Jakarta/Ciudad del Este - Bei Verhören hat der mutmaßliche Attentäter, dessen Name mit Amrozi abgegeben wird, Verbindungen zur Terrororganisation Jemaah Islamiah eingeräumt. Polizeisprecher Edward Aritonang erklärte am Freitag, der 40-jährige habe nach eigener Aussage zwei Geistliche der Organisation gekannt: Riduan Isamudin und Abu Bakar Bashir, den mutmaßlichen Anführer der Gruppe.
Außerdem führte der Tatverdächtige die Ermittler zu einem Haus, in dem Reste des auf Bali eingesetzten Sprengstoffes gefunden wurden. Weiter hieß es, Amrozi habe gestanden, das Material für den Bau der Bombe von Bali beschafft zu haben. Er war den Angaben zufolge auch an dem Sprengstoffanschlag auf die Börse von Jakarta beteiligt, bei dem im Jahr 2000 insgesamt 15 Menschen getötet wurden, sowie an dem Anschlag auf die Residenz des philippinischen Botschafters im selben Jahr.
Die Polizei gehe davon aus, dass sechs bis zehn Personen in das Attentat vom 12. Oktober auf Bali verwickelt seien, sagte der stellvertretende Leiter der Ermittlungskommission, Made Mangku Pastika, am Rande einer Konferenz in Manila: "Wir kennen ihre Namen, wir kennen ihre Identität. Die Polizei sucht sie nun im ganzen Land." Möglicherweise hätten Amrozi und ein Komplize geplant, in den Süden der Philippinen zu flüchten.
Dass die Täter das Auto, in dem der Sprengsatz deponiert gewesen sei, mit ausländischer Währung bezahlt hätten, weist laut Pastika auf Verbindungen nach Malaysia und Singapur und in weitere südostasiatische Länder hin.
Obwohl die meisten der rund 200 Opfer Australier gewesen seien, sei es das Ziel der Täter gewesen, so viele Amerikaner wie möglich zu töten. "Sie hassen Amerikaner", erklärte Pastika. Mitglieder verschiedener terroristischer Gruppierungen sollen sich erst kürzlich im südamerikanischen Dreiländereck Brasilien-Argentinien-Paraguay getroffen haben, meldet der Nachrichtensender CNN auf seiner Internetseite. Die Top-Terroristen hätten über neue Anschläge auf us-amerikanische und israelische Ziele beraten. Unter Berufung auf Geheimdienstquellen heißt es, an dem Treffen hätten unter anderem Mitglieder der Hisbollah und anderen Organisationen teilgenommen, die dem Terrornetzwerk von Osama Bin Laden nahe stehen.
Bereits nach den Anschlägen vom 11. September hat es in der Region um die paraguayische Grenzstadt Ciudad del Este Anzeichen terroristischer Aktivitäten gegeben.
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