Ehevermittler Saddam Hussein
Kairo - Nach Angaben irakischer Oppositioneller hatte Saddam Hussein die Heirat seiner Enkelin Modsch mit einem entfernten Verwandten angeordnet, um familiäre Beziehungen zu kitten. Wie die Oppositionellen am Donnerstag in der arabischen Zeitung "Al-Hayat" unter Berufung auf einen kürzlich geflohenen Leibwächter von Saddams jüngerem Sohn Kusai berichteten, fand die Hochzeit bereits am 22. August statt. Die Opposition wertete die "übereilte Heirat" als Versuch Saddam Husseins, angesichts der US-Drohungen mit einem Militärschlag, "das eigene Haus in Ordnung zu bringen".
Modsch ist eine Tochter Kusais, der als designierter Nachfolger von Saddam Hussein gilt. Den Angaben zufolge wurde das Mädchen mit einem Sohn von Saddam Husseins Cousin Adnan Khairallah Tulfah vermählt. Der Cousin war bis zu seinem Tod Verteidigungsminister. Er starb 1989 nach einem Streit mit dem Präsidenten unter mysteriösen Umständen bei einem Hubschrauberabsturz.
In der Familie Saddam Husseins sind Bluttaten keine Seltenheit. Auch die Ehemänner von Husseins Töchtern Raghad und Rana wurden ermordet. Die beiden hohen Militärs, General Hussein und Oberst Saddam Kamil Hassan, hatten sich 1995 in einer spektakulären Flucht nach Jordanien abgesetzt. 1996 kehrten die Schwiegersöhne mit ihren Familien in den Irak zurück, angeblich hatte sie Saddam Hussein zuvor begnadigt. Wenig später waren sie tot - die Töchter hatten sich zuvor scheiden lassen.
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