Hamburg - Der wegen Sexualmordes angeklagte Armin M. aus dem nordhessischen Rotenburg traf sich nach der Ermordung des 43-jährigen Mannes noch mit vier weiteren möglichen Opfern, berichtet der "Stern" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Männer aus Kassel, Essen, London und dem Odenwald hätten sich im Internet als "Schlachtjungen" angeboten. Die Treffen hätten in Armin M.s Haus in Wüstefeld bei Rotenburg und in einem Mannheimer Hotel stattgefunden. Er habe an den möglichen Opfern "Schlachtuntersuchungen" durchgeführt: "Er fesselte sie, steckte ihnen Nadeln in den Körper oder wickelte sie in Plastikfolie ein", heißt es in dem Bericht.
Drei der Männer seien an einem Rollenspiel interessiert gewesen, weil sie die Vorstellung einer Schlachtung sexuell erregt haben soll, so der "Stern". Ein junger Mann, der sich "Alex" nannte, habe Armin M. gebeten, ihn zu köpfen und zu zerteilen. Dem 41-Jährigen sei "Alex" jedoch zu unsympathisch und nicht schlank genug gewesen.
Bernd B.: Wunsch bei lebendigem Leib verspeist zu werden
Sein späteres Opfer, den Diplomingenieur Bernd B., fand der Hesse im Februar 2001. Der Berliner habe angeboten, "mich von Euch bei lebendigem Leib verspeisen zu lassen". Am 9. März 2001 trafen sich die beiden Männer dann zu der vereinbarten Tat.
Inzwischen hat Armin M gestanden, am 10. März 2001 den Berliner mit dessen Einverständnis die Genitalien abgeschnitten, ihn erstochen, zerteilt und teilweise gegessen zu haben. Nun muss das Landgericht Kassel entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird, die das Verbrechen als Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs einstuft.
Diese Einschätzung beruht nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf einem Gutachten, wonach Armin M. das Verbrechen und insbesondere auch das Ansehen des dabei gedrehten Videofilms als sexuell stimulierend empfand.
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