Heidelberg - Die Polizei entdeckte die Leichen des 61-jährigen Arztes, seiner 66-jährigen Frau, die als Psychologin in der Praxis mitarbeitete, sowie der 24-jährigen Arzthelferin am Montagabend. Wie ein Polizeisprecher heute sagte, deuteten alle Hinweise auf einen oder mehrere Fremdtäter hin.
Ein Familiendrama sei ausgeschlossen, sagte der Sprecher. Auf welche Weise die Opfer getötet wurden, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht mitteilen. Eine 35-köpfige Sonderkommission nahm am Dienstagmorgen die Ermittlungen auf. Die Ermittler müssten sich zunächst ein Bild von der familiären Situation und dem Umfeld der Praxis machen. In der Praxis im Stadtteil Ziegelhausen sicherten Kriminaltechniker die Tatspuren. Die drei Leichen wurden obduziert, die Ergebnisse sollten bis zur Ergreifung der oder des Täters voraussichtlich nicht veröffentlicht werden.
Über Telefon seien zwar mehrere Hinweise eingegangen, ein heißer Tipp sei seines Wissens aber nicht darunter gewesen, sagte der Sprecher. Der Tatablauf sei zwar inzwischen in groben Zügen bekannt, aus ermittlungstaktischen Gründen würden aber keine Einzelheiten veröffentlicht.
Aus Sorge hatten Sohn und Tochter des Ehepaares am Montag gegen 20.30 Uhr die Polizei alarmiert, weil sie keinen Kontakt zu ihren Eltern herstellen konnten. Als die Polizisten eintrafen, sei die Praxis im Ortsteil Ziegelhausen erleuchtet gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Da trotz mehrfachen Klingelns niemand öffnete, verschafften sich die Polizisten Zutritt zu der Praxis und entdeckt die Leichen.
Vor dem Eingang zur Praxis legten Kinder am Dienstag Blumen nieder. Nachbarn berichteten, die Praxis sei ab Montagmittag für Patienten geschlossen gewesen, weil sich der Kinderarzt noch mit den Abrechnungen beschäftigen wollte. Der Arzt sei sehr beliebt gewesen, hieß es.
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