Hamburg - "Wo bleibt das Positive, Herr Kästner" - die Frage eines Lesers an den Schriftsteller und Journalisten Erich Kästner steht synonymhaft für das Dilemma aller Medien: Die meisten Nachrichten - ob Kriege, Flugzeugabstürze oder Wirtschaftskrise - sind negativ. Die "Bild", als Deutschlands Boulevardblatt Nummer eins vor allem für Sensationsjournalismus bekannt, wollte zu Weihnachten jetzt beweisen, dass es auch anders geht.
Nach den Hiobsbotschaften über die Wirtschaftslage der vergangenen Wochen machten Wirtschaftsexperten in "Bild" nun "Mut". Das "Bahnchaos" soll laut "Bild" gestoppt, die Steuern sollen für den Mittelstand gesenkt, Gesunde von den Krankenkassen weniger belastet werden. Und der Koordinator der Fußball-Weltmeisterschaft, Franz Beckenbauer, sagt: "Ich wünsch mir noch ein Baby."
Selbst in eigener Sache gibt es eine versöhnliche Botschaft: Die "Bild" und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) haben ihren Streit im Zusammenhang mit der Berichterstattung der Zeitung über die geplante Reise des Bundestages nach Paris beigelegt. Im Interesse der deutsch-französischen Beziehungen habe man die juristische Auseinandersetzung beendet, schreibt das Blatt. "Bild" hatte zunächst berichtet, die Reise des Bundestages werde etwa 500.000 Euro kosten. Tatsächlich werden es aber voraussichtlich nur 90.000 Euro sein, schreibt die Zeitung jetzt. Thierse habe im Gegenzug klargestellt, dass die von "Bild" berichteten Kosten der Reise auf journalistischen Recherchen beruhten hätten und nicht frei erfunden gewesen seien.
Laut "Bild"-Kommentator Sven Gösmann haben viele Nachrichten "zwei Seiten, eine schlechte, aber eben auch eine gute". Die Weihnachtsausgabe sei als "ein Geschenk" gedacht, erläuterte auch Chefredakteur Kai Diekmann in einer Mitteilung.
Hier ein kleiner Blick in die schöne Welt der "Bild" - Schlagzeilen vom Heiligen Abend:
Frohes Fest! Es wird alles gut.
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