Von Matthias Gebauer
Botschafter Borer und Gattin Shawne: Nicht mehr tragbar
Berlin/Bern/Mauritius - Am Dienstag war noch von "vertraulichen und klärenden Gesprächen" zwischen dem Schweizer Außenminister Joseph Deiss und Botschafter Borer über die Sex-Affäre mit Djamila Rowe die Rede. "Wir werden einen Termin vereinbaren", sagte der Sprecher von Deiss noch am Dienstagabend SPIEGEL ONLINE. Wann und wo, bleibe allerdings geheim.
Am Ende jedoch ging es dann etwas schneller: Am Mittwochmittag gab Minister Deiss in Bern bekannt, dass Borer Ende April aus Berlin nach Bern zurückkehren müsse. Über die weitere Verwendung des Diplomaten sagte er nichts. Zuvor hatte der Bundesrat einen Antrag auf Versetzung Borers beschlossen. Er sei als Botschafter nicht mehr tragbar, vor allem weil er bei der Aufklärung der Affäre um die "Nackte in der Botschaft" nicht sehr hilfreich gewesen sei. So hatte sich Borer geweigert, nach Bern zu einem Gespräch mit seinem Chef zu kommen. "Dafür unterbreche ich doch nicht meinen Urlaub", soll er auf Mauritius recht undiplomatisch auf die Bitte zum Rapport reagiert haben.
Allerdings habe bei der Entscheidung die Frage, ob Borer eine Beziehung zu einer anderen Frau gehabt habe, keine Rolle gespielt, hieß es in Bern. Es sei lediglich darum gegangen, ob er die Schweiz mit der nötigen Gelassenheit und Würde vertreten könne. Dies sei nach der Affäre um Djamila Rowe nicht mehr möglich gewesen.
Thomas Borer hatte zuvor von seinem Urlaubsort weiter um seine Ehre gekämpft. In einem Interview mit der Society-Postille "Bunte" sagt der Diplomat, er habe "als Botschafter nichts falsch gemacht". Zugleich veröffentlich die "Bunte" am kommenden Donnerstag ein langes Interview mit der angeblichen Geliebten selbst und den obligatorischen Fotos von der Botschafter-Gattin und der vermeintlichen Nebenbuhlerin.
In dem zwei Seiten langen Gespräch erzählt Djamila Rowe erneut von den angeblich Treffen mit Thomas Borer, wie sie sich kennen lernten und von weiteren unappetitlichen Details. Meldungen, wonach der Botschafter gegenüber der "Bunten" erklärt haben soll, seine Frau sei schwanger, wurden am Mittwochnachmittag von der Illustrierten zurückgezogen.
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