Kaduna - Seit drei Tagen kommt es wegen der im westafrikanischen Nigeria geplanten Miss World Wahl zu schweren Unruhen. Christen und Muslime lieferten sich Gefechte, bei denen bisher rund 100 Menschen ums Leben kamen und etwa 500 verletzt wurden. Nun teilten die Organisatoren mit, die Schönheitswahl werde "im Interesse Nigerias und der Teilnehmerinnen" nach London verlegt.
Die Erklärung wurde in der Hauptstadt Abuja veröffentlicht. Auch dort war es zuletzt zu Kämpfen gekommen. Anlass des Aufruhrs, der am Mittwoch in der Stadt Kaduna begann,
war ein Zeitungsartikel, in dem die Kritik von Muslimen an der Miss World Wahl ("Parade der Schande") in Abuja zurückgewiesen wurde. Der Verfasser schrieb, selbst der Prophet Mohammed hätte wohl nichts gegen die Veranstaltung einzuwenden gehabt.In Kaduna gibt es neben der muslimischen Bevölkerungsmehrheit eine große christliche Minderheit. In den vergangenen drei Jahren kam es dort wiederholt zu Zusammenstößen zwischen beiden Gruppen.
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