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03.03.2003
 

Verdacht auf Organhandel

Uniklinik Jena untersagt Transplantationen

Nach dem Verdacht des Organhandels an zwei deutschen Krankenhäusern hat das Universitätsklinikum Jena Konsequenzen gezogen. Der Vorstand untersagte die Transplantation von Organen von Lebendspendern.

Hamburg - Außerdem verfügte der Vorstand in Jena am Montag eine vorübergehende Stilllegung des Transplantationsprogramms. Vor einem Jahr hatte eine anonyme Anzeige einer angeblich illegalen Nierenverpflanzung in Jena die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Der renommierte Chirurg Christoph Broelsch hatte an der Universitätsklinik im Dezember 2001 einen 37 Jahre alten Mann aus Moldawien operiert, der für die Organspende offenbar bezahlt wurde, berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Die Niere des Moldawiers übertrug Broelsch einem 66 Jahre alten Israeli, der wenige Wochen nach dem Eingriff gestorben ist.

Spender und Empfänger hatten sich als Neffe und Onkel ausgegeben. Doch der Sohn des Empfängers, den der SPIEGEL in Tel Aviv ausfindig gemacht hat, erklärt: "Den Spender haben wir in Deutschland zum ersten Mal in unserem Leben gesehen."

Den Kontakt habe ein Agent in Israel eingefädelt. "Mehrere hunderttausend Dollar", so der Sohn weiter, habe die Familie dem Broker "bar auf die Hand" gegeben. Der hohe Preis habe die Suche nach einem geeigneten Spender, die Reise und die Operationskosten in einer deutschen Klinik abgedeckt.

Auch am Universitätsklinikum Essen hat Broelsch in drei Fällen die Niere eines osteuropäischen Spenders in einen israelischen Empfänger verpflanzt. Es wurde jeweils "eine Niere von einem moldawischen, einem ukrainischen und einem weißrussischen Spender explantiert und jeweils einem israelischen Empfänger eingepflanzt", sagte der Essener Nephrologe Thomas Philipp dem SPIEGEL. Wegen des Verdachts auf Organhandel ermittelt die Staatsanwaltschaft in Essen.

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