Prag - Das vor Tagen bei der Überschwemmungskatastrophe vom Prager Zoo als verschwunden gemeldete Nilpferd "Slavek" ist wieder da. Der Prager Zoo teilte mit, der 18 Jahre alte Nilpferd-Bulle sei im zweiten Stock eines Pavillons entdeckt worden, in dem normalerweise Elefanten untergebracht sind. Durch das Moldau-Hochwasser war "Slavek" aus seinem Gehege frei gekommen. Wie er ins Elefantenhaus kam, darüber war nichts bekannt.
Der Prager Zoo-Direktor Petr Fejk teilte mit, "Slavek" sei unverletzt, aber von den Mitarbeitern in ziemlich übler Laune angetroffen worden. "Verständlicherweise ist er ziemlich hungrig, und entsprechend wütend ist er." Man habe sich dem Nilpferd daher nur sehr vorsichtig nähern können.
Als der Wasserstand weiter gefallen sei, hätten Zoo-Angestellte dem Dickhäuter eine Futterspur gelegt, um ihn wieder auf den Boden herab zu locken. "Er frisst, und daher denke ich, es wird ihm schon wieder gut gehen", sagte der Zoo-Direktor.
Der im Norden Prags in der Nähe des Moldau-Ufers gelegene Zoo war wegen seines Umgangs mit den Tieren während der Flut-Tage in der vergangenen Woche in die Kritik geraten. Bei der Überschwemmung waren viele Zoo-Tiere umgekommen. Unter anderem war die Frage laut geworden, wie es möglich sei, dass ein Tonnen schweres Tier einfach habe verschwinden können. Aus dem überfluteten Zoo waren rund tausend Tiere von Helfern in Sicherheit gebracht worden, fast hundert Tiere hatten jedoch trotz eines großen Rettungseinsatzes nicht überlebt. Ein Elefant, fünf Nashörner, ein Löwe, ein Gorilla und 80 Vögel waren der Flut zum Opfer gefallen.
Von den Pragern wurde vor allem der Tod des 35-jährigen indischen Elefanten "Kadir" betrauert. Der Dickhäuter war erschossen worden, als er in seinem Gehege, aus dem ihn niemand rechtzeitig befreit hatte, zu ertrinken drohte.
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