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13.01.2003
 

Kinderporno-Vorwürfe

Who-Gitarrist Townshend gegen Kaution wieder frei

Der Gitarrist der Rockband "The Who", der unter dem Verdacht steht, kinderpornografisches Material hergestellt zu haben, ist nach einer Hausdurchsuchung von der britischen Polizei verhaftet worden. Zur Verteidigung erklärte Pete Townshend, er habe das Material zu Recherchezwecken zusammengetragen. Inzwischen wurde er gegen Kaution freigelassen.

Pete Townshend (r.) wird in einem Polizeiauto zum Verhör gefahren
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AP

Pete Townshend (r.) wird in einem Polizeiauto zum Verhör gefahren

London - Townshend konnte das Polizeirevier im Südwesten Londons nach knapp eineinhalbstündigem Verhör in der Nacht zu Dienstag verlassen. Die Londoner Polizei wirft Townshend, 57, den Besitz und die Herstellung kinderpornografischen Materials vor. Der Gitarrist der Rockband "The Who" steht nach einer Mitteilung von Scotland Yard unter Verdacht, pornografische Bilder von Kindern besessen und produziert zu haben. Er habe auch die "Verbreitung" von Kinderpornografie veranlasst. Townshend hat bestritten, pädophil zu sein.

Die Polizei hatte zuvor vier Stunden lang Townshends Luxusvilla im Londoner Nobelvorort Richmond durchsucht. Dabei wurden Computer und andere Beweisstücke beschlagnahmt. Der Anwalt des 57-jährigen Rockstars, John Cohen, sagte, der Polizeibesuch sei im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt. "Wir sind heute Morgen an die Polizei herangetreten und haben gesagt, dass wir uns treffen sollten", sagte Cohen.

Townshend hatte am Samstag eingeräumt, dass er sich zu Recherchezwecken kinderpornografische Darstellungen im Internet angesehen habe. Er habe damit Nachforschungen für seine Autobiografie betrieben, die sich unter anderem mit dem Thema Kindesmissbrauch befasse.

Die britische Polizei hat in einem Schlag gegen die Kinderpornografie bisher 1300 Verdächtige verhaftet, darunter mehrere Richter, Zahnärzte und einen stellvertretenden Schulleiter. Bei dieser "Operation Ore" ("Operation Erz") wurden auch 50 Polizisten festgenommen und gegen acht von ihnen Beschuldigungen erhoben. "Operation Ore" ist der britische Teil einer von der amerikanischen Bundespolizei FBI geführten weltweiten Aktion gegen Kinderpornografie. Dabei wurden weltweit 250.000 Pädophile anhand ihrer Kreditkarten ausfindig gemacht, mit denen sie das Herunterladen der verbotenen Seiten bezahlten.

Townshend hat erklärt, er schreibe seit sieben Jahren an seiner Autobiografie und glaube, im Alter von fünf bis sechseinhalb Jahren missbraucht worden zu sein. Damals habe er bei seiner psychisch kranken Großmutter gelebt. "Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber meine kreative Arbeit bringt hin und wieder gemeine Schatten hervor - insbesondere in (der Rockoper) 'Tommy'." Darin wird die blinde, taubstumme Hauptfigur von einem Onkel missbraucht. Er habe einmal seine Kreditkarte benutzt, um kinderpornografische Bilder als Teil seiner Recherche herunterzuladen, sagte er.

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