Schrozberg - Da eine Signalanlage ausgefallen war, musste die Strecke von einem Fahrdienstleiter freigegeben werden. Der 27-jährige Fahrdienstleiter im Stellwerk Schrozberg habe einem Regionalzug freie Fahrt gegeben, obwohl der entgegenkommende Zug noch nicht im Bahnhof Schrozberg eingefahren war, sagte Uwe Schlosser von der Staatsanwaltschaft Ellwangen bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Von dem Fahrdienstleiter in Niederstetten sei der Beamte telefonisch unterrichtet worden, dass ein Zug unterwegs sei.
Nach rund 800 Metern sei es dann zu der Katastrophe gekommen. Nach dem Ergebnis der vorläufigen Ermittlungen sei menschliches Versagen die Unglücksursache. Gegen den Fahrdienstleiter laufe nun ein Ermittlungsverfahren. Bislang verweigere der Mann die Aussage.
Nach Angaben der Polizei schwebt der 44-Jährige, der bei dem Unfall seine Frau, die beiden Söhne im Alter von zwölf und zehn Jahren und die fünfjährige Tochter verlor, in akuter Lebensgefahr. Der Mann habe schwerste Kopfverletzungen und etliche Knochenbrüche. Er werde auf der Intensivstation des Würzburger Uniklinikums behandelt.
Den Angaben zufolge war die Familie nach einer mehrtägigen Radtour auf dem Rückweg in ihren Heimatort, wo die Frau am Freitag ihren 39. Geburtstag feiern wollte.
Durch die Wucht des Aufpralls war die Diesellok des einen Zuges eine fünf Meter tiefe Böschung entlang des Bahndamms hinuntergestürzt. Dabei wurden die Lok und ein Waggon schwer beschädigt.
Die Strecke bleibt wahrscheinlich bis Freitag gesperrt, teilte ein Bahnsprecher mit. So lange dauern die Aufräumarbeiten. Die Bahn sorge für Ersatzverkehr auf der Strecke.
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