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04.04.2002
 

CSU-Vorstoß

Wer piercen will, soll zahlen

Viele Jugendliche finden einen metallenen Sticker im Mund ziemlich cool. Doch bei solchen Eingriffen sind Gesundheitsschäden nicht ausgeschlossen. Wer sich die Zunge piercen lässt, soll nach dem Willen der bayerischen Sozialministerin nur noch eingeschränkt krankenversichert sein.

Das Mädel in Blau, das mit Freundinnen bei der Love Parade 2001 ihre Zunge zeigte, könnte schon bald Probleme mit der Krankenversicherung bekommen
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REUTERS

Das Mädel in Blau, das mit Freundinnen bei der Love Parade 2001 ihre Zunge zeigte, könnte schon bald Probleme mit der Krankenversicherung bekommen

Frankfurt am Main - Bayerns Sozialministerin Christa Stewens sagte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Kassenmitglieder, die sich bewusst selbst schädigten, könnten die Gemeinschaft der Versicherten nicht für die Folgen haftbar machen.

Bei grob fahrlässigem Verhalten sollten sich Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten beteiligen müssen. Diese Regelung soll nach den Vorstellungen Stewens für die Krankenkassen verpflichtend sein. Als weitere Beispiele für fahrlässiges Verhalten nannte die CSU-Politikerin Autofahren ohne Sicherheitsgurt, Fahren mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit sowie Handy-Telefonate am Steuer. Bislang machten die Kassen von der Möglichkeit der Kostenbeteiligung zu selten Gebrauch, sagte die Ministerin.

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Bestechende Idee aus Bayern

Soll bei Zungen-Piercings der Krankenversicherungsschutz eingeschränkt werden?

  • Ja, wenn Ärzte dies als Risiko einstufen, ist es eine selbstgewählte Gefahr in eigener Verantwortung.
  • Ja, die Solidargemeinschaft kann nicht für gefährliche Modetorheiten haftbar gemacht werden.
  • Nein, der Versicherungsschutz für Raucher zum Beispiel wird auch nicht eingeschränkt.
  • Nein, denn eine Schädigung ist nicht zwangsläufig zu erwarten.
  • Egal - die Krankenversicherung ist so unter Finanzdruck, da fallen die paar kranken Piercer nicht sonderlich ins Gewicht.






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