Luxemburg - Als Erster erreichte am Morgen ein Taxifahrer den Absturzort zwischen den Dörfern Roodt-Syr und Niederanven. Guillaume Wainachter berichtete später, dass er aus dem noch nicht brennenden Wrack laute Schreie der Passagiere gehört habe. "Ich habe noch versucht, Menschen zu retten", so Wainachter. Plötzlich aber habe es ein "merkwürdiges Geräusch" gegeben, und die Maschine sei sekundenschnell in Flammen aufgegangen. Er habe allerdings keine Explosion wahrgenommen, so Wainachter. Der Taxifahrer sagte auch, dass die Tür am Cockpit der Maschine geöffnet gewesen sei.
Insgesamt waren auf dem Flug von Berlin-Tempelhof nach Luxemburg 19 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder an Bord der zweimotorigen Maschine des Typs Fokker 50. Nach ersten Angaben der luxemburgischen Behörden überlebten drei Menschen den Absturz, darunter der Pilot. Später allerdings mussten die Behörden mitteilen, dass nur der Pilot und eine weitere Person den Absturz überlebten. Neun der 15 deutschen Todesopfer sollen aus Brandenburg kommen. Das erfuhr die Deutsche Presseagentur am Abend aus Potsdamer Regierungskreisen.
Luxemburgs Innenminister Michel Wolter sagte am späten Nachmittag, dass in der Maschine 15 Deutsche, fünf Luxemburger und zwei Franzosen saßen. Vier tote Passagiere und zwei Flugbegleiter seien mittlerweile identifiziert, so der Politiker. Wie viele davon Deutsche sind, blieb unklar. Insgesamt zählten die Behörden mittlerweile 18 Leichen. Zwei Personen werden derzeit noch vermisst, wobei kaum noch jemand Hoffnung hat, sie lebend zu finden. Damit stieg die Zahl der Toten auf 20.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe flog am Mittwoch zum Unglücksort. Sein Ministerium und das Außenministerium richteten in Berlin Krisenstäbe ein.
Vermutlich saßen vor allem Geschäftsleute in der Morgenmaschine, die um 8.43 Uhr pünktlich in Berlin-Tempelhof gestartet war. Die Luxair führt den Flug von der Hauptstadt als Kooperationspartner für die Deutsche Lufthansa durch. Die Lufthansa besitzt 13 Prozent der Anteile an Luxair.
Keinerlei Probleme gemeldet
Die Unglücksursache ist bisher vollkommen unklar. Auf dem Flug von Berlin nach Luxemburg gab der Pilot keinerlei Probleme an die deutsche Flugsicherung durch. Auch beim Zielflughafen in Luxemburg meldete er sich korrekt an und wurde für die Landung in eine Warteschleife gelotst. Zum Zeitpunkt des Unglücks lag jedoch so dichter Nebel über dem Großherzogtum, dass selbst Menschen in der Nähe des Absturzorts von dem Crash nichts bemerkten.
Fünf Minuten vor der geplanten Landung auf dem Flughafen Findel stürzte das Flugzeug auf ein Feld zwischen den Dörfern Roodt-Syr und Niederanven. Die Absturzstelle befindet sich etwa fünf Kilometer vom internationalen Flughafen entfernt. Mittlerweile haben Rettungskräfte bereits den Flugschreiber der Maschine gefunden und versuchen mit den Aufzeichnungen der so genannten Black-Box, die Absturzursache zu ermitteln.
Maschine war seit 1991 im Einsatz
Eine Seite des Flugzeugs wurde bei dem Aufprall am Boden aufgerissen. Die Bergungskräfte benötigten nach Polizeiangaben drei Stunden, um den im Wrack eingeschlossenen Piloten zu befreien. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Der Luxair-Sprecher teilte mit, der Crash sei das erste Unglück in der 40-jährigen Geschichte der Fluggesellschaft. Das abgestürzte Flugzeug sei seit 1991 im Einsatz und noch am Vortag technisch überprüft worden. Die drei anderen Fokker-Maschinen der Fluglinie seien einem sofortigen Sicherheitstest unterzogen worden.
Luxair richtete eine Hotline für die Angehörigen der Opfer ein: Telefon: 00352 4798-5430, Fax: 00352 - 428425.
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