London - Nachdem die Designer in den letzten Wochen spielerisch Camouflage-Muster und hippe Uniform-Accessoires in ihre Kollektionen eingebaut hatten, bezog die britische Designerin Katharine Hammett jetzt klar Position: Sie schickte ihre Models bei der London Fashion Week in T-Shirts mit Anti-Kriegs-Parolen auf den Laufsteg. "Stop War - Blair Out", war da zu lesen: "Stoppt den Krieg - Raus mit Blair". Und: "Mailen Sie ihrem Abgeordneten."
Hammett fühlt sich als Beauftragte des Friedens: "Ich sage den Leuten: Nutzt den letzten Rest Demokratie, den ihr noch in euch habt, um euch zu retten, bevor es zu spät ist." Entsprechend klar und nüchtern war dann auch ihre ganze Kollektion gehalten in der sonst so flippig-flirrenden Modewelt. Durchaus tragbare Kombinationen aus knielangen schwarzen Röcken und pastelligen Tops - Hammett ist für ihre "einfachen Klamotten" berühmt in der High Society.
Viel mehr war dann aber auch auf der Fashion Week bisher nicht zu spüren vom drohenden Krieg in einem Land, dessen Regierung Amerika so explizit wie kein zweites in seinem Drang zum Krieg unterstützt. Dabei begannen die großen Shows am Samstag zur gleichen Zeit wie die Friedensdemonstration - mit einer Million Teilnehmer der größte Straßenprotest in der Geschichte Großbritanniens. Für die meisten Mode-Afficionados einfach nur ärgerlich, schließlich brachte die Menschenmasse in der Metropole kurzzeitig den Verkehr zum Erliegen.
Kaum ein Designer reagierte so radikal wie die Newcomer Julian Roberts und Sophie Cheung. Die bezogen zwar ein Londoner Hotel für die Zeit der Modewoche, zogen aber ihre Show zurück - Zeichen des Protests gegen die Kriegsvorbereitungen. "Wir setzen auf Rückzug statt auf direkte Konfrontation", erklärten sie der Presse.
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