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Belgische Hühner-Produkte Hektische Suche in Deutschland

Hamburg - In Deutschland wird wegen des Dioxin-Skandals fieberhaft nach belgischen Eiern und Hühnerfleisch gefahndet. Viele Bundesländer schicken Lebensmittelkontrolleure und Veterinäre in Geschäfte und Betriebe. In mehreren Fällen wurden bereits entsprechende Produkte entdeckt und aus dem Handel genommen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur am Dienstag. Nun wird untersucht, ob sie dioxinbelastet sind.

In Düsseldorf reagierten Kunden mit erhöhter Vorsicht. "Ich schaue jetzt genau auf die Etiketten", sagte eine Kundin. Einzelne Händler rechnen damit, daß die Zahl der verkauften Eier vorübergehend deutlich zurückgehen wird. In Sachsen-Anhalt stießen Kontrolleure in zwei Handelseinrichtungen auf belgisches Geflügelfleisch. In einem Umpackzentrum entdeckten sie rund zwei Tonnen. Von dieser Charge sei nichts in den Handel gelangt, teilte das Agrarministerium mit. Die Auslieferung aus dem Betrieb sowie der Verkauf in einem weiteren Geschäft wurden umgehend gestoppt. Auch in Thüringen wurde im Handel in einem Fall Hähnchenfleisch aus Belgien gefunden und aus dem Verkauf genommen. In Rheinland-Pfalz zogen die Behörden ebenfalls belgische Eier und Geflügel aus dem Verkehr.

Bereits seit Samstag fahnden in Nordrhein-Westfalen Lebensmittelkontrolleure nach dioxinverseuchtem Hähnchenfleisch im Handel. In NRW sind zwei Masthähnchen-Betriebe betroffen, die belastetes Futter aus Belgien verwertet haben. Es müsse davon ausgegangen werden, daß die Hähnchen im März in den Handel gekommen und längst verzehrt worden seien, sagte Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne). Derzeit versuchen die Kontrolleure nachzuvollziehen, wie viele Hähnchen wohin verkauft worden sind.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) teilte mit, daß am Sonntag bei Lüneburg ein belgischer Lastwagen mit Eiern entdeckt worden sei. Sollten sich Hinweise auf eine Dioxinbelastung ergeben, werde der Lastwagen verplombt und nach Belgien zurückgeschickt. Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium hat vorsorglich eine Untersuchung aller Futtermittelhersteller angeordnet. Die Hamburger Gesundheitsbehörde läßt Warenlager des Großhandels, Kühlhäuser und Geschäfte durchsuchen.

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