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04.07.2003
 

Regulierte Raver

Safer Love Parade

Von Matthias Lohre

Wenn die 15. Love Parade am 12. Juli in Berlin losgeht, wird sie anders aussehen als früher. Für die Open-Air Party unter dem Motto "Love Rules" gilt ein neues Sicherheitskonzept. Ein kilometerlanger Zaun und hunderte Ordner sollen Urin-Seen und Schwarzhandel im Tiergarten verhindern.

Tanzen ohne Reue: Die Love Parade wird sauberer
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Tanzen ohne Reue: Die Love Parade wird sauberer

Berlin - Das Konzept der Betreiber sieht vor, die Love Parade auf der Straße des 17. Juni entlang des Tiergartens weiträumig zu umzäunen. Denkmäler und Grünflächen werden so vor den Technotänzern geschützt. Der 4600 Meter lange und 120.000 Euro teure Metallzaun soll außerdem illegale Getränkehändler abhalten, die die Geschäfte der lizensierten Capital Catering GmbH stören könnten. Dafür sind die Getränke in diesem Jahr billiger als früher. Um Müll zu vermeiden, wird ein eigenes Pfandsystem eingeführt. Was dennoch an Abfall entsteht, entfernen von den Veranstaltern bezahlte Firmen.

Der Zaun bereite auch bei Ausbruch einer Panik keine Probleme, weil die Absperrungen sehr weiträumig angelegt seien, sagte Polizeisprecher Rolf Daube. Die Einfriedung des Geländes nutzt auch natürliche Hindernisse wie die Spree oder das Bundespräsidialamt. Dazwischen steht der zwei Meter hohe Zaun. Dadurch entsteht eine insgesamt elf Kilometer lange Einfriedung. 1600 Polizisten werden während der Love Parade im Einsatz sein.

Weniger Besucher als im Vorjahr werden am 12. Juli erwartet. Man rechnet mit 500.000
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Weniger Besucher als im Vorjahr werden am 12. Juli erwartet. Man rechnet mit 500.000

400 Love-Parade-Ordner werden an den 50 Zugängen Zettel-Verteiler und Schwarzhändler vom Eintritt abhalten. Alkohol für den Eigengebrauch mitzubringen sei generell kein Problem, sagte Ralf Regitz, Geschäftsführer der Veranstalterfirma Planetcom: "Auch wer eine Bier-Palette für sich und seine Freunde unter dem Arm hat, kann herein." Bei größeren Mengen werde es aber kritisch. Taschenkontrollen wie bei Konzerten werde es aber nicht geben. Regitz betonte, die Umzäunung sei nicht der erste Schritt zu einer eintrittspflichtigen Love Parade.

Um die Pflanzen des Tiergartens vor einer Urinschwemme zu retten, werden in diesem Jahr 600 Toilettenkabinen und mehrere Toilettenwagen aufgestellt. 1996 gab es nach Aussage des Veranstalters nur 30 Toilettencontainer. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren wegen der Verschmutzung des Tiergartens Streit gegeben zwischen Love-Parade-Betreibern, Bezirksamt und Anwohnern. Zaun, Pfandsystem und Kontrollen sollen diese Probleme jetzt endgültig lösen.

Mit 30 bis 40 Wagen rechnet der Veranstalter in diesem Jahr. Die bis zu 30.000 Euro teuren Musiklaster werden wieder vom Brandenburger Tor und dem Ernst-Reuter-Platz in Richtung Siegessäule fahren. Für Planetcom-Chef Regitz wäre es schon ein Erfolg, wenn in diesem Jahr "'nur' eine halbe Million" Love-Parade-Besucher kämen. Im vergangenen Jahr feierten rund 700000 Techno-Fans die "größte Open-Air Party der Welt".

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