Lübeck - Alexander hatte die elterliche Wohnung am Dienstagabend mit dem Fahrrad verlassen und wurde von den Eltern kurz nach Mitternacht als vermisst gemeldet, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend in Lübeck. Ein Anrufer in russischer Sprache habe Geld von der aus Russland stammenden Familie gefordert. Sonst würden die Eltern den Jungen nicht wiedersehen, habe der unbekannte Anrufer gedroht. Später wurde das Fahrrad im Ort gefunden, von dem Jungen fehlte weiter jede Spur. Die Polizei suchte mit 130 Beamten nach dem Verschwundenen.
Inzwischen kam die Entwarnung: Der Junge sei wieder da. Was in der Zeit zwischen Dienstagabend bis Donnerstagsfrüh passiert ist, ist noch unklar: Nach Alexanders Darstellung war er von einem ihm unbekannten russisch sprechenden Mann am Telefon aufgefordert worden, zu einem Wohncontainer-Dorf in der Nähe der elterlichen Wohnung zu kommen, berichtete der Leiter der Lübecker Kriminalpolizei, Michael Sörnsen.
Dort sei Alexander von vermutlich zwei ihm unbekannten maskierten Männern mit Gewalt in einem dunklen Auto wegegebracht worden. Sie hätten ihn gefesselt und ihm die Augen verbunden, habe der Junge bei seiner Vernehmung erklärt. Die Männer hätten nur russisch mit ihm gesprochen. Es hätte keine Lösegeldforderung gegeben. Am Donnerstagfrüh hätten die Unbekannten ihn in einem Waldstück bei Ahrensbök freigelassen.
"Es kann sich so zugetragen haben, es kann aber auch ganz anders gewesen sein", sagte Sörnsen.
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