Berlin - Für Manuel Andrack, Schmidts rechte Hand und Redaktionsleiter der Sendung bei Sat.1, liegt die Antwort auf der Hand: "Die 'Harald Schmidt Show' beeinflusste die Wahl", tönt der Stichwortgeber des mitternächtlichen Politklamauks. Das Studiopublikum habe eben "die größte Dichte an Entscheidungsträgern und Mitgliedern der Elite, genauso wie Sachsen-Anhalt". Und die würden schließlich regelmäßig zuschauen und könnten sich dem Einfluss der Show nicht entziehen.
Tatsächlich überspringt die FDP bei der viermal pro Woche ans 200-köpfige Studiopublikum gestellten mitternächtlichen Sonntagsfrage stets die von Jürgen Möllemann geforderten 18 Prozent - mit steigender Tendenz (März-Durchschnitt: 22 Prozent). Zunächst als Spleen des Schmidt-Publikums abgetan, erscheint dieses Wahlverhalten seit Sonntag unvermutet repräsentativ: Die Partei erreichte in Sachsen-Anhalt ein zweistelliges Ergebnis wie zuvor im Schmidt-Studio - für Andrack Anlass genug, ab sofort den erfahrenen Wahlforscher zu mimen: Die Show beeinflusse nicht nur die Meinung der Republik, sie biete auch das Rezept gegen die Wahlmüdigkeit.
Harald Schmidt: Unterhaltung vor Abstimmung
Zudem, so Andrack, mangele es an Übersichtlichkeit. Die "Harald Schmidt"-Wahlen liefen auch deshalb so gut, weil grundsätzlich nur fünf Parteien zur Wahl stünden.
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