Hannover - Bereits vor drei Wochen hatten Kinder die überdimensionale Kaulquappen in einem Teich des Stadtteils Büren in Neustadt am Rübenberge entdeckt. "Die waren so riesig, wir haben sie unseren Eltern gezeigt", sagte der zehnjährige Florian.
Die Eltern informierten schließlich die Behörden. Seitdem versuchen Stadt und Bürger, den Schaden zu begrenzen. "Wir haben das anfangs für einen schlechten Scherz gehalten", sagte eine Sprecherin der Stadt. Jetzt sind Kinder und Erwachsene unterwegs, den Froschnachwuchs mit Netzen zu fangen. Sonst könnte es gefährlich werden.
Die Tiere gehören zu einer amerikanischen Ochsenfroschart, die bis zu 20 Zentimeter groß und zwei Kilogramm schwer wird. Diese Froschart fresse alle einheimischen Amphibien sowie Fische und Vögel, erklärte Christian Erdmann von der behördlich anerkannten Wildtier- und Artenschutz-Station Sachsenhagen.
Die Kaulquappen müssten schnellstens vernichtet werden, bevor es zur Metamorphose komme. Sonst drohe der Stadt eine Masseninvasion, die verheerende ökologische Folgen hätte. "Wenn die Frösche in den Leine-Fluss gelangen, sieht es zum Beispiel für die Wiedereinbürgerungsaktion der Lachse dort schlecht aus", sagte Erdmann.
Wie das Landesamt für Ökologie in Hildesheim mitteilte, wäre es die erste Ochsenfroschplage in Niedersachsen. Experten gehen inzwischen davon aus, dass die Frösche ausgesetzt wurden.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH