Lyon - 2,3 Millionen Euro Schadenersatz fordert Dils für die unschuldig im Gefängnis verbrachten Jahre. Der Mann war am Mittwoch überraschend bei seinem dritten Mordprozess freigesprochen worden.
Der damals 16-Jährige hatte den Mord an den zwei achtjährigen Kindern 1986 zunächst gestanden, dies dann später wieder zurückgenommen und seitdem seine Unschuld beteuert. Das Geständnis, das wesentlich zu den Verurteilungen beigetragen hatte, sei "falsch und unter Druck" abgegeben worden, sagte sein Anwalt. Die Verurteilung nannte der Anwalt den "schlimmsten Justizirrtum seit der Dreyfus-Affäre".
Neue Ermittlungen hatten ergeben, dass sich am Tag des Verbrechens ein Serienmörder in der Nähe des Tatorts aufgehalten hatte. Daraufhin wurde der Fall im vergangenen Jahr erneut verhandelt, die Richter sprachen Dils jedoch erneut für schuldig. Im dritten Prozess sagten neue Zeugen aus: Sie seien damals dem Serienmörder, "der getrocknetes Blut im Gesicht hatte", in der Nähe des Tatortes begegnet.
Wegen Zweifel an Dils Schuld beantragte daraufhin auch der Staatsanwalt keine Strafe mehr. Das Publikum applaudierte am Mittwochabend im Gerichtssaal nach dem Freispruch, der 31-Jährige brach in Tränen aus. "Wir wollen jetzt die verlorenen Jahre wieder aufholen", sagte seine weinende Mutter nach der Urteilsverkündung. "Seit 15 Jahren haben wir für diesen Tag gekämpft."
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