London - Immer größer wird der Schar der Wanderer, die so gut wie unbekleidet durch die schottischen Hügel ziehen, berichtet die britische Zeitung "Guardian" am Mittwoch. Nur mit Wanderstiefeln und Wollsocken ausgestattet - eventuell noch einen Sonnenhut - zögen die Freikörperanhänger durch die Wälder.
Das Gefühl der großen Freiheit, so heißt es in dem Bericht, stelle sich beim ersten Mal erst nach einer gewissen Zeit ein. Denn schließlich verkehren auf den Wegen auch herkömmlich bekleidete Wanderer.
Der schlimmste Fehler den ein Nacktwanderer begehen kann, ist es, in die Büsche zu springen wenn andere Spaziergänger näher kommen, wird Tony Baldwin, Begründer des FKK-Clubs Singles' Outdoor, in dem Blatt zitiert. "Das erzeugt einen ziemlich falschen Eindruck." Der Versuch, die Blöße im Gestrüpp zu verbergen, werde mit Sicherheit scheitern.
Statt sich zu verstecken, sei es besser, strammen Schritts auf die anderen Passanten zuzugehen und fröhlich einen 'Guten Tag' zu wünschen. Selbst habe er nie schlechte Erfahrungen gemacht, sagt Baldwin. Und immerhin wandere er bereits seit 12 Jahren unbekleidet durch die Lande. Auf der Internetseite des Clubs wird Interessierten allerdings empfohlen, möglichst wenige benutzte Wege für die ersten Erfahrungen auszusuchen.
Die schottische Polizei hat an der kaiserlichen Bekleidung allerdings nur bedingten Spaß. Erst kürzlich sei ein Nackter auf Schusters Rappen einkassiert worden. Mit der Auflage vor Gericht zu erscheinen, sei er wieder freigelassen worden. Wenig später fand er sich wieder hinter schwedischen Gardinen. Denn auch vor den Richtern war er mit blankem Gesäß erschienen. Und die fanden das gar nicht lustig.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH