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07.10.2002
 

Exklusiv-Fotos aus dem Jemen

Hinweis auf Terroranschlag der Qaida

Die Zeichen mehren sich, dass ein Terroranschlag die Ursache für die schwere Explosion auf dem französischen Supertanker "Limburg" vor der Küste des Jemen gewesen sein könnte. Nach Angaben einer jemenitischen Zeitung wurden inzwischen zahlreiche Verdächtige festgenommen. Bilder, die SPIEGEL ONLINE vorliegen, belegen das Ausmaß des Unglücks.

Sanaa - Mitarbeiter einer deutschen Firma, die in Al Mukalla arbeiten, wurden am Sonntag Zeugen des Großfeuers auf dem Supertanker. Mit einem Boot fuhren sie in die Nähe der brennenden "Limburg" und fotografierten das immense Loch, das auf der Steuerbordseite des Supertankers klafft und aus dem große Mengen Rohöl auslaufen.

Dicke Rauchwolken steigen aus dem brennenden Supertanker auf Deutlich erkennbar klafft auf Höhe des Meeresspiegels ein großes Loch in dem Schiff Flammen schlagen aus dem Loch, große Mengen Rohöl fließen ins Meer Die brennende Limburg: Inzwischen soll das Feuer gelöscht sein

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Wie es zu den Explosion kommen konnte, ist bislang noch immer unklar. Nach und nach mehren sich jedoch die Hinweise, dass die Detonation das Werk von Terroristen sein könnte. Nach Angaben der arabischen Zeitung "Al-Hayat" soll die Explosion auf dem Tanker ein Anschlag des Terrornetzwerks al-Qaida sein. Unter Berufung auf Islamisten-Kreise in Pakistan schrieb die Zeitung, mit dem Anschlag auf den Öltanker habe die Terrororganisation von Osama Bin Laden beweisen wollen, dass sie auch ein Jahr nach dem Beginn der amerikanischen Angriffe in Afghanistan immer noch aktiv sei.

Anschlag oder Unglück? Angeblich soll es Festnahmen gegeben haben
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AP

Anschlag oder Unglück? Angeblich soll es Festnahmen gegeben haben

Jacques Moizan, Besitzer der Reederei Euronav SA, hatte zuvor erklärt, die Besatzung der "Limburg" habe gesehen, wie sich ein kleines Schnellboot dem Supertanker genähert habe. Danach habe es die Explosion und den Brand gegeben. Ein anderer Vertreter der Reederei verwies auf Augenzeugenberichte aus der Mannschaft, wonach sich die Explosion ereignet haben soll, nachdem ein kleines Fischerboot mit dem Tanker kollidiert sei. Der Schifffahrtsagentur Lloyds berichtete, es sei auf der "Limburg" ein riesiges Loch in die Bordwand gerissen worden. Die Eignerfirma Euronav betonte, der moderne Supertanker habe aus Sicherheitsgründen eine verstärkte, doppelte Bordwand, was auf eine gewaltige Energie schließen lasse, die bei der Explosion freigeworden sein müsse.

Supertanker Limburg (Archivbild)
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AP

Supertanker Limburg (Archivbild)

Die jemenitischen Ermittler gehen nach eigenen Angaben hingegen von einer Explosion in einem der Tanks aus. Der Kapitän des Schiffes habe selbst von einem kleinen Feuer an Bord gesprochen, das die Explosion ausgelöst habe, hieß es in Sanaa. Der jemenitische Minister für Verkehr und Marine, Saeed Jafai, sagte, ein Öltank auf der "Limburg" sei explodiert.

Nach Angaben der jemenitischen Behörden floss eine große Menge Öl aus. Die Explosion habe sich bei der Anfahrt des Schiffes auf den Hafen Mina al Dabbah ereignet, wo die "Limburg" weiteres Öl hätte laden sollen. Nach Angaben aus Kreisen der Ölindustrie hatte die "Limburg" 397.000 Barrel (das entspricht 63,1 Millionen Liter) Rohöl geladen.

Der Supertanker fuhr unter französischer Flagge, nach Angaben aus Industriekreisen war das Schiff von der malaysischen staatlichen Ölfirma Petronas gechartert. Frankreichs Präsident Jacques Chirac kündigte an, es würden französische Ermittler nach Jemen entsandt. In einem Telefonat bedankte sich Chirac bei der Regierung Jemens für die Rettung und Versorgung der Besatzung - acht Franzosen und 17 Bulgaren. Ein Bulgare wurde noch als vermisst gemeldet.

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DER SPIEGEL
Ein Sprecher des US-Präsidialamts in Washington verwies auf laufende Kontakte nach Frankreich und in den Jemen. Für eine Stellungnahme sei es zu früh. Präsident George W. Bush sei am Sonntagmorgen von dem Vorfall unterrichtet worden. In den USA weckte die Explosion Erinnerungen an den Terroranschlag im Hafen Aden auf das amerikanische Kriegsschiff "USS Cole" vom Oktober 2000. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Schnellboot auf die "Cole" zugerast, bei der Explosion war die Bordwand aufgerissen worden, 17 amerikanische Matrosen starben.

Erst kürzlich hatte die US-Marine vor möglichen Anschlägen auf Tanker in der Golf-Region durch die Extremisten-Organisation al-Qaida gewarnt. Viele al-Qaida-Mitglieder sollen nach der Flucht aus Afghanistan im Jemen Unterschlupf gefunden haben.

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