Einen artgerechte Haltung von Gänsen ist in Deutschland die Ausnahme
Hamburg - Rechtzeitig zum Fest prangern Tierschützer "furchtbare Zustände" in deutschen Zuchtbetrieben für Weihnachtsgänse an. Bei verdeckten Kontrollen in einer der größten deutschen Gänsemastanlagen bei Heidelberg fanden Aktivisten der Tierrechtsorganisation Peta "tote Gänse, aus denen Maden krochen, zwischen lebendigen". Die Gänse seien verdurstet oder verhungert. Einige Gänse waren so stark gemästet worden, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrachen: Die Beine konnten den überfetten Körper nicht mehr tragen.
"Die Kadavertonnen waren randvoll mit verwesten Tieren", so Peta-Sprecher Jürgen Faulmann. Der fragliche Betrieb wirbt gleichwohl mit "artgerechter Tierhaltung" und "Freilandhaltung" seiner Vögel. Für das Deutsche Tierhilfswerk ist das kein Einzelfall: "Eine artgerechte Haltung von Gänsen ist bei uns die Ausnahme", sagt Tierhilfswerk-Aktivistin Judith Schmalzl. Von den sechs Millionen Gänsen, die jährlich in Deutschland verspeist werden, stammen rund 700.000 aus heimischer Produktion. Anders als etwa für Hühner gelten für die Aufzucht von Gänsen jedoch keine verbindlichen Vorschriften. Das wissen allerdings die wenigsten Verbraucher, die sich im Vertrauen auf strengere Tierschutzbestimmungen gegen ein billiges Importtier und für eine Weihnachtsgans aus deutschen Landen entscheiden. Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, empfiehlt deshalb für das Festmahl am Heiligabend "exotische Leckereien aus der vegetarischen Küche".
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