Katmandu/Manila - Die Zahl der Todesopfer stieg in Nepal auf 424. Mehr als 250.000 Menschen wurden bei Erdrutschen, Stürmen und Überschwemmungen verletzt. Nach den Unwettern werden die Menschen nun auch durch Krankheiten bedroht: Im Bezirk Makwanpur, rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Katmandu, breiteten sich Durchfallerkrankungen und Typhus aus. Die Kadaver toter Tiere hätten Flüsse verseucht, es stehe nicht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung, berichtete die Zeitung "Kathmandu Post" am Mittwoch. Die Gesundheitsbehörden verteilten Tabletten zur Wasserreinigung.
Die Internationale Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond bat die internationale Gemeinschaft um Spenden in Höhe von 1,7 Millionen Dollar für die Flutopfer in Nepal.
Im benachbarten Bangladesch waren die Wasserpegel in der vergangenen Woche zurückgegangen, nach neuen Regenfällen muss nun jedoch mit neuen Überschwemmungen gerechnet werden. Bislang starben mindestens 157 Menschen in den Fluten, mehr als sechs Millionen mussten ihre Häuser verlassen.
Auch im ostindischen Unionsstaat Bihar standen weite Landesteile unter Wasser. Die Behörden gaben die Zahl der Todesopfer mit 265 an, in Assam wurden weitere 30 Menschen getötet. In den beiden Staaten wurden mehr als 15 Millionen Menschen von den Wassermassen aus ihren Häusern getrieben oder sind von der Außenwelt isoliert. Nach den verheerenden Stürmen der vergangenen Tage hat sich zumindest auf den Philippinen die Wetterlage gebessert. Das Tiefdruckgebiet "Milenyo" zog am Mittwoch auf das Südchinesische Meer ab, Meteorologen zogen Unwetterwarnungen zurück.
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