Von Jule Lutteroth
Die Lebenslust der Cariocas, wie sich die Einwohner von Rio de Janeiro selbst nennen, ist in der ganzen Welt berühmt; ebenso der Karneval. Während sich im kalten Deutschland die Narren mit Pappnasen auf den Straßen nach Kamellen recken, steht Brasilien während der närrischen Zeit Kopf: Samba, Sex und schillernde Kostüme bestimmen das Leben unterm Zuckerhut. Sämtliche Behörden und Ämter sind geschlossen. In Deutschland würde man wohl sagen, das öffentliche Leben liegt lahm. Nicht so in Rio: Dort wird das Leben öffentlich. Millionen von Menschen tänzeln leicht bekleidet durch die Straßenschluchten, Lastwagen mit gigantischen Lautsprechern bestückt, verbreiten überall in der Stadt die Sambarhythmen. Ignorieren kann man den Karneval nicht. Wer in Rio lebt, hat nur zwei Möglichkeiten: mitmachen oder verreisen.
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