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23.05.2003
 

Lous Grand-Prix-Geheimwaffe

Nervengift gegen das Hexenimage

Das russische Girlie-Duo t.A.T.u. nennt sie eine "Knusperhexe". Das ließ die deutsche Kandidatin Lou nicht auf sich sitzen. Einen Tag vor dem Finale in Riga gab sie bekannt: Sie habe sich für den Grand-Prix ihre Falten wegspritzen lassen.

Früher lachte die Apothekenhelferin, Boutiquenbesitzerin und Kellnerin mit Falten
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AP

Früher lachte die Apothekenhelferin, Boutiquenbesitzerin und Kellnerin mit Falten

Riga - Lou ist präsent: Zumindest kommen stündlich neue Meldungen zur deutschen Kandidatin beim Grand-Prix über den Ticker. Lou tritt im Smoking auf, Lou freut sich auf die Proben, Lou ist happy. Heute überraschte sie mit dem Eingeständnis, sich eigens für ihren Auftritt einer Schönheitsoperation unterzogen zu haben. In der "Bild"-Zeitung schreibt Lou in ihrem Tagebuch: "Ich habe mir letzte Woche in einer Münchner Schönheitsklinik das Gesicht mit Botox unterspritzen lassen. Das ist ein Nervengift, das die Falten verschwinden lässt."

Sie habe den Eingriff auf der Stirn und neben den Augen machen lassen. Außerdem habe der Arzt Nasolabialfalten neben der Nase mit Hyaluronsäure weggespritzt - was allenfalls einen Medizinstudenten interessieren dürfte. Das Ergebnis sei "ganz toll geworden" - und Lou kann diesen Eingriff jeder Frau empfehlen.

Die 39-Jährige mit den karottenfarbenden Haaren hatte noch ein Geständnis zu bieten: Lou musste ihren Smoking für den Auftritt fünf Mal ändern lassen. Sie hat in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben 11 Kilogramm abgespeckt und zuvor bereits 17 Kilogramm, so dass sie jetzt 28 Kilo leichter ist als zu "ihrer schwersten Zeit".

Mit Diät und Schönheits-OP zum Grand-Prix

Lous Anti-Falten-Offensive zeigt, worauf es in Riga ankommen wird: junge Performance und frische Songs. Während die osteuropäischen Länder mit eingängigen, modernen Popsongs ins Rennen gehen, erscheint vielen Fans der deutsche Beitrag zu bieder. Hinter Lous Anekdoten steckt also mehr. Die Wettbüros sagen für den deutschen Beitrag "Let's Get Happy" nur einen Platz im Mittelfeld der 26 Konkurrenten voraus. Beim deutschen Grand-Prix-Partner, dem Norddeutschen Rundfunk, schiebt man - natürlich hinter vorgehaltener Hand - die Mitschuld auf Schlagerurgestein Ralph Siegel, der bereits 16 Finalteilnehmer betreute und aus dessen Feder auch Lous Lied stammt.

Nach der Behandlung mit Nervengift fühlt sich Lou "ganz toll"
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DDP

Nach der Behandlung mit Nervengift fühlt sich Lou "ganz toll"

Trotz der schlechten Prognosen für Lou und ihren Song "Let's Get Happy" geht Siegel betont optimistisch ins Rennen. Er erwartet eine massive Unterstützung aus der Heimat. "Ich wünsche mir, dass die Deutschen uns wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mental unterstützen. Europa muss das Gefühl haben, dass die Deutschen hundertprozentig hinter Lou stehen", sagte der Komponist.

Doch das ist kaum zu erwarten. Schon der deutsche Vorentscheid zum Grand-Prix floppte beim jungen Publikum - die Jugend steht auf Shows wie "Deutschland sucht den Superstar". Das beweisen die Einschaltquoten. Vorsichtshalber sprach sich Siegel daher für die Wiedereinführung des Jurorensystems beim europäischen Wettbewerb aus. "Bei der Telefonabstimmung entscheidet sich doch jeder nur für sein Lieblingsland", sagte der Komponist. Eine Jury mit Musikprofis würde Punkte nicht nur für einen Interpreten vergeben, sondern viel mehr über die Qualität der Beiträge entscheiden.

Von Leon Stebe

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