• Drucken
  • Senden
  • Feedback
23.07.2003
 

Verbrechen

Kannibale verschmähte übergewichtigen "Schlachtjungen"

Offenbar hatte die erste Tat den Kannibalen von Rotenburg zu weiteren Verbrechen animiert. Der 41-Jährige, der einen Berliner tötete, zerstückelte und das Menschenfleisch teilweise aß, traf noch mindestens vier weitere Männer, die sich von ihm schlachten lassen wollten.

Armin M.: Untersuchungen an weiteren Opfern
Zur Großansicht
DPA

Armin M.: Untersuchungen an weiteren Opfern

Hamburg - Der wegen Sexualmordes angeklagte Armin M. aus dem nordhessischen Rotenburg traf sich nach der Ermordung des 43-jährigen Mannes noch mit vier weiteren möglichen Opfern, berichtet der "Stern" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Männer aus Kassel, Essen, London und dem Odenwald hätten sich im Internet als "Schlachtjungen" angeboten. Die Treffen hätten in Armin M.s Haus in Wüstefeld bei Rotenburg und in einem Mannheimer Hotel stattgefunden. Er habe an den möglichen Opfern "Schlachtuntersuchungen" durchgeführt: "Er fesselte sie, steckte ihnen Nadeln in den Körper oder wickelte sie in Plastikfolie ein", heißt es in dem Bericht.

Drei der Männer seien an einem Rollenspiel interessiert gewesen, weil sie die Vorstellung einer Schlachtung sexuell erregt haben soll, so der "Stern". Ein junger Mann, der sich "Alex" nannte, habe Armin M. gebeten, ihn zu köpfen und zu zerteilen. Dem 41-Jährigen sei "Alex" jedoch zu unsympathisch und nicht schlank genug gewesen.

Bernd B.: Wunsch bei lebendigem Leib verspeist zu werden
DPA

Bernd B.: Wunsch bei lebendigem Leib verspeist zu werden

Insgesamt habe Armin M. in "Kannibalen-Foren" Kontakt zu rund 430 Personen aufgenommen. "Nach eigenen Angaben schrieb er mehr als 60 Kontaktanzeigen, um Männer zwischen 18 und 30 Jahren als Schlachtopfer zu finden", heißt es in dem Vorabbericht des Magazins, das den Inhaftierten interviewt hat.

Sein späteres Opfer, den Diplomingenieur Bernd B., fand der Hesse im Februar 2001. Der Berliner habe angeboten, "mich von Euch bei lebendigem Leib verspeisen zu lassen". Am 9. März 2001 trafen sich die beiden Männer dann zu der vereinbarten Tat.

Inzwischen hat Armin M gestanden, am 10. März 2001 den Berliner mit dessen Einverständnis die Genitalien abgeschnitten, ihn erstochen, zerteilt und teilweise gegessen zu haben. Nun muss das Landgericht Kassel entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird, die das Verbrechen als Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs einstuft.

Diese Einschätzung beruht nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf einem Gutachten, wonach Armin M. das Verbrechen und insbesondere auch das Ansehen des dabei gedrehten Videofilms als sexuell stimulierend empfand.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama

© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP