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04.07.2003
 

Großbritannien

Auch Blairs Drogenbeauftragte hat mal gekifft

Caroline Flint bringt Erfahrungen für ihren neuen Job mit. Die 41-jährige frisch ernannte Drogenbeauftragte im Kabinett von Premier Tony Blair hat als junge Frau selbst zum Joint gegriffen.

Joints machten auch bei Labour die Runde
DPA

Joints machten auch bei Labour die Runde

London - In einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC sagte Flint, dass sie Cannabis einmal als Studentin konsumiert habe - allerdings habe ihr der Joint nicht wirklich geschmeckt.

Ihr Bekenntnis kam nicht ganz freiwillig: Bei einer Diskussion über ihre politischen Strategie im Kampf gegen die Drogen, wurde sie nach ihren eigenen Erfahrungen befragt. Erst ging sie einer Antwort aus dem Weg. Auf Nachfragen gab die Labour-Abgeordnete dann aber zu, dass sie vor 20 Jahren einmal Haschisch ausprobiert habe. Sie habe es aber wieder aufgegeben, weil es ihr zum einen eben nicht geschmeckt habe, zum anderen habe bei ihr der illegale Status der Droge bremsend gewirkt.

Innenminister David Blunkett sagte, er habe von dem Drogenexperiment von Flint gewusst. Er stellte sich demonstrativ hinter die 41-Jährige, deren Amt in Großbritannien Ministerrang hat. Schließlich habe sie Cannabis nicht regelmäßig konsumiert und Flint habe nur "die aufrichtigste Antwort auf eine direkte Frage" gegeben. Und sie sei nun einmal die beste Person für diesen Job, ließ er verlauten.

Trotz dieser beschwichtigenden Antwort hat es Blairs Regierung es bislang abgelehnt, Cannabiskonsum zu entkriminalisieren. Flint setzt sich dafür ein, dass Haschisch zukünftig als weiche Drogen eingestuft wird.

Das Bekenntnis der Ministerin rief in London Erinnerungen an eine Rede der Schatten-Innenministerin Ann Widdecombe hervor, die sie vor drei Jahren auf einem Parteitag der Torys hielt: Gerade als sie gefordert hatte, alle Haschischraucher in den Knast stecken, gaben acht Mitglieder des zehn Personen umfassenden Schattenkabinetts der Torys zu, in der Vergangenheit selbst zum Joint gegriffen zu haben.

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