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19.01.2003
 

Unwetter in Brasilien

42 Tote - und der Regen hört nicht auf

Seit vier Tagen toben schwere Regenstürme über Brasilien. Ganze Stadtteile werden unter Schlamm und Geröll begraben. Die betroffene Bewohner eines Slums in Belo Horizonte protestieren gegen ihre Stadtverwaltung - sie habe das Gebiet vernachlässigt.

Helfer versuchen in Belo Horizonte, die unter einer Schlammlawine begrabenen Menschen zu bergen
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AP

Helfer versuchen in Belo Horizonte, die unter einer Schlammlawine begrabenen Menschen zu bergen

Rio de Janeiro - Die seit vier Tagen anhaltenden schweren Unwetter im Südosten Brasiliens haben mindestens 42 Menschen das Leben gekostet. Am schwersten betroffen war nach Medienberichten vom Sonntag das Land Minas Gerais, wo bislang 39 Menschen starben. Mindestens 2000 Menschen wurden verletzt, 10 000 Bürger verloren durch die heftigen Unwetter ihre Wohnungen und Häuser. Unter den Opfern sind den Angaben zufolge auch neun Kinder einer Familie, die in der Minas-Hauptstadt Belo Horizonte ums Leben kamen, als ihr Haus in einem Armenviertel von Geröllmassen begraben wurde. Drei Menschen starben am Samstag im Land Rio.

Bei der Beisetzung von Opfern kam es Samstagabend zu heftigen Protesten gegen die Behörden. Hunderte Bewohner aus dem Armenviertel von Belo Horizonte warfen der Stadtverwaltung vor, die Slums vernachlässigt zu haben und damit für die Tragödie verantwortlich zu sein. Einige Menschen trugen Plakate mit der Aufschrift: "Wir fordern Gerechtigkeit". Minas-Gouverneur Aecio Neves versprach, an diesem Montag eine Krisensitzung einzuberufen.

Die Meteorologen warnten unterdessen vor weiteren Regenfällen. In vielen Vierteln von Belo Horizonte mussten die Such- und Rettungsarbeiten in den vergangenen Tagen auf Grund der großen Erdrutschgefahr immer wieder unterbrochen werden. Neben Belo Horizonte wurden nach Angaben von Feuerwehr und Zivilschutz weitere 34 Gemeinden in Minas von den Unwettern, Erdrutschen und Überschwemmungen betroffen. Dort wurde überall der Notstand ausgerufen.

Unwetter-Tragödien haben im Südosten Brasiliens allein seit Mitte Dezember bereits 114 Menschen das Leben gekostet. Die meisten Opfer lebten in behelfsmäßigen Behausungen in Armenvierteln.

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