, Helmut Kohl und der Klitschko-Brüder.
Sogar der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat Sänger sein altes Mobile vermacht: ein hässliches, großes, unhandliches Gerät, mit dem der Staatschef noch 1999 telefoniert haben soll. Ein Jahr hat Sänger darum gekämpft. "Es ist nicht leicht, an Prominenten-Handys zu kommen - und je höher die Messlatte liegt, um so schwieriger wird es", verrät der Telefon-Maniac.
Vor allem ein prominenter Mobil-Funker bereitet dem Rentner momentan Sorgen: Der Papst will sein "kleines Schwarzes" nicht rausrücken. Stattdessen wurde das Handy von Joseph Kardinal Ratzinger ins Revier geschickt, ein schwacher Trost.
8000 Mark für ein Handy
Über 1000 Telefone hat Sänger seit 1995 gesammelt, rund 60 davon sind Prominenten-Handys. Unter seinen Schätzen befinden sich auch "Dinosaurier der Mobilfunkzeit". So hat er ein Röhrengerät des alten A-Netzes von 1958 im Keller liegen. "Es ist 16 Kilo schwer und kostete damals 8000 Mark, so viel wie in Kleinwagen", erzählt der 59-Jährige. Schwer vorstellbar, aber mit diesem Klotz begann die Geschichte des Mobilfunks.
Das Handy von Bundespräsident Johannes Rau ist übrigens ein altes C-Netz-Telefon, "groß wie ein Brikett". Auch vom ehemaligen SPD-Bundeskanzler Willy Brandt besitzt der Dortmunder ein Gerät. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das schwarze Ding allerdings als Diktiergerät, erzählt Heinz Sänger. "Auf Nachfrage sagte man mir, das Diktiergerät sei in Mitarbeiterkreisen immer als das 'Handy des Kanzlers' bezeichnet worden."
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